Mit dem Toyota Land Cruiser durch Bali

Toyota Land Cruiser Bali

Mit dem Toyota Land Cruiser durch Bali

— 05.01.2009

Insel der Götter

Mehr als 35 Jahre hat der Land-Cruiser-Veteran schon auf dem Buckel. Nie macht er auf unserem Abenteuer-Trip Probleme. Und so entdecken wir fröhliche Surfer und geheimnisvolle Tempel auf der Tropeninsel Bali.

Bruce heißt eigentlich Rudi. Aber weil er eine Frisur wie Bruce Lee hat, nennen ihn alle nur Bruce. Sein größter Stolz ist ein betagter Toyota Land Cruiser, dessen gepflegtes Äußeres nicht unbedingt erahnen lässt, dass er schon über 35 Jahre auf dem Buckel hat. "Das ist doch etwas anderes als die kleinen Suzuki, die es bei den Autovermietungen gibt!", meint er stolz, und damit hat er natürlich Recht. Wir freuen uns schon auf den Trip durch Bali, bei dem uns Bruce ein paar besonders schöne Orte zeigen will. Bruce wohnt in Kuta, dem quirligen Ferienort südlich der Hauptstadt Denpasar, und bevor es losgeht, müssen wir erst den Tank des Veteranen füllen.

Man hört den kernigen Sound eines Sechszylinder-Benziners

Mehr als 35 Jahre hat dieser Land Cruiser schon auf dem Buckel.

Kein billiges Vergnügen, denn die sechs Zylinder mit 3,9 Liter Hubraum wollen gefüttert werden. Je nach Fahrweise rauschen schon mal 15 Liter Sprit durch den Vergaser, warnt uns Bruce, meint aber gleichzeitig: "Dafür hört man aber auch den kernigen Sound eines Sechszylinder-Benziners und keinen nagelnden Diesel!" Und überhaupt sind die Entfernungen auf Bali ja nicht so riesig. Bruce kennt einen Schleichweg in die Berge, doch die kurvige Piste ist mit Schlaglöchern übersät, und das Blattfederfahrwerk ächzt bedenklich. Wir werden ordentlich durchgeschüttelt, um uns wucherndes Grün, nur ab und zu werden die Bäume lichter und geben den Blick frei auf terrassenförmig angelegte Reisfelder, die so charakteristisch für Bali sind. Die Vegetation wird sparsamer je höher wir kommen, und dann haben wir einen phantastischen Blick auf Balis höchsten Vulkan, den Gunung Agung, der immerhin 3142 Meter hoch aufragt.

Auf holprigen Pisten fahren wir am Meer entlang, beobachten tollende Tümmler.

Bruce strahlt, denn die Schaltarbeit bergauf war anstrengend, weil das Getriebe nicht eben butterweich zu schalten ist und der erste Gang des Dreiganggetriebes bei den alten Land Cruisern bis 1972 nicht synchronisiert ist. Trotz der vielen phantastischen Eindrücke sind wir froh, als wir abends ziemlich durchgeschüttelt unser Quartier in Lovina beziehen und die staubigen Kehlen mit einem leckeren Bintang-Bier erfreuen können. Am frühen Morgen erleben wir einen Delfinschwarm, der fröhlich durchs Meer pfeilt, dem die roten Strahlen der Morgensonne einen goldenen Schimmer verleihen. Auch die 125 Pferde unseres Sechszylinders sind offensichtlich gut gelaunt, denn nach dem Drehen des Zündschlüssels erwachen sie lautstark zum Leben. Erstes Ziel ist der Pura Ulun Danu Bratan, ein zauberhafter kleiner Tempel, der auf einer Insel im Bratan-See gelegen und der Seegöttin Dewi Danu geweiht ist. Er wird von einem elfstöckigen Meru-Turm überragt, der die Bedeutung der Göttin symbolisiert und einem Baumkuchen nicht unähnlich sieht.

Götter und Geister

Ganz Bali scheint von Göttern und Dämonen bevölkert zu sein, die Zahl der Tempel und Schreine ist unübersehbar groß. Der weniger bekannte Pura Kehen ist terrassenförmig angeordnet und wird von einem gewaltigen Waringin-Baum überragt, der den Schreinen zusammen mit den umgebenden Palmen eine geheimnisvolle Atmosphäre verleiht. Erst 1923 wurde der Goa Gajah, der Elefantenhöhlentempel, entdeckt, der in einer Bergschlucht liegt, in der eine heilige Quelle sprudelt.

Am Strand von Dreamland fühlt man sich an die Surferzeit der 70er erinnert.

Wie tief die Balinesen in ihrem Glauben verwurzelt sind, sieht man nicht nur an den kleinen Opfergaben, die alle Schreine und Tempel zieren, sondern auch an den Mopedfahrern, deren tollkühne Fahrweise nur den Schluss zulässt, das sie ganz fest an die Wiedergeburt glauben. Heute ist der Verkehr besonders chaotisch, denn es findet der berühmte Kuta-Karneval statt. Zum Gedenken an den schrecklichen Bombenanschlag im Jahr 2002 strömen zu diesem Volksfest alljährlich am Strand des beliebten Ferienorts Einheimische und Touristen zu Tausenden zusammen und feiern ausgelassen. Ein Surfer-Wettkampf wird ausgetragen, und zahlreiche Bands wetteifern um die Gunst des Publikums. Von traditioneller Gamelan-Musik bis zu erdigen Reggae-Rhythmen sind fast alle Stilrichtungen vertreten.

Ohne Untersetzung zum Strand von Dreamland

Was wollen Sie trinken? In den kleinen Bars werden exotische Drinks serviert.

Bruce ist das alles zu hektisch, er drängt zum Aufbruch: "Da weiß ich noch etwas Besseres!" Über Jimbaran erreichen wir die Bukit-Halbinsel und steuern bald über einen staubigen Feldweg Richtung Westen. Durch ordentliche Schlaglöcher geht es bergauf und bergab, der Toyota schafft es gerade noch ohne Untersetzung. Irgendwann erreichen wir eine Klippe über dem türkisblauen Meer und müssen zu Fuß zum Strand hinabklettern. "Das ist der Strand von Dreamland", erklärt Bruce, "den kennen nur wenige Touristen!" Nur ein paar Hütten und strohgedeckte Strandcafés, eng an die Klippen geschmiegt, säumen den Traumstrand, dessen heftige Brandung auch zahlreiche Surfer anlockt. Auf der Terrasse von Andys Cafe genehmigen wir uns einen tropischen Drink. "Genießt es, denn wer weiß, wie lange es das noch gibt. In der Nachbarbucht sind schon Bagger angerückt, die bestimmt ein neues Ferienzentrum errichten sollen!", meint Bruce ein wenig wehmütig, während wir fasziniert beobachten, wie die untergehende Sonne den Himmel in ein leuchtendrotes Farbenmeer verwandelt.

Reiseinfos Bali/Indonesien

Wer sich auf die Suche macht, findet aber auch einsame Plätze.

Geographische Lage: Bali liegt ungefähr in der Mitte des indonesischen Archipels, einer Kette von rund 13.000 Inseln, die sich vom Pazifik bis zum Indischen Ozean erstreckt. Es gibt kaum Industrie, neben der Landwirtschaft (Kaffee, Gewürze, Reis) und Kunsthandwerk (Holzmöbel) hat sich mittlerweile der Fremdenverkehr zur Haupteinnahmequelle entwickelt.

• Anreise: Von Europa aus gibt es viele Direktflüge nach Denpasar, günstige Angebote häufig über London, (Hin- und Rückflug ab 1300 €), die Flugzeit beträgt rund zwölf Stunden, Zeitverschiebung MEZ + 7 h.
•  Währung: Die indonesische Währungseinheit ist die Indonesische Rupiah; 15.000 Rp. entsprechen in etwa einem Euro. Gängige Kreditkarten werden in der Regel problemlos akzeptiert.
•  Reisezeit: Auf Bali herrscht Tropenklima mit Temperaturen zwischen 26 und 32 Grad, die geringsten Niederschläge fallen im Juli, August und September.
•  Einreise: Europäer benötigen ein Visum, das für 25 US-Dollar am Flughafen erteilt wird. Gültigkeit 30 Tage.
•  Verkehr: In Bali herrscht Linksverkehr, man benötigt einen internationalen Führerschein und manchmal gute Nerven.
•  Tipp: Kaverasana Tours, gegründet von Rudi (Bruce) Artha, bietet vom Halbtages-Trip bis zu mehrtägigen Rundfahrten diverse Touren auf Bali an, darunter auch spezielle Offroad-Touren. Preise ab etwa 30 US-Dollar für Fahrer und Fahrzeug.

Autor: Luitpold Leeb

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