Mini, Corsa, DS3 Clio: Sportler im Test

— 15.03.2012

Minis mit über 200 PS!

Wer nach dem Porsche unter den Kleinwagen sucht, kommt an diesen vier nicht vorbei. Mini JCW, Opel Corsa OPC Nürburgring Edition, Citroën DS3 Racing und Renault Clio RS im Kampf um die Krone.



Viele Freunde der Kleinsportwagenflitzer werden sich beim Anblick dieses Fotos denken: Och nee, nicht schon wieder – ist doch klar, dass der Mini wieder alle versägt. Vorsicht! Die Chancen, das britischbayerische Gokart mit Straßenzulassung zu versägen, stehen besser denn je. Mit dem Citroën DS3 Racing und dem Opel Corsa OPC Nürburgring Edition lauern gleich zwei turbobefeuerte Neulinge in den Startlöchern. Dazu will es der Renault Clio RS bei seiner Abschiedstour noch einmal allen zeigen. Schließlich war er in dieser Klasse mal ein Siegerauto und bei Vergleichstests stets auf dem Podium zu finden. Der quirlige Franzose hält am drehzahlhungrigen Sauger fest; bis zu 7500 Touren dreht sein Zweilitermotor.

Hintergrund: So testet AUTO BILD

Der Sauger im Renault Clio RS Gordini hat es gegen die Turbos schwer. Das Rennfahrwerk allein reicht nicht mehr.

Seit Jahren sorgt der Clio mit seiner Fahrwerksabstimmung und dem knackigen Getriebe für breites Grinsen und viel Spaß auf und abseits den Rennstrecken. Nur der Mini war ab und an schneller. Zum Vergleichstest kommt der RS aus Gallien im Gordini-Outfit. Der Beiname stammt von einem französischen Formel-1-Rennstall der 1950er-Jahre, zierte in den 70ern Renaults Sportmodelle. Zu erkennen ist der Sonderling an der typisch blauen Lackierung samt weißen Streifen, Sportsitzen und Schriftzügen. Auf den Zusatz Nürburgring Edition hört dieser grüne Opel Corsa. Das Besondere an ihm: titangraue 18-Zöller, Sportauspuff, Brembos, dicke Lippe und Bilstein-Fahrwerk. Unter der Haube arbeitet wie beim Basis-Corsa-OPC ein 1,6-Liter-Turbo. Feintuning an Lader und Elektronik schaffen 210 PS.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Understatement: Dicke Backen und ausuferndes Flügelwerk war noch nie Sache des Mini John Cooper Works.

Citroën hängte dem DS3 ein "Racing" an, peppte ihn mit Karbonzierrat, Kriegsbemalung, grellen Farben und dem 1,6-Liter-Turbomotor aus dem Mini JCW auf. Zusammen mit dem Rallye-Knowhow der Franzosen sind das gute Voraussetzungen, um sich den Sieg zu schnappen. Und der Mini? Hier gibt es nicht viel Neues zu berichten. Im Rahmen des Facelifts wurden Stoßfänger und Beleuchtung optisch aufgefrischt. Den sportlichsten Mini erkennt man nicht an dickem Spoilerbehang, sondern lediglich am Schriftzug und den Rädern. Wahre Fans sehen den feinen Unterschied am Auspuff, der beim JCW üppiger dimensioniert ist. Am Motor des John Cooper Works hat sich nichts geändert: 211 Turbo-PS aus 1,6 Liter Hubraum. Gut, dicke Backen und ausuferndes Flügelwerk war noch nie Sache des Mini. Das fehlende Lametta macht sich allerdings auch beim Besuch auf der Waage bemerkbar.

News und Tests zu: Opel Corsa OPC, Mini JCW, Renault Clio, Citroën DS3

Mit 1181 Kilo ist der JCW das Leichtgewicht im Vergleich, gefolgt vom Citroën mit 1221, dem Opel mit 1259 und dem Renault, der mit 1279 gemessenen Kilogramm fast zwei Zentner schwerer daherkommt. Vom Kalorienzähler geht's direkt zur Sprintprüfung. Der Clio darf vorlegen. Mit 4500 Anfahr-Umdrehungen bei Laune gehalten, hetzt der röhrende Franzose in 7,2 Sekunden auf Landstraßentempo. Trotz knackigem, kurz übersetztem Sechsganggetriebe dauert es dann noch mal über 25 Sekunden, bis der Zeiger die 200 erreicht. Das sollte mit den drei Turbos flotter gehen. Anders als beim Clio muss hier der Punkt zwischen Anfahrdrehzahl und Ladedruck passen. Falls nicht, dann raucht’s. Falls ja, dann geht’s mit minimalem Schlupf in sieben Sekunden auf 100. So zum Beispiel im Corsa, der sich dabei gar nicht wie ein Turbo anfühlt. Der Sound ist sportlich blechern, der Motor hat auch über 6000 Touren noch Druck. Wertvolle Zehntel gehen dem grünen Rennfloh beim Schalten verloren – die Konkurrenz hält die Anschlüsse flüssiger. Der DS3 Racing hat zwar die längsten Schaltwege und eine Getriebeübersetzung für gefühlte 300 km/h. Das hilft ihm aber beim prestigeträchtigen 100er-Wert. Denn bis dahin muss man im Franzosen nur einmal schalten. Mehr zum Thema Mini Tuning

Wie sich die vier Kraft-Minis in freier Wildbahn anfühlen, lesen Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen lesen Sie als Download im Heftarchiv.


Autor:

Guido Naumann

Fazit

Eines ist Fakt: Schnellere und spaßigere Kleinwagen gibt es in dieser Klasse nicht. Doch das Endergebnis ist eine Überraschung. Corsa schlägt Mini, wenn auch nur hauchdünn. Fahrdynamisch wie kostentechnisch liegt er ganz knapp vor dem Seriensieger JCW – und deutlich vor den Franzosen. Verlierer sind Citroën und Renault deshalb nicht. Doch bei aller Liebe zu Fahrspaß, Tradition und hohen Drehzahlen – der Clio RS ist in Sachen Antrieb nicht mehr auf Höhe der Zeit. Das fehlende Drehmoment können auch die Gordini-Bemalung und sein günstiger Preis nicht ausbügeln. Der DS3 Racing ist zwar schnell und macht Laune, enttäuscht aber mit weichgespülter Abstimmung, langer Getriebeübersetzung und hohem Preis.



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