Mitsubishi kooperiert mit WeberHaus — 26.03.2010

Das Haus zum i-MiEV

Mitsubishi und WeberHaus haben ein gemeinsames Energiekonzept ausgetüftelt: Das "Plus-Energie-Haus" verorgt sich selbst mit Energie und hat dabei sogar noch was für den i-MiEV übrig.

Der Traum von der energieneutralen Mobilität bekommt eine neue Variante: Mitsubishi und der Fertighausspezialist WeberHaus kooperieren und kombinieren dabei das Elektroauto i-MiEV mit einem Haus, das mit der Kraft der Sonne Strom produziert. Und zwar viel mehr Strom, als zum Betrieb des i-MiEV notwendig ist. "Generation 5.0" heißt das Projekt, bei dem ein Plus-Energie-Haus samt Stromtankstelle nicht nur Futter für den i-MiEV liefert, sondern auch für Strom für den Haushalt und Wärme für die Zentralheizung. Und so funktioniert es: Das Haus hat einen rechnerischen Gesamtwärmebedarf von 10.850 Kilowattstunden (kWh). Der wird zu über 60 Prozent von einer thermischen Solaranlage gedeckt. So wird die Beheizung des Hauses mit 6315 kWh unterstützt. Durch die Photovoltaikanlage kommen weitere 10.569 kWh Energieertrag hinzu, was den Gesamtwert erzeugter Energie von 16.884 kWh ergibt: Das Haus produziert so einen Überschuss von fast 6000 kWh.

Blockheizkraftwerk vom Autohersteller: VW heizt das Haus

Die Stromtankstelle zum i-MiEV liefert WeberHaus gleich mit.

Die Stromtankstelle zum i-MiEV liefert WeberHaus gleich mit.

Dieser Überschuss kann dem i-MiEV zugutekommen. Bei einem Verbrauch von circa zwölf kWh auf 100 Kilometer und einer Jahresfahrleistung von rund 15.000 Kilometern verbraucht der Elektroflitzer rund 1800 kWh und kann dabei bares Geld verdienen: Wenn selbstproduzierte Energie auch selbst verbraucht wird, dann ist eine Vergütung von 25,1 Cent pro Kilowattstunde möglich. Das bedeutet bei den entsprechenden i-MiEV-Fahrleistungen einen Zuschuss von 450 Euro pro Jahr. Der rechnerische Überschuss an Energie von rund 4200 kWh kann in das Stromnetz eingespeist werden.

Klingt charmant, doch der i-MiEV ist kein billiges Vergnügen. In Japan kostet der Stromer etwa 34.000 Euro, hierzulande wird er ab Herbst 2010 als Leasing-Komplett-Angebot wohl mindestens 500 Euro monatlich kosten. Und das Plus-Energie-Haus kostet nochmal mindestens 115.000 Euro – ohne Innenausbau und Stromtankstelle. Umsonst ist das grüne Kombi-Paket also keineswegs. Und wann es genau kommt, ist auch noch unklar.

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Kommentare zum Artikel (10)

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KP
03.05.2010, 09:22Uhr

- Dann ist noch der Premium-Testfahrer der Fa. Mitsubishi-Motors persönlich zu erwähnen (Slashcaht San), der offensichtilich im stillen Kämmerlein schon 1000 Ladevorgänge des i-miev absoviert hat. Danke für den konstruktiven und Fakten-fundierten Beitrag.
- Und last and least "Mike", Finanzchef bei RWE, der uns über die Differenzierung von Energie- Selbstnutzung und Einspeisung aufklärt.

Die eigene Meinung zu äußern ist wichtig. Aber BITTE BITTE BITTE nicht nur die dummen Wichtigmacher! Das ist sehr anstrengend zu lesen. Danke!

KP
03.05.2010, 09:21Uhr

Wow, das Projekt zieht die größten Wissenschaftler der Welt in seinen Bann.
Wer hat ihr nicht alles schon alles gewirkt im Komentar-Feld:

-Da wäre der große Philosoph "lal" mit seinem weißen Einwand.
-Und Eriko, Professor für Aerodynamik und Elektrotechni vom Frauenhofer-Institut in München.

Daidriver
05.04.2010, 09:53Uhr

@Eriko:

Mit seinen 4 Sitzplätzen und 1.080 kg hat der i-MiEV doch ein super Leistungsgewicht. Wenn Sie mir ein Elektro-Fahrzeug mit besserem Leistungsgewicht zeigen können... nur zu.

Und falls nun das Argument kommt... sitzt doch ohnehin nur einer drin in so einem Auto. Ja, da gebe ich Ihnen Recht, von daher wären KLEINSTwagen, also Einsitzer und Zweisitzer mit 500 kg schon lange Pflicht. Aber einmal ehrlich:

Unsere Straßen werden von SUVs überschwemmt... da setzt sich kein Familienvater in so eine Konservendose. Selbst dieser i-MiEV ist hart an der Grenze, traurige Realität...

Daidriver
05.04.2010, 09:48Uhr

@slashcat:

Der Mitsubishi "i" (die Benzinversion dieses Gefährts), bringt mit seinen 94 Nm ab Motor satte 1.562 Nm auf die Räder, wenn man will auch auf alle vier, denn es gibt ihn auch mit Allrad (so wie viele Kei-Cars in Japan).

Man darf nunmal nicht vergessen, dass zwischen Motor und Rad noch ein Getriebe sitzt, das Drehmoment wird eigentlich immer gewandelt. Deshalb sind Drehmomentangaben bei Elektrofahrzeugen mit Vorsicht zu genießen, das Drehmoment ab Motor allein sagt nichts aus...

Daidriver
05.04.2010, 09:38Uhr

@Eriko:

So einen Klein(st)wagen kann man problemlos mit 4 Liter/100 km fahren, also 35,6 KWh/100 km an Primärenergie (aus Benzin), davon kommen 9 kWh auf der Straße an. Da die Umwandlung von chemisch gebundener in elektrische Energie wegfällt (dadurch wird es ein lokales Zero-Emission-Car), sind 18 kWh/100 km ein Wert, den man leicht erreichen kann.

Immerhin läuft so ein Elektromotor nur wenn man ihn braucht und gewinnt sogar Energie zurück.
Wie das mit der Heizung aussieht, wie diese die Reichweite beeinflusst... nun gut...

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