Mitsubishi L 300 (1987-1998)

Gebrauchtwagen Mitsubishi L 300 Gebrauchtwagen Mitsubishi L 300

Mitsubishi L 300 (1987-1998)

— 25.02.2002

Billiger Bus

Familienausflüge zum Spartarif: Der Mitsubishi L 300 ist anspruchslos und gebraucht für kleines Geld zu kriegen

Marktlage und Karosserie

Wenn der Kombi fürs Familiengepäck plus Hund nicht mehr reicht, landen Eltern irgendwann in der Van- und Busabteilung der Autohändler. Und fallen genauso schnell wieder raus, wenn sie die stolzen Preise für gebrauchte VW Busse T4 oder Renault Espace sehen. Einzige Ausnahme: der deutlich günstigere Mitsubishi L 300.

Schon neu war der seit 1980 gebaute Kleinbus immer ein Billigheimer, gebraucht liegt er im selben Alter mindestens 5000 Mark unter dem Espace. Klar, der japanische Minibus hat weder das Image noch die Solidität der Konkurrenz. Doch mit der zweiten Generation ab 87 wurde eine höhere Reife erreicht.

Das gilt vor allem für den besseren Rostschutz, der beim Vorgänger nur auf dem Papier bestand. Unser 95er Testmodell mit knapp 100.000 Kilometern enttäuschte insofern nicht. Lediglich die Leitungen der Zusatzheizung für den Fahrgastraum waren ausgebessert, und an der Stoßstange hinten gab es kleine Rostblasen unterm Lack.

Motor und Technik

So sauber geht es an der Vorderachse nicht zu. Spiel in den Traggelenken, bei Spurstangenköpfen und in den Buchsen der Koppelstangen der Stabis sind typisch beim L 300. Die Vorderachsgeometrie lässt sich zudem so schlecht einstellen, dass die Reifen ungleich ablaufen und alle 30.000 Kilometer neue fällig werden. Das ist besonders wichtig, weil die Fahreigenschaften des Leichtgewichts (1400 Kilo) bei Nässe oder Seitenwind schnell kriminell werden.

Deshalb rechtzeitig Fuß vom Gas, auch wenn der Minibus mit dem empfehlenswerten Zweiliter und 90 PS sehr spurtstark ist. Der Verbrauch von knapp 13 Litern ist noch angemessen. Wer aber den 2,4-Liter (112 PS) scheucht, verbraucht locker 20 Liter Normalbenzin.

Dafür versöhnen die Zuladung (825 Kilo), die einfache, aber reichliche Bestuhlung (Kombi: sechs, Luxus: sieben, Allrad: acht, Standard: neun) und die solide Ausstattung der Busvarianten. Weniger gesucht und wegen der Lkw-Einstufung teuer (2000 Mark Haftpflicht bei 100 Prozent) sind die Kastenwagen. Begehrter sind die Vielsitzer. Denn billiger kann keiner eine Luxus-Busreise anbieten.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 3/80 Produktionsbeginn der ersten Generation in Japan. Varianten der Leiterrahmenkonstruktion: Bus, Kasten, Pritsche, Kabine. Nur ein 1,7-Liter-Benziner mit 65 PS. Bus ab 15.590 Mark 2/87 Modellpflege (zweite Generation): schnittigere Front, mehr Rostschutz (sechs Jahre Garantie), Allradversion. Motoren: 1,6/70 PS, 2,0/90 PS, 2,5 D/70 PS. Bus ab 23.880 Mark 3/90 siebensitziges Busmodell Luxus mit Panorama-Dach, Servo, elektrischen Rollos und 90 Kat-PS für 31.500 Mark 6/98 Verkaufsende Bus. Nur noch Kastenmodelle mit 2,5 D/70 PS, Nachfolger als sechssitziger Kombi: L 400 mit 2,5 D/87 PS

Schwachstellen • Lenkung mit Schwächen: Die Traggelenke schlagen aus. Auch die Koppelstangen der Stabilisatoren klappern mit der Zeit in den Buchsen und machen dann vor allem bei Kurvenfahrten schlagende Geräusche. Anfällig sind zudem die Spurstangenköpfe • Ventildeckel sind meist nicht ganz dicht. Durchgebrannte Kopfdichtungen sind seit 87 seltener auf die Motoren, sondern auf nachlässige Wartung zurückzuführen, weil zur Ölkontrolle der Beifahrersitz hochgeklappt werden muss. Erst 94 spendierte Mitsubishi einen warnenden Ölstandsgeber • Getriebe mit zu schwacher Synchronisation des zweiten Gangs • Vorderreifen laufen aufgrund der Vorderachskonstruktion schief ab • Keilriemen reißen bei alten Modellen leicht. Breitere Riemen ab 90

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Mitsubishi L 300 Bus, 2.0 G-Kat, 66 kW/90 PS, Baujahr 1994. Keine Sonderangebote, aber noch zumutbare Preise. Nur der Stoßfänger fällt laut DAT-Kalkulation völlig aus dem Rahmen.

Fazit und Expertentipp

Fazit "Fahren und vergessen – treffender lässt sich der pflegeleichte L 300 nicht beschreiben. Wer die Intervalle für die Zahnriemen alle 90.000 Kilometer beachtet und gelegentlich nach dem Öl schaut, hat kaum Ärger. Kleinigkeiten gibt es trotzdem. Auffällig sind undichte Ventildeckel und rasch verschlissene Kupplungen. Auch typisch: ausgeschlagene Spurstangenköpfe und Koppelstangen der Stabilisatoren. Fast schon ein Markenzeichen sind die unrund ablaufenden Reifen aufgrund der Konstruktion der Vorderachse. Nach 30.000 Kilometern sind meist neue fällig. Bei den Motoren empfiehlt sich der Zweiliter. Nicht so schwach wie der 1.6er und nicht so durstig wie der große 2.4er." Kfz-Meister Ralf Schmechel, Tornesch

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