Mini Paceman John Cooper Works: Fahrbericht

— 28.02.2013

So fährt der stärkste Paceman

John Cooper Works macht den Mini Paceman zum Renn-SÜVchen. Satte 218 PS, Allradantrieb und Tieferlegung versprechen Fahrspaß pur. Erster Fahrbericht!

Mini bringt mit dem Paceman John Cooper Works ein neues Spitzenmodell. Der Haustuner verpasst dem dreitürigen SÜVchen serienmäßig Allradantrieb, bullige Spoiler und Seitenschweller, 18-Zoll-Alufelgen und Sportfahrwerk mit zehn Millimeter Tieferlegung. Gegen Aufpreis unterstreicht die Farbe Chili-Red die Potenz des Paceman JCW. Innen ist vom "Race Feeling", wie Mini es nennt, wenig zu spüren. Dafür bietet der Fahrersitz zu wenig Seitenhalt. Für große Menschen fehlt es zudem an Beinauflage. Das harte Leder des Drei-Speichen-Lenkrads ist nur ausreichend griffig. So fügt sich die JCW-Innenausstattung in das zwar gut verarbeitete, aber qualitativ mittelmäßige Hartplastik-Ambiente der restlichen Mini-Familie.

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Die 218 PS haben den 1,4 Tonnen schweren Mini Paceman JCW voll im Griff.

So fährt er sich
Mit dem ersten Tritt auf das Gaspedal wird deutlich, dass die 218 PS den 1,4 Tonnen schweren Mini voll im Griff haben. Bereits bei 2000 Umdrehungen wird die ganze Kraftentfaltung des 1,6-Liter-Turbomotors spürbar. Das manuelle 6-Gang-Getriebe schaltet sich knackig, so ist Tempo 210 schnell erreicht. Mehr ist nicht erlaubt, da der Mini mit Winterreifen unterwegs ist. Maximal sollen 226 km/h drin sein. Dürfte kein Problem sein.

Erstaunlich, wie agil der Paceman JCW trotz seines höheren Aufbaus unterwegs ist. Selbst auf nassen und verschneiten Straßen gibt es keine Traktionsprobleme. Auch bei schnellen Kurvenfahrten behält das pummlige 4x4-SUV-Coupé stets mit allen vieren Bodenkontakt. Das straff, aber für ein SÜVchen mit sportlichen Ambitionen nicht zu hart abgestimmte Fahrwerk federt Querfugen, Kopfsteinpflaster und andere Unebenheiten gut ab. Längere Bodenwellen meistern die Dämpfer gekonnt.

Paceman im verrückten SUV-Coupé-Check

Auch bei schnellen Kurvenfahrten behält das  4x4-SUV stets mit allen vieren Bodenkontakt.

Das fällt auf
Wer den Fahrspaß noch ein wenig steigern will, drückt die Taste "Sport" in der Mittelkonsole. Danach reagiert der Motor noch schneller auf den Gasbefehl, und die Lenkung wird noch direkter. Losgelöst vom Sport-Modus sorgt die Overboost-Funktion für zusätzlichen Schub: Per Kickdown wird der Ladedruck erhöht und so das maximale Drehmoment von 280 Nm auf bis zu 300 Nm gesteigert. Das macht den Überholvorgang auf Landstraßen zügiger.

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Das kostet er Der ganze Spaß hat einen hohen Preis. 35.950 Euro kostet die Basisversion des Paceman JCW, 1150 Euro mehr als der Countryman JCW. Soll es zusätzlich die Top-Ausstattung "Chili" mit Annehmlichkeiten wie Xenon und Leder sein, werden weitere 2250 Euro fällig. Ein Navi kostet 1400 Euro, die Sitzheizung 290 Euro extra.

Die Konkurrenz Zu ähnlichen Preisen gibt es den Land Rover Evoque Coupé 4x4 mit 190 PS für 39.100 Euro oder den Audi Q3 quattro mit 211-PS-Turbo-Motor für 37.150 Euro. Beide punkten sicherlich mit höherwertigen Materialien im Cockpit als der Mini.

Technische Daten des gefahrenen Mini Paceman JCW: Vierzylinder, Turbo, vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1598 cm³ • Leistung 160 kW (218 PS) bei 6000/min • max. Drehmoment 280 Nm bei 1900/min • Allradantrieb • Sechsganggetriebe • Kofferraumvolumen 330–1080 l • Tankinhalt47l • 0–100km/h 6,9 s • Spitze 226 km/h • EU-Mix 7,4 l Super/100 km • CO2 172 g/km • Preis ab. 35.950 Euro • Marktstart am 16. März 2013.

Robin Hornig

Fazit

Der Paceman JCW überzeugt mit seinem bärenstarken Motor, dem Allradantrieb sowie der Fahrwerksabstimmung. Das macht ihn nicht zum Sportler, sorgt allerdings für ordentlich Spaß – den muss man sich jedoch erst einmal leisten können.

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Kommentare zum Artikel (10)

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Der
03.03.2013, 15:55Uhr

Außerdem denken sie doch bitte an den wiederverkauf. Mini ist das wertstabilste Fahrzeug seiner klasse. Wer kauft einen so häßlichen Juke gebraucht ?

Der
03.03.2013, 15:50Uhr

@Falc09
Ich glaube da haben sie in Mathe nicht so gut aufgepasst. Nissan Juke Nismo ALLRAD !! = 29.400 Euro--dieser Mini hier = 35.950 Euro = für sie 10.000 Euro unterschied ?? Wenn dann beide als allrad rechnen. Was kann der Mini dafür das er so gute fahrleistungen gegenüber ihrem Nissan hat ?

velocity
28.02.2013, 23:48Uhr

@Playa
Nun ja, das ist nicht ganz fair. Der Mini kam und war erfolgreich, weil es die Ölkrise gab. Ohne die hätte es auch etwas anders ausgesehen. Was aber damals geschaffen wurde, veränderte die Autowelt komplett. Quermotor, Fronantrieb, Getriebeanordnung und -Anbaulösung, Fahrwerk (Längsschwingen hinten), Raumökonomie und Wirtschaftlichkeit setzten neue Maßstäbe, sodass heute bis in die Mittelklasse (damals war das die Oberklasse) so gebaut wird, wenn auch natürlich modifiziert/ verbessert. Dafür gebührt Sir A. Issigonis ewiger Dank.

Dagegen ist Mini aktuell nur noch Abzocke. Der Paceman ist ein X6 in winzig, gleiche Technik, 2 Türen weniger, bisschen Coupe und höhere Preise. Und das wird hier genau so lange funktionieren wie dort. Und bald geht´s weiter, mit Mini-Mini und Van...

Falc09
28.02.2013, 19:16Uhr

@Der: Der vermeintliche Paceman-Käufer wird so ein Fahrzeug selten auf die Rennstrecke entführen, sonst würde er ja zum Mini Hatch JCW GP greifen. Der Zielgruppe, die hier angesprochen wird, sind vermeintlich 10000Euro Preisunterschied wichtiger als ein bis zwei Sekunden von 0 auf 100. Der fehlende 4x4 beim günstigenen Juke ist natürlich ein Argument, da stimme ich zu. Ich meine aber trotzdem, dass das CVT Konzept beim 4x4 zwar nicht sportlich, aber auch nicht unbedingt schlecht ist. Audi hat bei den TDI's auch lange daran festgehalten und mit "simulierten" Schaltstufen fühlt es sich immerhin nicht ausschließlich synthetisch an. Spielt letztlich alles keine Rolle, der Paceman ist klar besser als der Juke, keine Frage. Leider nur sehr, sehr teuer!

Derock
28.02.2013, 15:33Uhr

Der hat echt was. Mir gefällt zwar der Clubman noch wesentlich besser aber wie hier schon erwähnt wurde: Der bringt echt Abwechslung in Straßenbild !

Leider gibt es solche herlich unpraktischen Retro Autos immer seltenen. Die Amis machen es nur noch im Nischenbereich (Camaro, Mustang etc.) und die einzigen die sich mit sowas noch in den Massenmarkt trauen ist Mini, Fiat mit dem 500 und VW mit dem Beetle. Der PT Cruiser ist ja (leider) total gescheitert.

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