Millionenverluste

Millionenverluste

— 14.05.2002

Fiat in der Flaute

Fiat hat im ersten Quartal 2002 dieses Jahres 529 Millionen Euro eingefahren. Damit stieg die Verschuldung des Autobauers auf 6,6 Milliarden Euro. Kleiner Trost: Ferrari geht an die Börse.

Der italienische Autokonzern bleibt auf Talfahrt: Nach einem Nettoverlust von 791 Millionen Euro zum Jahresende 2001 musste das Unternehmen auf der heutigen Hauptversammlung weitere Verluste von mehr als einer halben Milliarde Euro eingestehen. Im gleichen Quartal des Vorjahres war noch ein Nettogewinn von 193 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Wegen des Einbruchs der Autoverkäufe um rund 15 Prozent sei der Fiat-Konzernumsatz um vier Prozent auf 14,1 Milliarden Euro zurückgegangen, hieß es. Die Verschuldung sei von Dezember bis Ende März um knapp 600 Millionen Euro auf 6,6 Milliarden Euro angewachsen. Auch für die kommenden Monate erwartet der Konzern keine Besserung. Trotzdem will Fiat versuchen, die Schulden bis Ende des Jahres zu halbieren. Dazu soll vor allem die kürzlich beschlossene Kapitalerhöhung von Fiat beitragen.

Um die Krise zu bewältigen will Fiat vor allem über neue Strategien auf dem Automobil-Sektor beraten. Dazu zählen eine Drosselung der Produktion, drastische Sparmaßnahmen mit massivem Stellenabbau, Werkschließungen sowie Verkäufe von einzelnen Geschäftssparten. Statt auf höhere Absatzzahlen und eine Ausweitung des Marktanteils zu hoffen, müsse das Unternehmen erstmal "seine Hausaufgaben machen" und die Kosten reduzieren, sagte Jörg Briewig, Vertriebschef der Fiat Automobil AG. "Das heißt aber ganz sicher nicht, am Händlernetz zu sparen", so Briewig weiter. Fiat setze trotz der von der EU-Kommission betriebenen Reform des europäischen Automobilvertriebes auf ein starkes Netz autorisierter Automobil-Fachhändler. Kurzfristig ist es laut Briewig "auch nicht unsere Priorität, mit allen Kräften in Deutschland wieder Importeur Nummer 1 werden zu wollen".

Die Aufsichtsräte von Fiat und Ferrari haben am Dienstag zudem den Börsengang des italienischen Sportwagenbauers Ferrari beschlossen. Das Unternehmen solle vom Ende des Jahres an an der Börse notiert werden, teilte Fiat mit. Bereits seit Wochen wurde in Italien über einen Ferrari-Börsengang spekuliert. Der Turiner Fiat-Konzern hält 90 Prozent an dem Sportwagen-Produzenten, den er 1988 übernommen hatte. "Fiat will auch nach Abschluss der Platzierung die Kontrolle über Ferrari behalten", hieß es.(autobild.de/dpa)

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