Peugeot Citroën expandiert

Mitsubishi droht Übernahme

— 07.12.2009

PSA will Teile von Mitsubishi

PSA steht möglicherweise vor einer Übernahme von Mitsubishi. Beide Unternehmen bestätigten entsprechende Verhandlungen. Auch eine Beteiligung von Mitsubishi an PSA sei im Gespräch.

(rtr/sb) PSA Peugeot-Citroën könnte einen größeren Anteil am japanischen Rivalen Mitsubishi kaufen. Die Unternehmen, die bereits bei Elektroautos zusammenarbeiten, bestätigten Verhandlungen, ohne Details zu nennen. Die Japaner seien sogar für eine mehrheitliche Übernahme durch PSA offen. Es werde über verschiedene Möglichkeiten gesprochen, erklärte PSA. Ein Mitsubishi-Sprecher sagte, eine Kapitalbeteiligung sei möglich. Die japanische Zeitung "Nikkei" berichtete, der französische Konzern erwäge, 30 bis 50 Prozent an Mitsubishi zu einem Preis von bis zu 3,4 Milliarden Dollar zu übernehmen. Die Verhandlungen seien bereits im Endstadium. Peugeot strebe sogar nach einer Übernahme von mehr als 50 Prozent durch die Ausgabe neuer Aktien. Auch eine Beteiligung von Mitsubishi an Peugeot sei im Gespräch. Branchenexperten bezeichneten ein mögliches Zusammengehen der beiden Firmen als logischen Schritt in der laufenden Branchenkonsolidierung.

Überblick: Alle News und Tests zu Peugeot

Im Gegensatz zu Kokurrenten wie Fiat und Chrysler haben die beiden Firmen in der Vergangenheit mit Kooperationen statt Beteiligungen versucht, sich dem Negativ-Trend des Marktes zu entziehen. PSA und Mitsubishi schreiben Verluste und sind nach Einschätzung von Experten dringend auf einen Partner angewiesen, um sich langfristig am Markt behaupten zu können. "Es geht um Volumina, der Weltmarkt verlangt größere Einheiten, allein schafft es weder Peugeot noch Mitsubishi", sagte Branchenkenner Helmut Becker, Leiter des Münchener Instituts für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation (IWK). Letztlich stünden alle Hersteller unter demselben Kostendruck. "Ob man einen Gesunden kriegt, wenn man zwei Kranke ins Bett legt, ist natürlich die Frage", sagte Becker.

Überblick: Alle News und Tests zu Mitsubishi

Mitsubishi hat sich von der Lösung aus dem Verbund der ehemaligen DaimlerChrysler-Gruppe im Jahr 2005 nie ganz erholt. Der ehemalige Branchenfünfte rangiert mittlerweile auf dem vorletzten Platz der acht japanischen Hersteller. Peugeot, die weltweite Nummer acht, gilt unter den europäischen Autobauern wegen seiner hohen Verluste als schwächster Vertreter. Der neue Chef Philippe Varin ist bemüht, den Konzern internationaler aufzustellen. Rivale Renault etwa profitiert schon seit zehn Jahren von Synergien mit Nissan. Kernstück einer engeren Kooperation von PSA mit Mitsubishi dürften Elektroautos sein. Bereits jetzt liefert Mitsubishi sei Elektroauto i-MiEV an die Franzosen, wo er als Peugeot iOn und Citroën C-ZERO vermarktet wird. Die beiden Firmen arbeiten zudem unter anderem bereits in der Produktion in Russland zusammen. Peugeot kooperiert mit mehreren Autobauern, darunter BMW und Toyota. "Dieses Mal passen die beiden Firmen vom Segment her besser zusammen, sie sind beide Massenhersteller", sagte Becker mit Blick auf eine engere Kooperation von PSA und Mitsubishi.

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