Mitsubishi Evo IX von Norris Designs

Mitsubishi Evo IX von Norris Designs Mitsubishi Evo IX von Norris Designs

Mitsubishi Evo IX von Norris Designs

— 02.02.2006

King Evo

Der Norris Designs Evo IX mit kurzem Radtstand und 852 PS setzt bisher unerreichte Maßstäbe – Viertelmeilen-Europarekord!

Einfach einzigartig, dieser Evo

Seit Jahrzehnten gibt es unter PS-Hungrigen eine Disziplin, die das ganze Können der Tuningbranche immer wieder aufs neue herausfordert: das Viertelmeilenrennen. Simon Norris und sein Team bei Norris Designs haben sich mit einem Mitsubishi Evo IX angeschickt, die Krone in diesem Wettbewerb nach Hause zu holen.

Doch nicht nur deshalb sorgt der in England aufgebaute Japaner immer wieder für verdutzte Gesichter. Einen zweiten Evo wie diesen gibt es nicht! Schon die Meßwerte lassen keine Diskussion aufkommen. 852 PS, 861 Newtonmeter Drehmoment, 9,7 Sekunden für die Viertelmeile, Höchstgeschwindigkeit 346 km/h. Damit ist er der schnellste Evo in Europa!

Zudem fehlen ihm gegenüber der Ausgangsbasis zwei Türen, 25,4 Zentimeter Länge und 7,6 Zentimeter Höhe. Dafür ist er aber viel, viel böser! Die Frage nach dem Warum ist schnell beantwortet. "Warum nicht?" grinst Simon Norris, das 28-jährige Genie hinter Norris Designs. "Wir brauchten Ersatz für unseren Evo VII und mußten etwas noch Brutaleres auf die Räder stellen, um uns von anderen Tunern abzuheben und neue Maßstäbe zu setzen."

852 PS dank Radikalkur

So weit, so gut – aber wie kommt man auf über 800 PS? Norris Designs experimentiert laufend, um die bisherigen Aggregate mit 596 und 783 PS weiterzuentwickeln. Schließlich verdankt die Firma diesen Motoren ihren guten Ruf. "Wir hatten einige Ideen und fingen an, mit Nockenwellen und Turbos rumzuprobieren, bis die richtige Kombination rauskam", erklärt Simon. "Wir machen alles Schritt für Schritt und testen alles auf dem Prüfstand, bevor wir weitermachen. Der Prüfstand ist für uns lebensnotwendig. Ich habe bestimmt schon insgesamt 30 Tage damit verbracht, Evo- Motoren auf dem Prüfstand abzustimmen – und Hunderte von Diagrammen als Beweis!"

Und was kam nun beim Evo IX raus? "Ich hatte auf 863 PS gehofft, das sollte der Abgasturbolader eigentlich bringen. 852 PS sind aber auch nicht schlecht", sagt er. "Die Leistung ist mir auch nicht so wichtig wie die Drehzahl, bei der sie abgegeben wird.

Im Moment wird die maximale Power bei 4300 Umdrehungen erreicht, was angesichts der Größe des Turbos ziemlich gut ist. Mit einem 2,0-Liter-Block wäre das unmöglich gewesen, deswegen haben wir uns für eine 2,3-Liter-Version entschieden." Trotz der vielen Rösser gesteht Simon, das bald noch mehr zu erwarten ist. "Nicht daß man soviel Power je braucht, der Wagen ist jetzt schon wahnwitzig schnell", gibt Simon mit breitem Grinsen zu.

Schnell genug, um gleich beim Debüt einen neuen europäischen Evo-Viertelmeilen-Rekord in den Asphalt zu meißeln, obwohl er erst am Abend zuvor fertiggestellt worden war. Zeiten gefällig? 10,2, 10,1, 9,7 und 9,8 Sekunden. Keine Mogelpackung also. Und das mit lediglich 1,9 Bar Ladedruck und Straßenreifen. Und wenn Simon sich richtig anstrengt? "Ich glaube, acht Sekunden wären drin – und ich würde zu gerne der erste in England sein, der das schafft", lacht er.

Mehr Ideen als Arbeit

Die Karosserie steht der explosiven Leistung in nichts nach. "Man muß immer mit neuestem Material arbeiten", erklärt Simon. "Ich hatte schon einen Evo VIII MR RS, also mußte es ein IXer sein. Aus Japan kam nur die Rohkarosse – zu der Zeit konnte man hierzulande keinen IXer kaufen, und selbst wenn, hätte es sich für uns nicht gelohnt, weil wir das meiste davon sowieso weggeworfen hätten. Erst mal ging es am Computer mit Photoshop los, und wir hatten etwa 20 Bilder des Wagens, bevor wir überhaupt angefangen haben zu bauen."

Der Mitsubishi basiert auf einem Audi Sport Quattro – einer von Simons Lieblingswagen. Zudem liegt der Schwerpunkt dank der kürzeren und niedrigeren Karosse tiefer. Bremsen und Handling verbessern sich dadurch erheblich.

Die Bearbeitung der Rohkarosse fand ausnahmsweise nicht bei Norris Designs statt, sondern bei Simpson Motorsport. Simon überließ den Experten seine PC-Ideen und ließ sie einfach machen. "Sie haben das Dach abgeschnitten und danach das Auto in zwei Hälften geteilt." Das Ergebnis ist einfach beeindruckend. Wenn man es nicht besser wüßte, würde man vermuten, daß Mitsubishi tatsächlich einen zweitürigen Evo anbietet.

Facts zum Evo IX von Norris



Das Auto soll aber nicht nur ein Viertelmeilen-König sein, sondern auch auf der Rennstrecke oder auf öffentlichen Straßen glänzen: Erstaunlicherweise ist er noch legal. "Ich kann es nicht rechtfertigen, soviel Geld auszugeben, um dann nur ein Auto für zehn Sekunden Rennen zu haben", sagt Simon. Wir reden übrigens von umgerechnet 146.000 Euro.

Der Evo ist so neu, daß einige Funktionen noch nicht fertiggestellt sind. Zum Beispiel funktionieren die Scheinwerfer nicht, was nächtliche Geschwindigkeitsorgien verbietet. Simon konnte aber einen schönen, wenn auch abrupt beendeten Tag auf der Rennstrecke einschieben. Er stellte den Ladedruck auf 1,6 Bar ein und drehte sich etliche Male bei hohem Tempo. Hat er denn auf der Piste neue Erkenntnisse gewonnen? "Ja, verdammt schwer zu fahren." Das hätten wir jetzt nicht gedacht!

Autor: Frank Wiesmann

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