Mini Countryman All4: Erlkönig-Fahrbericht

— 18.05.2010

Dieser Mini mag es dreckig

Mini wagt sich ins Gelände: Mit Allrad, mehr Bodenfreiheit und typischer Agilität will der Mini Countryman zeigen, dass sich der Bayern-Brite auch offroad behaupten kann.
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Von Jörg Maltzan Wie siehst du denn aus? Völlig eingesaut und tropfnass rollt der graue Mini bei Dauerregen in die Boxengasse vom Wachauring, 80 Kilometer westlich von Wien. Wie ein Kind, das von seinen Eltern beim Spielen im Schmutz erwischt wurde. Pfui, das gehört sich doch nicht. Schon gar nicht, wenn man auf eine Rennstrecke eingeladen ist und mit Mini angeredet werden will. Doch das jüngste Familienmitglied heißt mit Nachnamen Countryman, hat Allradantrieb und mehr Bodenfreiheit als Limousine, Cabrio und Kombi. Wer sich Countryman nennt, muss auch dorthin. Also weg vom griffigen Asphalt, rüber über die glitschigen Curbs und rauf aufs Land. Es scheppert. Steinchen knistern in den Radhäusern. Dann spritzt lehmiges Pfützenwasser über den Mini und verpasst ihm einen braunen Überwurf. Ja, jetzt ist er wirklich ein Countryman: eher Gummistiefel-Kumpel als Lackschuh-Szenetyp.
Mini Countryman: Erster Fahrbericht mit dem Serienmodell
Als Countryman ist der Mini erwachsen geworden und nimmt jetzt bis zu fünf Passagiere mit.
Als Countryman ist der Mini erwachsen geworden und nimmt jetzt bis zu fünf Passagiere mit.
Aber hat die Welt wirklich auf einen Gelände-Mini gewartet? Fakt ist: Das landlustige 4x4-Gefährt ist ein echtes Vollwertauto mit bis zu fünf Sitzplätzen, variablem Innenraum und großem Gepäckabteil. Dieser Mini ist buchstäblich erwachsen geworden. Seine verspielte Unschuld verliert er trotzdem nicht. Schon nach den ersten Kurven ist zu spüren, dass hier BMW-Ingenieure am Werk waren. Zurück auf der befestigten Ideallinie hat man ganz schnell vergessen, dass der Countryman ein geländetaugliches Auto ist. Seine Entwickler haben ihm reichlich Allrad-Kompetenz verpasst, ohne dabei die Mini-typische Agilität zu vernachlässigen.
Überblick: Tests und News zu Mini
An Agilität hat er nichts eingebüßt: Der Countryman fährt sich handlich wie ein Sportwagen.
An Agilität hat er nichts eingebüßt: Der Countryman fährt sich handlich wie ein Sportwagen.
Bravo: Trotz 245 Kilo Mehrgewicht gegenüber dem normalen Mini, deutlich längerer Karosserie und dem höherem Schwerpunkt lenkt der Cooper S Countryman All4 extrem zackig ein, fegt rabiat um Kurven und fährt sich so handlich wie ein Sportwagen. Ein typischer Mini eben. Und irgendwie doch nicht. Denn erstmalig können zumindest vier Personen in einem Mini anständig sitzen. Der Fünftürer ermöglicht nicht nur einen würdevollen Einstieg in den Fond, sondern bietet dazu reichlich Platz für Kopf und Beine. Die Rücksitze lassen sich einzeln um 13 Zentimeter verschieben. Hinten wartet ein Kofferraum im Golf-Format, der sich auf bis zu 1170 Liter Volumen erweitern lässt – so praktisch war ein Mini noch nie. Sieben Zentimeter mehr Sitzhöhe erleichtern zudem den Einstieg und verbessern die Übersicht. Neben Familien dürfte der Countryman darum auch reifere Semester ansprechen. Schade nur, dass Mini versäumt hat, die fummelige Lehnenverstellung zu überarbeiten und den Sitzen stabilere Seitenwangen zu verpassen.

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Entscheidender ist indes die gelungene Fahrwerksabstimmung sowie der hohe Unterhaltungswert am Lenkrad. Wie alle Minis zeigt der Countryman im Grenzbereich nur leichtes Untersteuern; Lastwechsel kennt er noch weniger als die Limousine, sodass er mit maximalen Sicherheitsreserven aufwarten kann. Und damit in Extremfällen nichts passiert, verfügt das elektronische Stabiliserungssystem DSC selbst im deaktivierten Zustand über eine Restregelung. Ob Schotter, Wiese oder aufgeweichter Feldweg – sobald die Vorderräder Schlupf haben, leitet ein elektromagnetisches Mittendifferenzial die Antriebskraft stufenlos nach hinten. Bei ausgeschalteter Traktionskontrolle schmeißt der kleine Offroader deshalb an allen vier Ecken fröhlich mit Matsch um sich. Auch das ist neu: Auf grobem Untergrund wird der Country- zum Gentleman. Spürbar geschmeidiger als seine Schwestermodelle steckt der Hochbau-Mini Unebenheiten weg. Das sind richtig gute Manieren, die man von einem Landei, das gerne im Dreck spielt, gar nicht erwartet hätte.

autobild.de-Automarkt: gebrauchte Mini

Zum Verkaufsstart im September 2010 gibt es den Mini Countryman mit drei Benzinern und zwei Dieselmotoren: Der Mini One Countryman bringt 98 PS mit, der Cooper Countryman 122 PS und der Cooper S Countryman 184 PS. Als Dieselmodelle sind Cooper D Countryman (122 PS) und One D Countryman (90 PS) am Start. Den Allradantrieb "All4" gibt es nur für Cooper S und Cooper D.
Preise Mini Countryman (Stand: 18. Mai 2010)
Mini One Countryman                                              20.200 Euro
Mini Cooper Countryman                                        22.500 Euro
Mini Cooper S Countryman                                     26.300 Euro
Mini Cooper S Countryman ALL4                           27.900 Euro
Mini One D Countryman                                          22.000 Euro
Mini Cooper D Countryman                                     24.200 Euro
Mini Cooper D Countryman ALL4                          25.900 Euro






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lutz,
29.06.2010 11:07Uhr
wie witzig versucht wird dem mini das frauenauto-image abzugewöhnen. ClubMAN CountryMAN - und dennoch werd ich jeden möchtegern-unterstatemand typen im mini herzhaft auslachen. Mini ist und bleibt mehr frauenauto als Beetle und Fiat 500 zusammen.
@autobild - "fährt sich wie ein sportwagen" mit 122ps? ja nee isklar.
Mal sehen wann der Mini MaxiMAN auf bmw 5er basis kommt - naja ich freu mich sowas nicht fahren zu müssen
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VRedestein,
01.06.2010 11:13Uhr
Oh Graus, was ist das denn für eine automobile Scheußlichkeit?
Und was sind das nur alles für hässliche Aufkleber am Fahrzeug?
Den massiven Plastikeinsatz kann ich ja noch verstehen, das Auto soll ja fürs Gelände sein, obwohl es wahrscheinlich mehr vorm Supermarkt Parkplatz steht aber das Aussehen ist dermaßen verzerrt und wirkt billig.
Mit Mini hat dieser Mr. Hyde nun wirklich nix mehr zu tun.
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Oberlehrer,
27.05.2010 19:06Uhr
"Mini wagt sich ins Gelände"! Was soll diese sinnlose Wortspielerei? Wo ist die Untersetzung, wo die Verschränkung, wie sehen die Rampenwinkel aus? Nur weil irgend ein Kleinwagen Allradantrieb bekommt, muss gleich von Gelände gesprochen werden. Das Gelände hört hier bereits nach dem ersten feuchten Feldweg auf. An die, die es noch immer nicht wissen: Allrad-Pkw's und SUV's haben mit Gelände rein gar nichts am Hut. Eintrag melden
Leon aus die Niederlande,
23.05.2010 12:51Uhr
Die name "Mini" ist auf dieses auto falsch.Vielleicht ist"(Austin)Maxi"besser?BMW bringt dabei die bezeichnungen durcheinander:z.B. der Countryman.Fruher der kombi,jetzt 4X4.Der Clubman:fruher ein Mini mit 1275cc-motor und eine grossere nase,heute der kombi.Historisch nicht ganz richtig.Aber wenn man daruber nachdenkt:VW baut kein echte volkswagen mehr,LandRover kommt mit ein auto mit vorderradantrieb(LRX) und Suzuki bringt der Kizashi,kein kleines auto.Wenn Mini jetzt mit ein richtiger kleinwagen kommt,ein "Mini-Mini",dann erleben die alte zeiten hoffentlich wieder. Eintrag melden
Sid,
21.05.2010 12:40Uhr
"Mini wagt sich ins Gelände" - so die Überschrift. Warum wird das Teil gemäss Fotos dann auf der Rennstrecke getestet? Und damit's zumindestens "dreckig" wird, fährt man ein bisschen durch die vom Regen aufgeweichte Wiese. Super!
Da wird Werbung mit 1170 Liter Kofferraumvolumen gemacht, wenn die Sitze umgeklappt sind. 4 Personen werden bestimmt glücklich sein, wenn sie sich bei voller Besetzung nur 260 Liter teilen müssen.
Sorry, aber da sind mir andere Allradler lieber. Ich steh eben nicht auf Schickimicki zu überzogenen Preisen. Den Fans wünsche ich viel Spass bei Kauf und beim Fahren!
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Er fährt wie ein Mini. Und er sieht aus wie ein Mini. Zumindest ein bisschen. Damit hat er alles was er braucht, um die Erfolgsgeschichte weiter zu schreiben. Ein Mini für alle Fälle. Auch wenn er sich immer mehr von der Ursprungsidee entfernt.
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