Mitsubishi Space Wagon (1991-1999)

Gebrauchtwagen Mitsubishi Space Wagon Gebrauchtwagen Mitsubishi Space Wagon

Mitsubishi Space Wagon (1991-1999)

— 25.02.2002

Der Familien-Freund

Er nimmt alle(s) mit: Der Mitsubishi Space Wagon war die erste Großraum-Limousine - aber leider nicht zu Familienpreisen.

Karosserie und Motor

Wie haben kinderreiche Familien bloß ihren Nachwuchs transportiert, bevor die Minivans erfunden wurden? Fest steht, daß Mitsubishi mit dem siebensitzigen Space Wagon Premiere feierte, noch bevor Renault als erster Europäer mit dem Espace nach vorn fuhr. Ein verlorener Vorsprung, denn andere Hersteller haben zügig aufgeholt, während sich die japanischen Marktstrategen mit einem sanften Facelift im September 91 begnügten.

Die angeborenen Vor- und Nachteile des ersten Space Wagon erbte aber auch die jüngere Generation. Wesentlicher Fortschritt beim Nachwuchs: Die verhängnisvolle Rostneigung der ersten Baureihe bis 91 wurde beseitigt. Die aktuelle Generation gammelt so gut wie gar nicht, Rostpickel deuten also meist auf Lack- oder gar versteckte Unfallschäden hin. Geblieben ist aber die Unübersichtlichkeit nach vorn – die lange Nase haben die Fahreltern beim Einparken nicht im Blick. Deshalb treten auch typischerweise Schäden an Reifen und Fahrwerk auf, besonders rechts vorn. Also ruhig mal einen Blick auf die Felge werfen, tiefe Schürfwunden am Außenrand lassen auf rabiate Parkkünste schließen.

Zu Beginn des 91er Facelifts standen zwei 1,8-Liter zur Wahl: ein Benziner mit 122 PS und ein Turbodiesel mit 75 PS. Danach wurde der Hubraum im Juli 92 um 200 Kubikzentimeter aufgestockt, und die Leistung kletterte auf 133 und 82 PS – der etwas zähe Diesel verschwand 96 wieder von der Bildfläche. Schäden an den Triebwerken sind selten. Nur vereinzelt verabschieden sich die Lichtmaschinen, und bei sechsstelligem Tachostand treten auch schon mal Ölleckagen auf. Alles andere ist reine Verschleißsache: Im Stop and go des Stadtverkehrs wird keine Kupplung alt, Kavalierstarts mit eingeschlagener Lenkung ruinieren jede Antriebswelle. Größtes Manko des Space Wagon ist der hohe Spritverbrauch, bedingt durch das hohe Gewicht und die mächtige Stirnpartie.

Innenraum und Fahrwerk

Wichtigster Kaufgrund für den Minivan ist natürlich die Möglichkeit, mehr Leute als in einer stinknormalen Limousine mitzunehmen. Der Space Wagon bietet bis zu sieben Sitze (2-3-2), auch wenn die winzige Bank im Heck am ehesten Kindern gefallen dürfte. Die haben dafür aber meist einen Heidenspaß in dem Verlies hinter der Heckklappe. Das eigentliche Problem des Space Wagon: Bei voller Bestuhlung gestattet der mickrige Kofferraum jedem Passagier gerade noch eine Handtasche. Wird die Kinderbank eingeklappt, wächst das Gepäckabteil zwar auf die Dimension normaler Kombis - allerdings können jetzt nur fünf Leute Platz nehmen. So wie in jedem (preiswerteren) Kombi.

Etwas enttäuschend wirkte die Verarbeitungsqualität unseres Testautos. Es stammte aus dem Juni 94, hatte 64.000 Kilometer drauf – und klapperte wie eine Sammeldose des Caritas-Verbands. Schade, denn Sitze und Teppiche waren noch tadellos. Beim ersten Eindruck überwiegt vor allem die Handlichkeit des stattlichen Fahrzeugs. Die geht dafür auf Kosten des Geradeauslaufs, der bei hohem Tempo für einen Fronttriebler bemerkenswert unsauber ist. Auch genügt schon ein Hauch von Seitenwind, um den Space Wagon vom Kurs abzubringen. Immerhin ist ABS seit Juli 92 Serie, Airbags gab es dagegen erst ab 95.

Space Wagon sind selten – so selten, daß wir für unsere Aufnahmen auf einen privaten zurückgreifen mußten. Manche Händler führen deshalb Listen mit Interessenten, falls mal einer in Zahlung gegeben wird, und nehmen entsprechende Preise. Da lohnt es sich dann schon, mal bei der Konkurrenz zu schnuppern.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/83 Vorstellung der Großraum-Kombi-Limousine mit sieben Sitzplätzen auf der IAA 8/86 Modellpflege - Kat-Motoren 9/91 Neuauflage runder mit Dachreling und C-Säule in Wagenfarbe; zwei Motoren: 122 PS (Otto) und 75 PS (Diesel); auch als Allrad-Version 7/92 Neuer Benziner mit 133 PS und neuer Turbodiesel mit 82 PS lösen alte Motoren ab 3/96 Sondermodell MX mit ABS, Klimaanlage und LM-Felgen.

Schwachstellen • Ölverlust an Motor und Getriebe • Rost an Kanten, Türen und Klappen (erste Serie bis 91) • Batterie entladen/defekt • Klappergeräusche im Innenraum • Antriebswellen knacken • Endschalldämpfer schnell durchgerostet • Lichtmaschine defekt • Stoßdämpfer undicht/verschlissen.

Reparaturkosten Viel vom Schrotti ist bei der kleinen Stückzahl nicht zu erwarten – leider! Vorsicht also: Die gängigen Reparaturkosten dieser Familienkutsche killen schnell die Haushaltskasse.

Fazit und Urteil

Fazit Bei den Minivans hatten die Japaner auch mal die Nase vorn. Schade nur, daß sie seitdem nicht viel unternommen haben, um diesen Vorsprung auszubauen. Auch die zweite Auflage des Space Wagon seit 91 kann nichts wesentlich besser als ihr Vorgänger, obwohl sie mehr kostet. Einziger Störfaktor: der kleine Kofferraum bei siebenköpfiger Besatzung. Normale Kleinfamilien haben da naturgemäß mehr Spaß im Space.

AUTO BILD-Urteil: Sehr empfehlenswert

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