Minenräum-Panzer: Update
— 20.02.2013Die Minen-Fresser
Mit gigantischen Pflügen, Schaufeln und Bodenfräsen zerhacken sie alles, was ihnen in die Stahl-Fänge kommt. Trojan, Breacher, Husky und Co wagen den Ritt ins Minenfeld. Jetzt neu: Wisent und Fuchs aus Deutschland!
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Zeit, die im Ernstfall fehlt. Dann muss die Entminung in einer Kampfzone schnell gehen, um feindlichen Beschuss zu minimieren. In den meisten Fällen wird im wahrsten Sinne des Wortes ein Pfad ins Minenfeld gerissen, um anderen Militär-Fahrzeugen einen sicheren Korridor zu bieten. Eine vollständige Entminung findet dabei nicht statt. Die Schäden durch Bodenabtragungen sind erheblich, aber unvermeidlich. Zu den imposantesten Vertretern dieser schnellen Minen-Fresser gehört der Trojan. Er kommt aus der Challenger-2-Familie, ebenso wie der Kampfpanzer Challenger 2 und der Brückenleger Titan. Wie seine Kollegen, hat er einen Perkins CV12 Diesel unter seiner Panzerung und schiebt so mit 1200 PS seinen Räum-Pflug durchs Erdreich. Was ihm in die Quere kommt, wird zerstört oder ausgelöst. Neben dem Pflug verfügt er über einen hydraulischen Baggerarm, der eine Hebekapazität von 6,5 Tonnen hat. Mit dem Arm kann der Trojaner Hindernisse aus dem Weg räumen und sogenannte Faschinenrollen ablegen. Diese rollen wie ein Teppich über Krater und machen sie so passierbar.
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Eine weitere Methode der Minenvernichtung ist die Anwendung eines Flegel-Systems. Der Hydrema-Truck 910 MCV nutzt diese Methode. Demnach fährt der gepanzerte Lkw langsam rückwärts in ein Minenfeld. An seinem Heck befinden sich 72 Ketten an einem Zylinder. Der dreht sich mit hoher Geschwindigkeit und peitscht die Ketten auf den Boden. Minen in einem Umkreis von 3,5 Meter werden dabei ausgelöst oder vernichtet. Doch nicht alle Arten von Landminen lassen sich mit der Flegel-Fräse auslösen. Oftmals folgt der Vorarbeit des Trucks die nachträgliche Räumung von Spezialisten per Hand. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, mit einer Walze Fahrspuren zu klären oder mit einer Bodenfräse alles umzugraben und zu zerhäckseln.
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Die vielen unterschiedlichen Methoden sind der extremen Vielfalt der Minen geschuldet. Es ist bei der Verlegung von Minen üblich, unterschiedliche Typen zu vermischen. Den Räumern soll es schließlich schwer fallen, sich einen Weg zu bahnen. Während die Verlegung relativ einfach und kostengünstig ist, ist die Räumung kompliziert. Neben Minen richten beispielsweise in Afghanistan sogenannte IED (improvisierte Sprengfallen) großen Schaden an. Zudem werden in irregulären Konflikten Minenfelder in der Regel nicht kartografiert.
Minen, ein Teufelskreis
Verminte Kriegsschauplätze und Grenzen bergen über Jahrzehnte ein hohes Risiko. Die Leidtragenden kommen zu 80 Prozent aus der Zivil-Bevölkerung. Neben Hilfsorganisationen sind auch Soldaten an der Räumung von Minenfeldern beteiligt. Dabei nutzen sie Geräte, deren Hersteller auf Umwegen auch die Ursache geliefert haben: Minen, Munition und Streubomben. Sich einzelne Rüstungsunternehmen, Autohersteller oder Banken rauszupicken und auf sie zu zeigen, deckt keinesfalls die Gesamtheit der Schuldigen ab. Die Seite Landmine.de liefert einen guten und umfassenden Überblick, wer alles in der Welt am Handel mit Sprengfallen beteiligt ist.Das könnte Sie auch interessieren









































