Mitsubishi ASX: Fahrbericht

— 02.07.2010

Konkurrenz für den Tiguan

Mitsubishi greift den Klassenprimus VW Tiguan an: Der ASX soll neue Kunden gewinnen. Ein Mittel dazu ist der neue Diesel mit variabler Ventilsteuerung. Das spart Sprit und macht Dampf.



Mitsubishi hat den Diesel neu erfunden. Er hört auf das kryptische Kürzel 1.8 DI-D MIVEC und ist der erste Diesel weltweit mit variabler Ventilsteuerung (MIVEC). Und weil die Japaner mächtig stolz sind auf ihre Erfindung, ist er erstmal der einzige Motor, der den neuen Crossover ASX befeuern darf. Und das macht er richtig gut: Er leistet 150 PS, erfüllt die Euro 5-Abgasnorm und agiert in Kombination mit manuellem Sechsgang-Getriebe und automatischem Start-Stopp-System extrem sparsam. Auf dem Papier sollen 5,5 Liter/100 km reichen, in der Praxis waren es 6,5 Liter bei flotter Fahrt. So wird der 4,30 Meter lange ASX regelrecht zum Sportler, spurtet in 9,7 Sekunden auf Tempo 100 und zieht dann zügig weiter bis 200 km/h. Glücklicherweise haben die Ingenieure den Begriff Sportlichkeit nicht zu wörtlich genommen. Zwar lenkt der Japaner knackig ein und geht dabei ein wenig in die Knie, bügelt aber Unebenheiten der gröberen Art souverän weg. Von der Härte einiger Konkurrenten bleiben die Insassen hier verschont. Die Lenkung ist extrem leichtgängig, ohne allerdings auf der Autobahn nervös zu wirken.

Überblick: Alle News und Tests zum Mitsubishi ASX

Schmale Leuchten in LED-Technik, relativ hohe Ladekante.

Schmale Leuchten in LED-Technik, relativ hohe Ladekante.

300 Newtonmeter Drehmoment sind kein spektakulärer Wert, ein Nissan Quasqai 2.0 dCi hat 20 Nm mehr, aber der Mitsubishi ist relativ leicht (knapp 1500 Kilo), deshalb hat der Selbstzünder keine Mühe mit dem ASX. Allerdings müssen die Gänge manchmal mit etwas Nachdruck durch die Schaltkulisse manövriert werden, eine Automatik hat Mitsubishi noch nicht im Angebot. Sie soll ebenso folgen wie eine schwächere Variante des Motors mit 116 PS, die allerdings erst 2011 kommt. Eine Schaltpunktanzeige mahnt zum frühen Gangwechsel, die Start-Stopp-Automatik agiert unauffällig und damit gut. Auch sonst offenbart der ASX auf den ersten Blick wenig Schwächen. Vorn ist genug Platz, die Sitze sind straff und ausreichend groß, hinten wird es für Menschen über 1,80 Meter Größe allerdings eng überm Scheitel. Nicht zuletzt, weil das Panorama-Glasdach (ab Intense) ein wenig Kopffreiheit raubt. Dafür hat der Japaner in Verbindung mit diesem Schmankerl zwei Leuchtdioden-Bänder als optischen Gag, das ist wohl die vorher auf Messen versprochene "Lounge-Atmosphäre". Bei 30 Grad und Sonnenschein bringt uns das nicht weiter, wohl aber die Klimaautomatik mit gut erreichbaren Reglern.

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Ein wenig Chrom im Innsenraum soll Premiumatmosphäre verströmen

Ein wenig Chrom im Innsenraum soll Premiumatmosphäre verströmen

Im Gegensatz zum Lancer hat Mitsubishi im ASX nicht auf weich geschäumte Oberflächen verzichtet, der Qualitätseindruck ist ordentlich. Es ist nicht zu erkennen, dass der Crossover eigentlich ein Schnellschuss ist, der in nur zweieinhalb Jahren zur Serienreife gebracht wurde. Zwar nutzt er die Plattform des Outlander und hat 70 Prozent gleiche Teile, wirkt aber sehr eigenständig. Der Kofferraum fasst zwischen 442 und 1219 Liter, die Rückenlehnen klappen mit einem Handgriff und schaffen eine nahezu ebene Ladefläche. Im Kofferraumboden verbirgt sich ein Fach mit weiteren 26 Litern Volumen, für Skier und lange Gegenstände gibt es eine Durchreiche. Zusätzlich lassen sich die Rückenlehnen in zwei verschiedene Winkel einstellen.

News und Tests zu Mitsubishi

Der ASX steht bereits zu Preisen ab 17.990 Euro beim Händler. Dafür rollt die Basis mit einem 117 PS starken 1,6-Liter-Benziner in Kombination mit Frontantrieb zum Kunden. Theoretisch jedenfalls, denn der Benziner steht erst ab September 2010 zur Verfügung. Angaben zu den Fahrleistungen macht Mitsubishi noch nicht. Zur Basis-Ausstattung gehören unter anderem sieben Airbags inklusive Fahrer-Knieairbag, Stabilitäts- und Traktionskontrolle, ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, eine Berganfahrhilfe, elektrische Fensterheber, CD-Radio mit MP3-Funktion sowie eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Das ist ordentlich, der ASX ist ein veritables Angebot. Wer den Diesel wählt und auf den teuren (und außer in Alpenregionen überflüssigen) Allradantrieb verzichtet, bekommt den Japaner ab 20.990 Euro. In der Linie "Intense" (24.990 Euro) gibt es nicht nur das Glasdach, sondern auch Xenon-Scheinwerfer mit "Wide-Vision"-Technik. Sie bündeln das Streulicht mit einer Linse und leuchten die Straße in einem Winkel von 160 Grad (Standard sind 85 Grad) aus und machen laut Mitsubishi Kurvenlicht überflüssig. Dazu enthält das Paket unter anderem Privacy Glass und Parksensoren hinten. Wer das Alles bei einem VW Tiguan an Bord haben möchte, ist mindestens 5000 Euro mehr los.
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Fazit

Der Mitsubishi ASX trifft den Zeitgeist: Nicht zu groß, ökologisch korrekt dank kompletter Spartechnik und mit einem innovativen Motor. Dazu zu einem guten Preis. So kann Mitsubishi zu alter Stärke zurückfinden – und Peugeot und Citroën gleich mit Crossover-Modellen mitversorgen.

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