Mitsubishi: Abgasskandal

Mitsubishi: Verbrauchsskandal – UPDATE

— 16.06.2016

Noch mehr Sünden bei Mitsubishi?

Im Skandal um manipulierte Spritverbräuche bei Mitsubishi stehen laut Medienberichten noch mehr Modelle unter Verdacht. Milliardenkosten drohen.

(dpa/reuters/cj) Der Skandal um manipulierte Verbrauchstests bei Mitsubishi weitet sich offenbar noch mehr aus. Der japanische Autobauer habe bei weiteren Modellen geschummelt, die allerdings nicht mehr verkauft würden, berichteten lokale Medien am 15. Juni 2016. Mitsubishi wolle das japanische Verkehrsministerium bald informieren. Die Zeitung "Asahi" schrieb, dass der Pkw-Hersteller die Daten von drei zusätzlichen Modellen gefälscht habe. In der Zeitung "Yomiuri" ist von "theoretischen Kalkulationen" bei zehn weiteren Modellen die Rede. Mitsubishi wollte sich nicht dazu äußern. Ende April war der Skandal ins Rollen gekommen, als der Hersteller zugab, bei zwei eigenen Kleinstwagen und zwei für Nissan produzierten Fahrzeugtypen geschummelt zu haben. Damals war von gut 625.000 Fahrzeugen die Rede.

Alle neuen Mitsubishi bis 2021

Auch der Geländewagen Mitsubishi Pajero ist offenbar von den Verbrauchsmanipulationen betroffen.

Am 11. Mai 2016 hatte der Autobauer eingeräumt, dass bei neun weiteren aktuellen Modellen regelwidrige Untersuchungsmethoden angewendet worden sein könnten. Laut "Asahi" gab es die unangemessenen Verbrauchstests bei fast allen seit 1991 in Japan verkauften Modellen, darunter der Geländewagen Pajero oder die Limousine Lancer. Früheren Angaben zufolge testete das Unternehmen jahrzehntelang nach US-Standard. Damit machte es sich zunutze, dass dabei der niedrigere Verbrauch bei Autobahnfahrten ausgewiesen werden darf, während in Japan Werte aus dem Stadtverkehr gemeldet werden müssen. Zudem kalkulierte Mitsubishi in manchen Fällen Daten zum Rollwiderstand, ohne dafür Tests durchzuführen. Der Verbrauch wäre bei ordnungsgemäßem Vorgehen um fünf bis zehn Prozent höher gewesen als Mitsubishi Motors den Behörden angegeben hatte.
Anzeige

Benzinpreissuche

Preise suchen und clever sparen

  • aktuelle Preise ohne Anmeldung
  • Preisalarm
  • Preisentwicklung im Tagesverlauf

Geschätzte Kosten: Eine Milliarde Dollar

Wie dem von einem Abgasskandal erschütterten Volkswagen-Konzern drohen Mitsubishi Schadenersatzzahlungen und Strafen. Analysten schätzen, dass der Konzern bis zu eine Milliarde Dollar auf den Tisch legen muss. Nach eigenen Angaben sind die finanziellen Mittel zur Bewältigung des Skandals vorhanden.

VW Dieselgate: Diese Modelle sind manipuliert

Steuervergünstigte Autos manipuliert

Zunächst war nur bekannt geworden, dass 157.000 Mitsubishi eK wagon und eK Space light sowie 468.000 Nissan Dayz und Dayz Roox vom Betrug betroffen seien. Ihr Verkauf wurde gestoppt. Die Modelle sind sogenannte Kei-Cars ("Leichtes Automobil"). So werden in Japan Kleinstwagen genannt mit höchstens 660 Kubikzentimeter Hubraum und einer Breite von maximal 1,50 Meter. Diese Autos sind in Japan steuervergünstigt. Mitsubishi setze eine unabhängige Expertenkommission ein, um die Vorgänge aufzuklären, hieß es in Tokio.

Die skurrilen Micro-Autos der Japaner

Frühere Skandale bei Mitsubishi

Es ist nicht der erste Skandal bei Mitsubishi. Bereits vor mehr als einem Jahrzehnt hatte der Konzern gestanden, jahrzehntelang Defekte an Fahrzeugen systematisch vertuscht zu haben. Zudem soll der Konzern über lange Zeit Fahrzeuge zurückgerufen haben, ohne dies dem Ministerium wie vorgeschrieben zu melden.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.