Mitsubishi Lancer Ralliart

Mitsubishi Lancer Ralliart

— 12.06.2008

Im Bunde der Dritte

Salamitaktik auf japanisch: Mitsubishi schnipselt zwischen Lancer Sportback und Evolution noch eine weitere Sparte heraus und platziert in das Mini-Segment den Ralliart. Wie der Sportback hat er in Paris Premiere.

Dass die Marke Lancer in Europa weniger den dynamischen Sportfreund als den gemütlichen Fuhrmann verkörpert, scheint Mitsubishi nachhaltig zu wurmen. So sehr, dass nach rund 25 Jahren die Typenfamilie Lancer ein drittes Rad, äh, nein, Familienmitglied bekommt: Auf der Paris Motor Show 2008 präsentiert der Hersteller den Ralliart, der hinsichtlich seines Charakters und seiner Leistung in die Mini-Lücke zwischen Sportback und Evolution gequetscht wird. Den Namen hat Misubishi von seiner Motorsport-Tochter Ralliart Inc. entlehnt, die seit 2004 als Gassner Rallisports Inc. firmiert. Technisch zeigt sich das neue Modell als abgespeckte Version des Evolution – das Verhältnis der beiden ist vergleichbar mit dem zwischen einem Freizeit- und einem Leistungssportler.

Das spoilerbekrönte Fließheck Ralliart ist als Vier- oder Fünftürer ausgelegt und wie der Evolution zur Gewichtsersparnis mit einer Alu-Motorhaube ausgerüstet. Vom starken Bruder hat er auch den 2.0-Turbomotor MIVEC 4B11, dem allerdings die Kandare angelegt wurde: Mit 240 PS leistet die Ralliart-Maschine etwa 55 PS weniger als im Evolution. Die Übernahme bewährter Evolution-Technik setzt sich beim Doppelkupplungsgetriebe fort, dem lediglich das "Super Sport"-Schaltprogramm fehlt. Auch im Antrieb fehlen einige besondere Finessen des Sportwagens. In beiden Modellvarianten, Sportback und Ralliart, wird übrigens auch der neue "grüne" Dieselmotor 4N13 nageln, der die Abgasnorm Euro 5 einhält und ab dem kommenden Frühjahr auf den Markt kommt.

Wie der Ralliart wird auch der fünftürige Sportback in Paris erstmals zu sehen sein.

Der Sportback, von Mitsubishi als Volumenmodell der Lancer-Familie vorgesehen, ist im Design nahe der Studie "Concept-Sportback" angesiedelt, die 2005 entwickelt wurde. Die agressive "Jetfighter"-Nase in der Front wurde übernommen, ebenso die Heckpartie mit steil abfallender Dachkante. Der Sportback wird 4,58 Meter lang – im Innern bietet er dank umklappbarer Rücksitze überdies satt Platz für bis zu 1394 Liter Ladung; das sind immerhin nur 100 Liter weniger als beim Mittelklassekombi Citroën C5 Tourer. Angetrieben wird er wahlweise mit 143 PS aus einem 1,8 Liter Benziner oder 140 PS aus dem 2,0 Liter großen Diesel), die auch in der viertürigen Limousine arbeiten. Neu ist ein 109 PS starker Benziner mit 1,5 Liter Hubraum. Als Getriebevarianten stehen ein manuelles Fünfgang-, ein manuelles Sechsgang- (nur Diesel) und ein 6-Stufen-CVT-Getriebe mit Lenkrad-Schaltwippen und "Sports-Mode" zur Verfügung. Eingeführt wird der Lancer Sportback im Herbst 2008. Die beiden neuen Fahrzeuge sind vom 4. bis 19. Oktober auf der Paris Motor Show 2008 zu sehen sein.

Autor: Roland Wildberg

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