Mitsubishi Space Wagon (ab 1998)

Gebrauchtwagen Mitsubishi Space Wagon Gebrauchtwagen Mitsubishi Space Wagon

Mitsubishi Space Wagon (ab 1998)

— 20.06.2002

Reichlich Raum für Ärger

Beim Mitsubishi Space Wagon sind nicht nur die Sitze fest eingebaut, sondern auch einige Überraschungen.

Technik und Motor

Wer sich für eine Großraumlimousine entscheidet, möchte entweder mehr als fünf Personen transportieren oder benötigt einen besonders großen Kofferraum. Mit beidem ist es so eine Sache im aktuellen Mitsubishi Space Wagon – er bietet maximal zwar sechs Personen Platz, doch in diesem Marktsegment geben seit Jahren Siebensitzer wie Opels Zafira oder der VW Sharan den Ton an.

Auch das Gepäckabteil macht dem Namen des Mitsubishi – Space bedeutet Raum – nur wenig Ehre. Die maximal 1930 Liter Kofferraumvolumen (bei ausgebauter hinterer Bank und vorgeklappter zweiter Reihe) lassen sich ebenso in die Langausführung der Mercedes A-Klasse füllen. Störend am Space Wagon ist vor allem, dass sich die beiden Einzelsitze in der Mitte nicht entnehmen, sondern nur umklappen und in Längsrichtung verschieben lassen. Das war schon bei Einführung 1998 nicht mehr Stand der Technik.

Auf der Höhe der Zeit befindet sich dagegen der direkt einspritzende GDI-Benzinmotor. Probleme sind von dem kräftigen und laufruhigen Vierzylinder nicht bekannt geworden, die gelegentlichen Ventilschäden der ersten GDI-Generation scheint Mitsubishi also abgestellt zu haben. Mehr Probleme bereitet der Antriebsstrang: Die Kupplung gilt als verschleißanfällig, und auch von Getriebeschäden wissen Kunden zu berichten. Dazu zeigt der Space Wagon für einen Japaner einen zu großen Drang, sein Öl zu verkleckern.

Fahrwerk und Verarbeitung

Eher von den Fahrgewohnheiten abhängig ist dagegen der Verschleiß am Fahrwerk. Wer ständig im Stand am Lenkrad kurbelt, braucht sich über ausgeschlagene Spurstangen nicht zu wundern. Und die Lebensdauer der Bremsen hängt zum großen Teil vom Tempo ab. Wobei die Anlage für rund 2,2 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht schon etwas knapp dimensioniert ist und der Space Wagon obendrein zum zügigen Gleiten animiert.

Denn auf der Autobahn entfaltet die Großraumlimousine Langstreckenqualitäten: Wer nicht gerade auf der Notbank in der letzten Reihe Platz nehmen muss, sitzt bequem und dank serienmäßiger Klimaanlage auch gut gekühlt, genießt den weichen Lauf des von zwei Ausgleichswellen kultivierten Motors und den niedrigen Geräuschpegel. Zumindest solange die Straße gut ist. Denn auf Unebenheiten entfachte der erst 48.000 Kilometer junge Testwagen ein wahres Klapperkonzert. Armaturenbrett, Ablagen, Sitze, Verkleidungen – alles schepperte im Takt der Bodenwellen. Kein Einzelfall, wie uns Leser bestätigen.

Außerdem klagen viele über den schmutzempfindlichen Teppichboden, der schnell die Farbe der grauen Innenausstattung annimmt und bei intensiven Reinigungsprozeduren sofort verfilzt. Doch das sind Peanuts, wie ein Blick aufs Bodenblech zeigt: Es ist an vielen Kanten angerostet, teilweise schon unterrostet – nach nur zwei Jahren. Kontrollen an weiteren Fahrzeugen zeigen das gleiche Bild. Es sieht so aus, als seienim Mitsubishi Space Wagon also nicht nur die Sitze fest eingebaut, sondern leider auch der Rostteufel.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 8/86 Modellpflege, Kat-Motoren lieferbar 9/91 Neuauflage mit runderer Karosserie, auch als Diesel und mit Allradantrieb lieferbar 7/92 neue Motoren 9/98 Einführung der aktuellen Modellreihe (Typ N 50) mit 2,4-l-GDI-Motor und drei Ausstattungsversionen, auch mit Allrad lieferbar 9/00 leichtes Facelift, Motorleistung von 150 PS auf 147 PS gesenkt, nur noch zwei Ausstattungslinien: Cool und Motion

Schwachstellen • Auspuffanlage zeigt sich nicht sehr widerstandsfähig gegen Rost, wie unser nur zwei Jahre alter Testwagen beweist • Bremsscheiben haben mit dem hohen Gewicht des Space Wagon ihre liebe Not, verschleißen schnell und neigen zum Rubbeln • Lenkgelenke weisen oft schon nach geringen Kilometerleistungen Spiel auf – Spurstangen öfter prüfen • Achslager zeigen oft Verschleiß an den Gummibuchsen, betroffen ist vor allem die Hinterachse • Innenausstattung lässt mit diversen Klapperquellen von sich hören, die Teppiche werden auch bei guter Pflege schnell unansehnlich

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Mitsubishi Space Wagon 2.4 GDI, 110 kW/150 PS, Baujahr 99. Familiensinn zeigen die Japaner bei der Preisgestaltung nicht, vor allem Anlasser und Wasserpumpe kommen unerwartet teuer.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Unterm Strich bereitet nur die jüngste Generation des Mitsubishi Space Wagon wenig Probleme, 78 Prozent passieren ihre erste Hauptuntersuchung ohne Mängel. Allerdings zeichnen sich bereits erste Problemzonen ab, die schon bei den Vorgängern Anlass zur Sorge boten: Die hintere Radaufhängung gehört dazu, die Beleuchtung und die Auspuffanlage. Im Bereich der Bremsen machen die Bremsscheiben Ärger – mit Verschleiß oder Wellen." Werner Lyrmann, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Mitsubishi Space Wagon 2.4 GDI (110 kW/150 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 123 Euro im Jahr/Euro 3 Testverbrauch: Werksangabe 9,4 Liter, gemessen 11,0 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (19/1000 Euro SB): 1014 Euro. Teilkasko (22/300 Euro SB): 139 Euro. Haftpflicht (14): 806 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 200 bis 300 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 40 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1500 Euro Verlust

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.