Mittelklasse-Limousinen im Test

Ford Mondeo, Renault Laguna, Peugeot 407, Mazda6, VW Passat Ford Mondeo 2.0 Ghia

Mittelklasse-Limousinen im Test

— 19.12.2007

Super oder nur normal?

Die Mittelklasse sucht ihren neuen Meister. Der Herausforderer heißt Mazda6 und legt sich mit Erfolgstypen an. Zündet das Japan-Gemisch besser als die bekannten Sorten? Im Test: fünf Benziner von 140 bis 160 PS.

Wer an der Zapfsäule zum falschen Rüssel greift, riskiert einen Motorschaden. So war das früher. Normal statt Super – der Irrtum konnte teuer werden. Vergangenheit. Heute haben wir andere Sorgen. Zum Beispiel: im riesigen Feld der Mittelklasse noch den Überblick zu behalten. Dabei sind Fehlgriffe beim Neuwagen-Kauf teuer wie nie. Denn für einen anständig motorisierten Benziner sind gut und gern 25.000 Euro fällig. Das Problem: Heutzutage liegen Autos so dicht beieinander wie die Zapfpistolen einer Mehrfachsäule. Dazu plätschern ständig neue Sorten auf den Markt. Jüngstes Beispiel: der Mazda6. Ein dynamischer Japaner, der sich zwischen die Super-Typen wie VW Passat und Ford Mondeo drängeln möchte. Ist er als 2.0 MZR Exclusive mit 147 PS hochoktanig genug?

Der Mazda6 wirkt innen angenehm luftig, gleichzeitig bietet er die beste Übersicht.

Um das zu klären, nehmen wir vier Vergleichsproben: den VW Passat 1.8 TSI Trendline mit 160 PS sowie einen Ford Mondeo 2.0 Ghia mit 145 PS aus deutscher Produktion. Aus Frankreich mit dabei: Der Peugeot 407 2.0 Sport 140 mit 140 PS, und zusätzlich hält Renault den brandneuen Laguna 2.0 16V Expression mit ebenfalls 140 PS bereit. Das Rezept für eine Supermischung ist bei allen ähnlich. Auf knapp unter fünf Meter Länge verteilen die Kandidaten ordentlich Platz für Mensch und Material. Wobei der Ford Mondeo als besonders großzügiger Typ auffällt. Das Raumangebot – vor allem für die Fondpassagiere – ist mit leichtem Vorsprung am besten. Hier kommt ihm der Oberklasse-Radstand von rund 2,85 Metern zugute. Vorn liegt er fast gleichauf mit dem langen Mazda.

Die Sitzposition ist beim Mondeo vorn wie hinten tadellos, mehr Raumgefühl bieten selbst größere Wagen selten. Fahrer und Beifahrer des Mazda6 können sich über Platzmangel zwar nicht beschweren, fühlen sich dennoch wie in einer kleineren Limousine untergebracht – weil die Sitzflächen zu kurz sind. Dabei überzeugt das Raumgefühl. Der 6 wirkt innen angenehm luftig, gleichzeitig bietet er die beste Übersicht. Gutes Mittelmaß trifft der Passat. Vorn passt es in alle Richtungen, hinten auch. Einziger Wermutstropfen ist hier der geringe Seitenhalt auf den vorderen Sitzflächen. Der Kofferraum ist dafür so üppig ausgefallen, dass man das Volumen in Gallonen angeben könnte.

Bei den Franzosen muss man sich klar bekennen: Peugeot-Passagiere haben vorn brauchbar Platz, im Fond fehlen aber Reserven über dem Kopf und vor den Knien. Ähnlich läuft es beim Renault. Fahrer und Beifahrer müssen im Kniebereich mit Einschränkungen rechnen. Analog zum Mazda täten dem Renault zudem einige Zentimeter längere Sitzflächen gut. Angenehm bei allen ist der Fond mit rund 1,50 Meter Breite. So lässt sich hier auch zu dritt noch einigermaßen bequem reisen. Schwach fällt in dieser Klasse allerdings die Zuladung des Renault aus – nicht einmal 450 Kilogramm. Besetzt mit fünf Erwachsenen, bleiben so nur läppische 45 Kilogramm fürs Gepäck. Zum Vergleich: Der Passat schleppt 590 Kilogramm, darf also 140 Kilo mehr einpacken. Schwerere Anhänger darf er – wie Peugeot 407, Mazda6 und Ford Mondeo – sowieso ziehen.

Wie die Kandidaten in den Bereichen Fahrwerk/Motor sowie Kosten/Ausstattung abschneiden erfahren Sie in unserer Bildergalerie. Oder Sie laden sich hier den gesamten Test inklusive aller Fahrzeug-Tabellen bequem herunter.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jan Horn

Die Punktabstände zwischen VW, Ford und Mazda sind sehr gering. Was zeigt, dass alle drei wirklich super sind. Aber der tolle, kräftige und sparsame VW-TSI hebt den Passat letztlich an die Spitze. Der neue Mazda stolpert über seine unharmonisch abgestimmte Federung, der Mondeo kann als 2.0-Benziner nicht mithalten. Renault ist eine Alternative, Peugeot vor allem sicher.
DIE WERTUNG
Punkte max. VW Ford Mazda Renault Peugeot
KAROSSERIE
Platzangebot 30 28 28 27 24 23
Kofferraum/Variabilität 20 17 17 16 17 13
Zuladung (Anhängelast) 20 20 18 17 13 19
Sitze/Sitzposition 30 26 27 26 25 24
Raumgefühl/Rundumsicht 20 14 15 16 13 14
Ausstattung/Bedienbarkeit 30 23 26 26 26 25
Sicherheitsausstattung 30 19 26 24 20 25
Qualitätseindruck/Materialien 20 17 17 15 16 16
Zwischenergebnis 200 164 174 167 154 159
ANTRIEB/FAHRWERK
Motoreigenschaften 20 19 17 17 17 16
Beschleunigung/Vmax 30 25 20 22 21 22
Elastizität 20 14 9 10 11 12
Fahrverhalten 30 27 27 27 26 26
Fahrgeräusche 10 10 9 10 9 6
Fahrkomfort 20 18 19 15 16 15
Getriebe/Schaltung 20 18 18 19 16 15
Lenkung/Wendekreis 20 18 18 16 16 16
Bremsen 30 16 18 18 19 18
Zwischenergebnis 200 165 155 154 151 146
KOSTEN
Steuer/Versicherung 20 19 20 19 18 18
Verbrauch/Umwelt 40 33 32 31 31 31
Garantie 20 11 7 13 14 7
Wartung 20 17 14 14 16 15
Aufpreisgestaltung 10 7 6 5 6 6
Wiederverkauf* 10 8 6 7 6 7
Preis 80 66 68 70 74 70
Zwischenergebnis 200 161 153 159 165 154
*ermittelt von Bähr&Fess Forecasts/Saarbrücken
Gesamtpunktzahl 600 490 482 480 470 459
Platzierung 1. 2. 3. 4. 5.
Preis-Leistungssieger X

Autor: Jan Horn

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