Mini One 1.6

Mini One 1.6

— 22.02.2002

Mini maximal

BMW macht dem Mini Beine. Und wie! Die Neuauflage der britischen Kleinwagen-Legende kommt in fnf Monaten zu den Hndlern und hat beste Chancen, wieder Kultstatus zu erlangen.

Brite aus dem Hause BMW

UKL 1+: Was nach einer Krankenhausabteilung fr Lungenpatienten klingt, ist fr die BMW-Schpfer die interne Einordnung fr den Mini und steht fr "oberes Segment der Kleinwagen". Emotionsloser lsst sich dies wohl kaum ausdrcken. Dabei weckt gerade dieser Wagen alle Gefhle dieser Welt. Der Mini macht an. Der Mini ist Kult, ist Ausdruck von Lebensfreude und bedeutet ganz einfach wieder Spa am Blech.

Fast vier Jahre sind vergangen, seit wir ihn zum ersten Mal sehen durften, auf der IAA 1997 in Frankfurt: Mini. Was frher eine Modellbezeichnung von Rover war, lebt heute als eigenstndige Marke. Die Mutter heit BMW, zu 100 Prozent. Over mit Rover. Die Bayern machen dem Mini jetzt Beine. ber ausgewhlte BMW-Hndler, die dem Mini jeweils einen speziellen Showroom spendieren, wird der knuffige Brite aus Oxford vertrieben.

Und wer sind die Kunden? Alle. Es existiert trotz aller Befragungen kein Kuferprofil. Der Mini ist klassenlos, so wie frher sein Vorgnger. Die Studentin will ihn ebenso wie der Studienrat, die Hausfrau genauso wie die Boutiquen-Besitzerin. Alle wollen ihn. Und das mglichst schnell. Verkaufsstart ist September 2001. Los geht es bei unter 30.000 Mark fr den "Mini One". Darber: der "Cooper", spter soll eine "Cooper S"-Version folgen. Getreu dem Uralt-Motto des damaligen Mini-Schpfers Sir Alec Issigonis, "auf kleinster Grundflche ein Maximum an Platz zu schaffen", wirkt auch der neue Mini so, als ob die BMW-Designer vier Rder in die Ecken gestellt haben und etwas Blech dazwischenpackten.

Mini-Auto mit Maxi-Ausstattung

Ergebnis: kurze berhnge, langer Radstand, flache Gesamterscheinung, dazu optisch versteckte A-, B- und C-Sulen und ein Dach, das scheinbar ber alledem schwebt. Der Mini ist einmalig und will auch mit seinen 3,63 Metern in kein Kleinwagensegment passen, egal ob UKL 1+ oder eins minus. Was noch mehr auffllt, ist seine Breite, quasi das Gegenteil zum Audi A2. Breite bedeutet Sportlichkeit. Zumindest versprechen das die BMW-Ingenieure. Von Gokart-Feeling ist die Rede, von einem Auto, mit dem man endlich wieder knackig um die Ecken fahren kann. Dazu bauten die Techniker dem Mini vorne eine McPherson- und hinten eine abgewandelte BMW-Dreier-Achse ein, kombinierten dies mit einer straff-sportlichen Abstimmung sowie einer uerst direkten elektrohydraulischen Lenkung. Wir knnen es kaum erwarten, daran zu drehen.

Fr artgerechten Vortrieb soll ein 1,6-Liter-Vierzylinder-16V mit 90 PS im Mini One und 115 PS im Cooper sorgen. Beide Versionen erfllen abgastechnisch die Euro 4. Geschaltet wird manuell (Fnfgang) oder gar nicht (stufenloses CVT-Getriebe). Die Kraft geht, entgegen der blichen BMW-Philosophie, zu den Vorderrdern. Um diese am Durchdrehen zu hindern, kann gegen Aufpreis ASC geordert werden.

Rundum hat der Mini Scheibenbremsen (vorne innenbelftet). ABS ist serienmig. Ebenso eine Reifendruckberwachung, ein Novum in dieser Klasse. Verliert ein Reifen schleichend Luft, meldet das System den Defekt. Motto: Vorbeugen ist besser als Plattfu. Denn serienmig ist kein Reserverad an Bord, lediglich ein Tirefit-Set. Ein Notrad kostet Aufpreis.

Technische Daten

Keinen faulen Kompromiss ging BMW im Innenraum ein, denn der Mini ist kein gequlter Fnf-, sondern ein reiner Viersitzer. Gut so. Den schnsten Platz aber hat zweifellos der Fahrer. Dominant ist der riesige Tacho in der Mitte des Armaturenbretts (so wie damals). Die Cooper-Version trgt zustzlich einen Drehzahlmesser hinter dem Lenkrad.

Ungewhnlich auch die lackierten Kunststoffflchen, die dem Innenraum viel Sportlichkeit vermitteln und an die alten "Blechzeiten" der 50er und 60er Jahre erinnern, als passive Sicherheit noch ein Fremdwort war und aktive Sicherheit schlichtweg nur PS-Strke bedeutete.

Der neue Mini hlt passiv voll dagegen: Zwei Airbags, Sidebags, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer zhlen zur Grundausstattung. Kopfairbags fr alle vier Insassen gibt es gegen Aufpreis. Damit, falls es mal kracht, die Fahrt nicht auf Station UKL 1+ endet.

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