Test Cooper S Works GP – Clio Sport

Mini Cooper S Works GP – Clio Renault Sport Mini Cooper S Works GP – Clio Renault Sport

Mini Cooper S Works GP – Renault Clio Sport

— 29.11.2006

Kopf an Kopf

Zwei mit Power buhlen um die Gunst der jungen Wilden: Der Clio Sport mit 197 PS und der Mini mit 218 PS liefern sich ein enges Rennen.

Schon als die zwei kleinen Kracher namens Mini Cooper S mit John Cooper Works GP-Kit und Clio Renault Sport die Redaktion von AUTO BILD SPORTSCARS erreichten, war klar: Das wird ein hartes Rennen.

Viel Sympathie für beide, eine Menge Kritik an beiden – das schreit geradezu nach detaillierter Auflösung.

Optik: reine Ansichtssache


Geschmacksache: Optisch tritt der Mini weniger dezent auf als der Clio.

Sorry, eine rein subjektive Entscheidung – aber uns gefällt der Mini besser. Innenraum und Instrumente sind so einfallsreich gestaltet, dass man sich nie langweilt. Außen haben sich die Designer hübsche Stilelemente ausgedacht, um den Straßenrenner an die Mini-Challenge erinnern zu lassen. Nicht zu übersehen: die Arbeiten zur Aerodynamik (Anbauten ringsum, schön geformter Heckspoiler). Dazu kommt außen ein so eingängiges wie durchgängiges Dreifarbenspiel, das bei allen GP-Kit-Minis gleich ist: rote Außenspiegel, silbernes Dach, Karosserie in Thunder Blue. Der Clio kommt trotz schwellender Kotflügel, beeindruckender Frontschürze und unübersehbarem Heckdiffusor unauffälliger daher. Auch innen schlägt der starke Kleine keine Kapriolen. Alleine ein aufs Lederlenkrad aufgestickter roter Streifen, wie ihn Rallye-Piloten an den Volants ihrer Boliden besitzen, um die Lenkradstellung zu kontrollieren, reicht zum Punktgewinn nicht ganz aus. Deshalb in Summe: Mini – Clio 1:

0Motoren: warten aufs große Moment


Minis Powerpaket basiert noch auf dem Chrysler-Kompressor-Aggregat, das im alten Mini Cooper S 210 PS leistete und nun dank GP-Kit (z.B. Doppelrohr-Sportauspuff, von 6950 auf 7100/min erhöhte Drehzahl) 218 PS schafft. Der Motor reagiert wunderbar schnell auf einen zuckenden rechten Fuß; das maximale Drehmoment von 250 Nm liegt bei akzeptablen 4600/min an. Unüberhörbar: Das Surren des Kompressors, der sich gekonnt mit dem Motor- und Auspuffsound mischt und die Insassen angenehm begleitet. Der Clio besitzt den bekannten Zweiliter-16V, der zum Beispiel auch im Mégane seinen Dienst mit 135 PS tut. Die Renault-Ingenieure haben den Motor kräftig überarbeitet (geänderter Einlasstrakt, andere Ventilsitze, erhöhte Verdichtung) und ihm dadurch 197 PS anerzogen. Doch das maximale Drehmoment von 215 Newtonmetern liegt erst bei 5500/min an, was bedeutet: Wer schnell sein will, muss den Motor jaulen lassen. Ampelstarts zum Versägen übermütiger Herausforderer können recht peinlich ausfallen, weil sich untenrum nur wenig regt. Glasklare Wertung: Mini – Clio 2:0

Alltagstauglichkeit: zwei gegen fünf


Die war den Mini-Machern ziemlich egal. Um Gewicht zu sparen, haben sie zum Beispiel nicht nur die hinteren Längslenker aus Alu gefertigt, sondern gleich die ganze Rücksitzbank rausgeschmissen. Da ist jetzt zwar Platz für 690 Liter Gepäck, aber wirklich fixieren werden die Insassen es nicht können. Da gewinnt der Clio eindeutig. Allein deshalb, weil hier noch immer fünf Menschen gleichzeitig transportiert werden können – dank vorhandener Bank hinten. Logische Folge: Mini – Clio 2:1

Handling: auf nach Oschersleben


Sieger in Rot: In Oschersleben zeigt der Clio dem Mini das Heck.

In Oschersleben zeigt sich der wahre Meister – oder auch nicht. Hier werden die Schwächen deutlich: Die Lenkung des Mini ist zu leichtgängig, trotz serienmäßigem Sperrdifferenzial hat er Traktionsprobleme in Kurven. Er untersteuert deutlich. Bremsen und Reifen bauen schnell ab. Gut sind die Recaro-Sportsitze, die uns fixieren. Die Lenkung des Clio ist noch gefühlloser als die des Mini, in der Kurve bricht die Rückmeldung vollends ab. Die Bremsen reagieren giftig und sind schlecht zu dosieren. Das Getriebe ist etwas hakelig, besonders beim schnellen Zurückschalten verschaltet man sich schnell. Dafür benimmt sich der Clio recht neutral in Kurven und begehrt nicht auf bei Lastwechseln. Unzufrieden sind wir mit den Sitzen, die uns zwar im Beckenbereich gut führen, an den Schultern aber nicht festhalten können. Eigentlich gebührt keinem der Aspiranten ein überzeugender Punkt – aber wir sind ja nicht so: Mini – Clio 3:2

Fahrleistungen


Wow! Tacho 250, echte 240 km/h beim Mini – das ist schnell. 7,1 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h sind auch nicht schlecht für das 1180-Kilo-Auto. Rundenzeit in Oschersleben: 1:55,86 Minuten. Dort ist der 110 Kilo schwerere und 21 PS schwächere Clio dem Mini erstaunlicherweise überlegen. Er benötigt 1:55,35 Minuten – die Zeit macht er in Kurven und durch die Reifen. Bei der Top-Speed (215 km/h), und im Sprint (7,9 Sekunden) muss sich der Franzose jedoch geschlagen geben. Also für jeden einen Punkt: Mini – Clio 4:3

Preis


Der Mini kostet 30.900, der Clio 21.900 Euro – geschenkt ist beides nicht. Allerdings wird der Mini ab Werk komplett ausgestattet (Klimaanlage und dynamische Stabilitätskontrolle als kostenfreie Option). Für den billigeren Clio gibt es kein Sperrdifferenzial, keine Ledersitze. Das heißt: Ohne Begeisterung erhalten beide noch je einen Punkt. Endstand Mini – Clio 5:4. PS: Wer noch einen "alten" Mini ergattern will, muss sich sputen. Die limitierte Serie von 2000 Stück ist so gut wie ausverkauft.

Autor: Roland Löwisch

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