Mitsubishi-Krise

Mitsubishi-Krise

— 04.05.2004

Stuttgarter Konfusion

Auswirkungen des Mitsubishi-Debakels: Hubbert bleibt, Bernhard geht. Und DC hält an seinem japanischen Aktienpaket fest. Vorläufig.

DaimlerChrysler (DC) will seine Beteiligung an Mitsubishi aufrecht erhalten – das schrieb der Vorsitzende Jürgen Schrempp am Freitag (30. April) in einem Brief an die Mitarbeiter. Klare Worte, nachdem DC als größter Aktionär eine Kapitalerhöhung abgesagt und Trennungs-Spekulationen ausgelöst hatten.

Nach Informationen der Financial Times wollen beide Unternehmen nun über eine Verringerung des DaimlerChrysler-Anteils von 37 Prozent auf 33 oder 20 Prozent beraten. Das würde automatisch passieren, wenn im Zuge einer Kapitalerhöhung neue Mitsubishi-Aktien ausgegen werden. Außerdem werde DaimlerChrysler "nicht mehr an Kapitaleröhungen oder sonstigen finanziellen Unterstützungen für Mitsubishi teilnehmen", bestätigte ein DC-Sprecher nochmals gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Zwischenzeitlich ist es in beiden Konzernen zu Personalentscheidungen gekommen. Nach dem Rücktritt von Rolf Eckrodt übernimmt Yoichiro Okazaki den Mitsubishi-Chefposten. Der entschuldigte sich gleich vorweg, er habe von Autos wenig Ahnung. Als Ex-Heavy-Industries-Mann habe er aber Erfahrung im Konzernmanagement. "Mitsubishi Motors steht vor ihrer größten Herausforderung, einer, die sogar die Existenz des Unternehmens gefährdet", sagte der neue Chef. Damit verband er den Appell, Mitsubishi müsse sich wieder mehr "auf japanische Tugenden, zum Beispiel handwerkliches Geschick" besinnen.

Mitsubishi braucht einen neuen Sanierungsplan, DC ein neues Management? Im Rahmen der Japan-Krise soll es zwischen Jürgen Schrempp und Mercedes-Chef Jürgen Hubbert zu Auseinandersetzungen über die künftige Ausrichtung der Mercedes Car Group (Mercedes-Benz, Smart, Maybach) gekommen sein. Während Schrempp trotz seiner Niederlage vom Aufsichtsrat gestützt wurde, heißt der neue Verlierer Wolfgang Bernhard: Der gefeierte Chrysler-Vize sollte den Mercedes-Chefposten im August 2004 von Hubbert übernehmen – jetzt heißt es, Bernhard werde den Konzern bald verlassen. Ein Nachfolger wurde noch nicht bekannt, obwohl der Vertrag mit Hubbert im April 2005 endet.

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