Mitsubishis Dakar-Renner — 01.12.2007
Der Sand-Stürmer
Der Mitsubishi Pajero Evolution für die Rallye Dakar hat höchstens auf den ersten Blick ein paar Ähnlichkeiten mit dem Serienmodell. Unter der Karosserie aus Kohlefaser-Kevlar-Verbund steckt pure Renntechnik.
Dakar und
DTM liegen ziemlich dicht beieinander. Technisch gesehen. Die Renner, mit denen die Werkspiloten von
Mitsubishi,
VW und
BMW von Lissabon nach Dakar fahren, haben mit ihren Vorbildern aus der Serie ähnlich wenig zu tun wie die Boliden aus der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft mit einem Straßen-Audi oder -Mercedes. Als Basis dient hier wie dort ein Rohrgerüst – der so genannte Gitterrohrrahmen – aus extrem stabilem Flugzeugstahl. An ihm sind sämtliche technischen Komponenten des Fahrzeugs verankert. Darüber wird in beiden Serien eine Karosserie aus einem ultraleichten Kohlefaser-Kevlar gestülpt. Welchen Motor sie wählen, bleibt in der Wüste allerdings, anders als in der DTM, den Herstellern überlassen. Unterschiedliche Antriebskonzepte werden seitens der Motorsportbehörde FIA durch individuelle Basisgewichte sowie einen Luftmengenbegrenzer (air restrictor) im Ansaugtrakt des Motors auf ein Niveau gebracht.
Mitsubishi setzt im Pajero Evolution MPR13 einen Vierliter-V6-Benziner ein. Daraus ergibt sich laut Reglement ein minimales Leergewicht von 1825 kg – wohlgemerkt ohne Fahrer (ca. 160 kg) und Benzin (bis zu 400 kg) an Bord.
Zwei Tonnen mit Strohhalm
Mitsubishi Pajero MPR13: (1) Gitterrahmen aus Stahlrohren, (2) V6-Zylinder-Benzinmotor, ca. 270 PS, (3) Pro Rad kommen zwei Stoßdämpfer zum Einsatz, (4) Leichtmetallfelgen im 16-Zoll-Format, elektrische Luftdruckregelsysteme sind verboten.
Am Start einer Wertungsprüfung bringt der
Mitsubishi Pajero MPR13 also rund zweieinhalb Tonnen auf die Waage. Sämtliche Luft, die der etwa 270 PS starke Sechszylinder braucht, muss durch eine 31 Millimeter dünne Röhre. "Als würde man einen Marathonläufer durch einen Strohhalm atmen lassen", beschreibt Mitsubishi-Chefingenieur Thierry Viardot den Effekt des Luftmengenbegrenzers. Der ist – wie auch bei VW und
BMW – im Vergleich zu 2007 um einen Millimeter kleiner. Außerdem sind für die großen Teams erstmalig nur Getriebe mit maximal fünf Gängen (bisher sechs) erlaubt. Beide Änderungen zusammen haben die Höchstgeschwindigkeit der Wüsten-Renner um etwa zehn km/h gesenkt.
| Mitsubishi Pajero Evolution MPR13 |
Technische Daten |
| Motor |
V6-Zylinder-Benziner mit Airrestrictor |
| Hubraum |
3.997 ccm |
| Leistung |
199 kW / 270 PS bei 5.500/min |
| Drehmoment |
417 Nm bei 4.500/min |
| Getriebe |
Fünfgang sequenziell |
| Chassis |
Gitterrohrrahmen |
| Karosserie |
2-türig, aus Kohlefaser |
| Fahrwerk |
Einzelradaufhängung an doppelten Querlenkern ringsum |
| Bremsen |
Innenbelüftet, 6-Kolben-Zangen |
| Räder / Reifen |
Leichtmetallfelgen 7x 16 Zoll / 235-85/16 |
| Länge / Breite / Höhe in mm |
4171 / 1996 / 1762 |
| Gewicht |
1825 kg (lt. Reglement) |
| Reichweite |
mind. 800 km |
| Beschleunigung |
keine Angabe |
| Höchstgeschwindigkeit |
keine Angabe |