Mitsubishi-Krise

Mitsubishi-Krise

Mitsubishi-Krise

— 31.01.2005

Hart am Abgrund

Mitsubishi senkt erneut die Prognosen und braucht schon wieder eine Kapitalerhöhung. Grund: Das Vertrauen der Käufer ist futsch.

Immer weniger Mitsubishi-Händler

Wie sehr die Marke Mitsubishi Motors angekratzt ist, verraten kleine Details im neuen Rettungsplan: Für Japan wurden die Verkaufsprognosen für 2006 nochmals um 100.000 auf 250.000 Autos zurückgeschraubt, die Händlerzahl wird von 929 auf etwa 800 reduziert. Die Fremdfertigung für andere Marken soll hochgefahren werden. Mitsubishi zieht immer weniger Käufer an, denn jahrelang wurden Fehler vertuscht und Rückrufaktionen vermieden.

Das im Mai entworfene Umstrukurierungsprogamm trägt nicht mehr, abermals sind eine Kapitalerhöhung und neue Kredite nötig, um den viertgrößten Autobauer Japans über Wasser zu halten. Weniger als ein Jahr im Amt gaben Vorstands-Chef Yoichiro Okazaki und Präsident Hideyasu Tagaya auf, übernahmen die Verantwortung für die unverändert schlechte Ertragslage der Mitsubishi Motors Corp. (MMC). Großaktionär Mitsubishi Heavy, der schon Okazaki geschickt hatte, entsandte als Aufseher der Sanierung Aufsichtsratschef Takashi Nishioka.

DaimlerChrysler beteiligt sich seit Frühjahr 2004 nicht mehr finanziell an der MMC-Sanierung. In einer Nacht- und Nebelaktion hatte sich der Aufsichtsrat damals entschlossen, MMC weitere finanzielle Mittel zu verweigern. Der in Tokio von dieser Entscheidung überraschte MMC-Chef Rolf Eckrodt trat kurz darauf zurück.

DaimlerChrysler will Entschädigung

Für die insgesamt 140 Milliarden Yen teure Übernahme von 65 Prozent der nicht börsennotierten Anteile der Nutzfahrzeugtochter Mitsubishi Fuso verlangen die Stuttgarter nun Entschädigung, berufen sich auf eine Sicherungsklausel im Kaufvertrag. MMC wolle 70 Milliarden Yen (520 Millionen Euro) zahlen, 50 Milliarden in Fuso-Aktien und 20 Milliarden in Bargeld, berichtete die Wirtschaftszeitung Nihon Keizai.

Fuso hatte wegen Qualitätsmängeln, die vor Eckrodts Zeit vertuscht worden waren, in Japan eine halbe Million Fahrzeuge zurückrufen müssen. Die Kosten für diese Rückrufaktionen, für Qualitätsverbesserung und Kontrolle wurden in Stuttgart mit 470 Millionen Euro veranschlagt.

Schon 2004 mußten MMC 496 Milliarden Yen (3,7 Milliarden Euro) Finanzhilfen zugeführt werden. Die Stuttgarter Beteiligung schmolz auf gut 20 Prozent und wird wegen der neuen Sanierungspläne nochmals kleiner. Nun sollen insgesamt 270 Milliarden Yen aus dem Mitsubishi-Clan fließen. Außerdem strebt MMC neue Kredite in Höhe von 270 Milliarden Yen an, darunter auch Staatshilfe. Die Gewinnzone will Mitsubishi jetzt erst im Bilanzjahr, das am 31. März 2007 endet, erreichen. Dann soll der Konzerngewinn nach Steuern acht Milliarden Yen betragen. Laut Berichten muß MMC für 2005 mit einem Verlust von 470 Milliarden Yen rechnen.

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