Mitsubishi-Krise

Was wird aus Mitsubishi?

Mitsubishi-Krise

— 30.04.2004

Was wird aus Mitsubishi?

Die wichtigsten Fragen nach dem Rückzug von DaimlerChrysler. Mitsubishi-Sprecher Helmut Bauer gibt die Antworten.

Colt-Kauf ohne Risiko

Paukenschlag in der Autoindustrie. DaimlerChrysler (DC) verweigert die dringend nötige Kapitalerhöhung von drei bis 4,5 Milliarden Euro bei Partner Mitsubishi und beendet damit faktisch sein Engagement bei dem japanischen Unternehmen. Mitsubishi-Chef Rolf Eckrodt trat am vergangenen Montag (26. April) zurück.

Während Wirtschaftsexperten die (Asien-)Strategie von DC-Boss Jürgen Schrempp für gescheitert erklären und bereits über seine Nachfolge spekulieren sowie die Auswirkungen für Mercedes-Benz und Chrysler diskutieren, scheint das Schicksal von Mitsubishi ungewiss. Fakt ist: Anstelle von DC werden sich die verbliebenen Anteilseigner Mitsubishi Heavy Industries, die Mitsubishi Corporation sowie die Bank of Tokyo-Mitsubishi verstärkt bei der Autofirma engagieren. "Für das Deutschland-Geschäft bleibt nach jetzigem Stand alles unverändert", ist sich Mitsubishi-Sprecher Helmut Bauer sicher. Trotzdem drängt sich für Mitsubishi Kunden mehr als eine Frage auf:

Kann ich den neuen Colt jetzt noch beruhigt kaufen? Ja. Der Colt ist eine Gemeinschaftsproduktion mit Smart und kommt am 5. Juni planmäßig auf den Markt. Die Dieselversion wird mit CDI-Triebwerken von Mercedes-Benz ausgeliefert.

Ist die Ersatzteilversorgung auch auf Dauer gesichert? Ja. Auf die Teileversorgung hat der Rückzug von DC keinen konkreten Einfluss.

Was passiert mit den Vertragshändlern? Zurzeit gibt es 622 Mitsubishi-Vertragshändler in Deutschland plus 80 Servicebetriebe. "Die bleiben erhalten. In Ballungsräumen suchen wir sogar neue Händler", so Helmut Bauer.

Absatzsteigerung geplant

Prof. Ferdinand Dudenhöffer, Automobilwirtschaftler an der FH Gelsenkirchen, dagegen befürchtet, dass neben dem Image von Mitsubishi auch der Wiederverkaufswert der Fahrzeuge leiden könnte. Dudenhöffer wie auch internationale Analysten glauben, dass Mitsubishi ohne strategischen Partner nicht lange überlebt.

Dass DaimlerChrysler die Reißleine zog, überraschte selbst gut informierte Marktbeobachter. Denn nach vierjähriger Partnerschaft werden jetzt endlich Ergebnisse sichtbar. Und zwar gute: Mit 13 Fahrzeugen in der aktuellen Modellpalette ist Mitsubishi ordentlich aufgestellt. Bauer: "Für die Produktentwicklung war das Daimler-Engagement sehr positiv." Meistverkauftes Modell ist der Space Star. Ganz frisch auf dem Markt ist der siebensitzige Grandis. Im September folgt der Outlander Turbo und im Januar nächsten Jahres der dreitürige Colt CZ 3.

Gegenüber 2003 will Mitsubishi den Absatz in Deutschland dieses Jahr um 20 Prozent auf 45.000 Autos erhöhen. Ob das angesichts verunsicherter Händler klappt? Helmut Bauer ist da optimistisch: "Die Stimmung in den Autohäusern wird durch die Produkte geprägt. Nicht durch die Meldungen auf den Wirtschaftsseiten."

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