Mini Cooper S

Mini Cooper S Mini Cooper S

Mini Cooper S

— 27.03.2002

Der Super-Cooper

Hier kommt der Cooper S, der stärkste Mini aller Zeiten. AUTO BILD-Redakteur Peter Oberndorfer ist der festen Meinung: Endlich hat jede Kurve wieder einen Sinn!

BMWs kleinster Spaßmacher

Mit den Minis ist es fast wie mit Schokolade: Die normale kann ganz gut schmecken, die etwas bessere isst du gern, aber die richtig edle lässt du dir gaaanz langsam und genüsslich auf der Zunge zergehen, um alle Feinheiten mitzubekommen. Auf den kleinsten Spaßmacher von BMW bezogen, heißt das: Der Mini One ist nett, aber nicht die endgültige Offenbarung. In den Cooper setzt du dich rein und möchtest immer mehr von ihm naschen. Der Cooper S aber, der stärkste aller Minis, braucht Zeit und Kilometer, damit du auf den Geschmack kommst - und ihn dann umso öfter genießt.

Dazu hatten wir jetzt in Portugal ausgiebig Gelegenheit. Bei so einer Ausfahrt, fernab vom grauen Testalltag Norddeutschlands, fallen komischerweise erst einmal ganz banale Dinge auf. Zum Beispiel, dass die Frauen diesem Mini noch mehr hinterherschauen als sonst. Fast so, als kämen gerade George Clooney und Tom Cruise Händchen haltend über die Straße.

Ist es das Gesicht mit dem lachenden Kühler und den Kulleraugen, die rote Karosserie mit weißem Dach oder die gedrungene Erscheinung mit nochmals breiterer Spur und den 17-Zoll-Felgen im Minilite-Design (Aufpreis)? Wohl von allem ein bisschen. Der Cooper S steht einfach da, als könne er vor Kraft kaum laufen. Und bleibt trotzdem knuffig-sympathisch. Schönheit, die von innen kommt. Denn endlich hat der Mini Sitze, die er verdient. Mit gutem Seitenhalt und straffer Polsterung. Um Welten besser jedenfalls als das Gestühl der billigeren Brüder. Das Interieur des S hat noch ein paar neue Feinheiten.

Plastik statt Alu, aber egal

Wir sehen das Armaturenbrett und denken: echt edel, echtes Alu. Erst beim Anfassen spürst du: Das gebürstete Aluminium ist in Wirklichkeit Plastik. Schade, aber trotzdem gut gemacht. Der restliche Kunststoff in Alufarbe wirkt dagegen plötzlich billig. Die Barbiepuppen-Hebel am Lenkrad wollen zu einem ambitionierten Sportler wie dem Cooper S noch weniger passen als sonst. Außerhalb Lissabons durften wir dann das erste Mal ein wenig mehr Gas geben.

Klang der Cooper S eben in der Stadt noch recht sportlich, so tönt der Motor jetzt unspektakulär sonor vor sich hin, begleitet vom Summen des Kompressors. "Den soll man ruhig hören", findet Entwicklungschef Burkhard Göschel. Und natürlich spüren. Immerhin bläst der Kompressor die Leistung des braven 1600ers von 115 auf satte 163 PS. Dafür modifizierte BMW auch Kurbelwelle, Kolbentrieb und Ventile. Ein Wärmetauscher fürs Motoröl und Spritzölkühlung für die Kolben sollen das Aggregat vor dem Hitzetod bewahren.

Ungeachtet allen Aufwandes: Dir wird erst nach längerem Blick auf den bratpfannengroßen Tacho klar, wie schnell der Kleine wirklich ist. Er klingt einfach zu brav. Dabei zergehen die Werksangaben wie Edelschokolade auf der Zunge: 7,4 Sekunden auf 100, Spitze 218 km/h - in einem Mini! Abseits der Autobahn darf der Cooper dann zeigen, warum Kurven immer noch die schönste Verbindung zwischen Geraden sind. Vor allem für ein Auto, das Mini heißt.

19.800 Euro für ein 163 PS Spaß

Die Lenkung scheint bereits beim Gedanken an eine Richtungsänderung zu reagieren. Das ist durchaus überraschend. Denn der Cooper S offeriert seinem Fahrer eine elektrohydraulische Servolenkung. Und die steht ja nicht gerade im Ruf, ein besonders gutes Gefühl für die Straße zu vermitteln. Diese schon. Sie arbeitet sehr direkt. Eineinviertel Umdrehungen in jede Richtung reichen dem Mini zum Wenden.

Spätestens nach ein paar Kilometern auf der Landstraße kommt dann der Suchtfaktor zum Tragen - wie bei edler Schokolade, wie gesagt. Die dicken Reifen, die stärkeren Stabilisatoren, die straffen Federn - all das nährt den Verdacht, die von BMW haben hier in jeder Kurve eine Tube Patex verteilt. Der Cooper S liegt einfach so sensationell auf der Straße, dass das aufpreispflichtige ESP zum Luxus-Extra wird.

Kann uns überhaupt etwas den Geschmack am Cooper S verderben? Der Preis wohl kaum. 19.800 Euro für ein 163-PS-Spaßmobil von BMW mit 16-Zoll-Rädern und Sechsgang sind wirklich nicht zu viel. Ein Clio Sport mit 169 PS kostet bereits 2550 Euro mehr.

Technik Vierzylinder • 4 Ventile je Zylinder • Hubraum 1598 cm3 • Leistung 120 kW (163 PS) bei 6000/min • max. Drehmoment 210 Nm bei 4000/min • Frontantrieb • Sechsganggetriebe • Einzelradaufhängung vorn (McPherson) und hinten (Multilenkerachse) • Kofferraum 150 Liter • Tank 50 Liter • Länge/Breite/Höhe 3655/1688/1428 mm • Reifen 195/55 R 16 • Leergewicht 1140 kg • 0-100 km/h 7,4 s • Spitze 218 km/h • EU-Verbrauch 8,4l/100 km Preis 19.800 Euro

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