Mitsubishi Galant (1993-1996)

Gebrauchtwagen Mitsubishi Galant Gebrauchtwagen Mitsubishi Galant

Mitsubishi Galant (1993-1996)

— 25.02.2002

Rennt bis zur Rente

Erst im Alter trumpft der große Mitsubishi so richtig auf. Seine solide Technik macht ihn zum Geheimtip.

Karosserievarianten und Motoren

Es gibt sie. Und sie sind mitten unter uns. Verkannte Genies. Typen, an die auf den ersten Blick keiner glaubt, die noch nicht einmal auf den zweiten Blick interessant werden. Der Mitsubishi Galant ist so einer. Als Neuwagen ein Mauerblümchen. In den ewigen Top 10 der meistverkauften Autos in Deutschland tauchte er nie auf. Strahlende Zulassungshelden wie der VW Passat verkaufen sich gleich zwölfmal besser.

Aber als Gebrauchter ist der Mitsubishi ein echter Geheimtip. Einer, bei dem sich der dritte Blick lohnt. Das gilt zumindest für die Galant-Generation von 1993 bis 1996. Die ist solide, anspruchslos und günstig. Egal ob mit Fließ- oder Stufenheck. So ungalant, wie der Galant auf viele wirkt, ist er gar nicht. Gleich zwei geschmeidige Sechszylinder (150/170 PS) sind im Angebot und treiben die Limousine über 200 km/h.

Der Vierzylinder (137 PS) macht dank Ausgleichswellen um seine Leistung auch nicht viel mehr Lärm als die Sixpacks. Und Zahnriemen müssen bei allen drei Motoren nach 90.000 Kilometern gewechselt werden. Weniger empfehlenswert sind der 1994 nachgeschobene 1,8-Liter-Vierzylinder mit 115 PS und der Diesel (90 PS) – beide haben mit der schweren Japan-Limousine ihre liebe Not.

Innenraum und Technik

Als fast rostlose Einöde offenbart sich das Bodenblech - Rostschutz in allen Ecken, nur an einem Träger wurde offenbar geschlampt, Flugrost setzte sich fest. Und am vorderen Längsträger finden sich braune Aufsetzschrammen. Nicht selten, denn der Träger sitzt sehr tief. Typisch sind allerdings beim Galant verrottete Endtöpfe. Das trifft besonders reine Stadtautos, die nie heiß genug werden, um das Kondenswasser aus dem Auspuff zu treiben. Ebenfalls bei vielen Stadtfahrern anzutreffen: ausgeschlagene Spurstangenköpfe - Folgen rüde überfahrener Bordsteinkanten. Und wer beim Parken dann noch aneckt, ärgert sich schnell über häßliche und teure Schrammen in den lackierten Stoßfängern.

Der Innenraum gefällt mit sauberer, knisterfreier Verarbeitung. Gewöhnungsbedürftig: Plastik und Polster fühlen sich billiger an, als sie tatsächlich sind. Schwachstellen: Die Gummikappe des Schalters der Innenraumbeleuchtung fällt oft ab. Der Kontaktstift sitzt im Türinnenrahmen, beim Ein- und Aussteigen bleibt die Kappe irgendwann auf der Strecke. Und die hinteren Türdichtgummis lösen sich mit der Zeit aus ihren Klipsen - etwas Klebstoff beseitigt das Ärgernis für immer.

Der Galant ist Reiselimousine pur. Stabiler Geradeauslauf, gutmütiges Kurvenverhalten, wenig Karosserieneigung. Wer das mit einem weich laufenden Sechszylinder verbindet, gleitet ungestört von Fahrgeräuschen dahin. Trotzdem sind gebrauchte Galant wenig begehrt. Selbst 95er Sechszylinder notiert DAT nur noch mit dem halben Neupreis. Unverständlich. Denn mit so einer Maschine unterm rostfesten Blech rennt der Galant fidel bis ins hohe Rentenalter.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1/77 Einführung der Mittelklasse-Limousine in Deutschland • 2/88 vierte Galant-Generation • 1/93 fünfte Auflage (intern E 50) als Fließ- und Stufenheck mit vier Motoren: 2.0 als Vier- und Sechszylinder (137/150 PS), 2.5-V6 (170 PS), 2,0-Liter-Diesel (90 PS); eine Allradversion • 3/94 neues Einsteigermodell: 1,8-Liter (115 PS) für 36.680 Mark • 3/96 Sondermodell "Exceed" 2000 V6 mit Klimaanlage, Alufelgen9/96 Produktionsende • 1/97 sechste Galant-Serie: neuer Kombi und Stufenheck, kein Fließheck mehr; nur noch Benziner als 2.0 und 2.5 (137/170 PS).

Schwachstellen • Auspuffendtopf im Dauerverschleiß: Exakt ab dem letzten Flansch beginnt das Ende regelmäßig zu vergammeln • Aufsetzspuren am vorderen Längsträger finden sich häufig, weil er sehr tief angesetzt ist - meist bleiben nur ein paar Schrammen • Türgummi an den hinteren Türoberkanten lösen sich oft aus ihrer geklipsten Halterung. Wer sie ankleben läßt, ist den Ärger dauerhaft los • Zahnriemen sind auch bei Mitsubishi kein Problem, sofern sie regelmäßig alle 90.000 Kilometer gewechselt werden. Beim Kauf das Scheckheft auf den Werkstatt-Eintrag kontrollieren • Kontaktlichtschalter (am unteren Innenschweller bei geöffneter Vordertür zu sehen) für die Innenbeleuchtung können klemmen, wenn die Gummischutzkappen wieder mal abgefallen sind

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Mitsubishi Galant 2.0 GLSi, 101 kW/137 PS, Baujahr 1994. Maßvolle Preise für die Mittelklasse, denn auch die japanischen Hersteller bieten mittlerweile Tauschteile (AT) an.

Fazit und Urteil

Fazit Der Galant ist ein solides Alltagsauto. Rostprobleme gibt es praktisch nie, nur der Endtopf ist besonders bei Stadtwagen schnell vergammelt. Und wer beim Parken stets schwungvoll über Bordsteine rumpelt, muß irgendwann in neue Spurstangenköpfe investieren. Ansonsten kommen Galant-Fahrer fast nur zu Inspektionen in die Werkstatt. Ob Diesel oder V6, die Motoren sind langlebig und standfest, solange der Zahnriemen alle 90000 Kilometer gewechselt wird. Für echten Fahrspaß sollten es aber schon mindestens zwei Liter Hubraum sein. Dabei läuft der seidige V6 natürlich dem Reihenvierer den Rang ab - und liegt dazu noch fast in der gleichen (günstigen) Versicherungstarifklasse.

AUTO BILD-Urteil: Sehr empfehlenswert

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