Mobile World Congress 2018: Trends

Mobile World Congress 2018: Trends

Fünf Trends der Autobranche

Bezahlen mit dem Auto, 5G, Handy-Schlüssel, Assistenten und mehr. Das sind die fünf automobilen Trends des MWC, die man kennen sollte!
Auf dem Mobile World Congress 2018 (26. Februar bis 1. März) zeigt sich: Autohersteller beschäftigen sich längst nicht mehr nur mit Autobauen. Sie gestalten den Weg in die digitale Zukunft maßgeblich mit und verstehen sich immer mehr als Technologiekonzerne, die den Fortschritt vorantreiben können – und müssen. Egal ob künstliche Intelligenz oder der Netzausbau zu 5G – die Autobranche mischt mit. Wie der digitale Wandel die Fahrzeuge prägt und an welchen fünf Trends wir in den nächsten Jahren nicht vorbeikommen werden, erklärt AUTO BILD:

1. Bezahlen mit dem Auto

In diesem Bentley ist kein Portemonnaie mehr nötig, die Bezahlung erledigt das Auto über Visa.

Ja, richtig gelesen. Schaut man auf die Trends der MWC 2018 ist das Bezahlen mit dem Smartphone total von gestern. Stattdessen wird künftig das Auto zum Portemonnaie-Ersatz. Das Infotainment der Zukunft bietet die Möglichkeit Parkplätze zu reservieren, zur nächsten Zapfsäule zu navigieren oder Essen beim Lieferdienst zu bestellen. Und das ohne den anschließenden Griff zur Geldbörse. Denn der Wagen hat mit Visa, Mastercard oder Paypal schon bezahlt. Aktuell arbeitet Seat-Tochter Xmoba an einem entsprechenden System namens "justmoove". Bentley entwickelt ähnliches in einer Kooperation mit Visa und auch SAP tüftelt schon an einer Software. Künftig müssen wir zur Bezahlung also wohl nicht mal mehr das Auto verlassen.

2. Mit Smartphone zum "SmartCar"

Das Ford-Infotainment spiegelt jetzt auch die Smartphone-App Waze, sodass kein Griff zum Handy mehr vom Fahren ablenkt.

SmartCar ist in der Autobranche wohl das Buzzword der kommenden Jahre. Die Autohersteller arbeiten auf Hochtouren an der Integration verschiedener Apps in ihre Infotainmentsysteme – und zwar über Android Auto und Apple Carplay hinaus. So hat Seat auf dem MWC 2018 den ersten Ateca gezeigt, der mit der Musik-Erkennungs-App Shazam ausgestattet ist. Immerhin, so erklärt CEO Luca de Meo während der Pressekonferenz, würden rund 70 Prozent der Shazam-Anfragen während der Autofahrt gesendet. Durch die App-Integration gibt es so eine gefährliche Smartphone-Ablenkung weniger. An einer anderen Form der App-Integration arbeiten unter anderem Ford und Toyota unter dem Namen "Smart Device Link" (SDL). Dabei greift das Infotainment auf das Smartphone zu und erlaubt die Bedienung der installierten Apps z.B. über den Touchscreen im Cockpit. Das Handy kann in der Tasche bleiben. Dabei funktioniert das System sowohl mit Android als auch mit iOS. Ford bietet diesen Service schon seit 2013 an und hat auf der Messe jetzt Waze und Sygic Car Navigation für SDL präsentiert. Bei Toyota ist SDL noch nicht serienmäßig, doch die Japaner präsentieren bereits ein Konzept anhand des Toyota Prius. Bei SDL handelt es sich um ein Open-Source-Produkt, sodass die App-Entwickler darauf zugreifen und ihre Apps für die jeweiligen Infotainment-Systeme anpassen können. Auch andere Hersteller wie u.a. Mazda, Nissan, Subaru, Mitsubishi, PSA und Suzuki sind an SDL beteiligt.

3. Aufbau der 5G-Infrastruktur

Für die Assistenzsysteme der Zukunft, die auf der C-V2X-Technologie basieren, wird das 5G-Netz unerlässlich.

©Continental

Bei 5G denkt man wohl zuerst an Mobilfunk, doch das wohl größte Thema des MWC 2018 geht die Autohersteller nicht weniger an. Immerhin arbeiten die Autobauer fleißig an Assistenzsystemen und vernetzten Fahrzeugen – doch damit diese reibungslos funktionieren, wird eine solide Dateninfrastruktur benötigt. Zulieferer Continental kollaboriert dafür beispielsweise mit Huawei. So konnten die Unternehmen bei ersten Versuchen in Japan bereits die Vorteile der schnellen Datenübertragung demonstrieren: Die Meldung über ein verunfalltes Fahrzeug auf der Route erreichte die herannahenden Wagen in nur 16 Millisekunden über das 5G-Netz. Die Kommunikation der Fahrzeuge untereinander dauerte sogar nur acht Millisekunden. Auch BMW arbeitet an der Entwicklung der sogenannten C-V2X-Technologie (Cellular Vehicle to Everything), Seat-Chef Luca de Meo kündigte an, bereits im nächsten Jahr die ersten Autos mit 5G testen zu wollen.

4. Schlüsselfreies Auto & Carsharing

Daie Autovermietung Avis will ihren Kunden den Autoschlüssel künftig nur noch auf's Smartphone schicken.

©Continental

Diese beiden Trends gehen miteinander einher. Denn der Gedanke, der dahintersteckt, ist simpel: Künftig werden Autos nur noch mit dem Smartphone aufgeschlossen – und der Code für das Schloss lässt sich ganz einfach verschicken und mit anderen teilen. BMW stellt beispielsweise den Digital Key vor, der das Öffnen und Schließen des Wagens mit dem Handy ermöglicht. Continental und Autovermieter Avis haben den Leihwagen weitergedacht: So will Avis seinen Kunden künftig einen digitalen Schlüssel in einer App zur Verfügung stellen. Mit Bluetooth lässt sich der Wagen dann öffnen. Das Schlange-Stehen beim Vermieter entfällt. Mercedes hat für die neue A-Klasse einen NFC-basierten, sogenannten digitalen Sticker für das Smartphone entwickelt. Er ersetzt den Autoschlüssel komplett. Auch für das Carsharing ist die A-Klasse vorbereitet. Dafür wird der Wagen mit der Mercedes me-App reserviert und mithilfe eines speziellen Kommunikationsmoduls geöffnet. Zum Starten ist jedoch weiterhin der im Fahrzeug hinterlegte Schlüssel vonnöten.

5. Virtueller Assistent im Auto

Virtuelle Assistenten sollen den Umgang mit dem Auto erleichtern und im Alltag unterstützen.

©Daimler AG

Viele Hersteller holen gerade Alexa oder den Google Assistant ins Auto, doch einige arbeiten auch daran, ihre eigenen Assistenten zu entwickeln. Mercedes hat auf dem MWC 2018 gleich zwei im Gepäck: Sarah und Ask Mercedes. Bei Sarah handelt es sich um eine künstliche Intelligenz, die auch Gefühle und Emotionen von Menschen erkennen soll. Ask Mercedes ist ein virtueller Assitent in Form einer Smartphone-App. Hier lassen sich Fahrzeugstatus kontrollieren, aber auch Fragen beantworten. Und das System ist sogar unterhaltsam wie Siri & Co.: Auf die getippte Frage "Willst Du mich heiraten?" antwortet der Assistent "Privat bleibt privat. Lass uns über was anderes reden ;-)". Toyota kündigt auf der Messe ebenfalls einen eigenen Sprachassistenten an und hat sogar einen Prototyp dabei. Der spricht allerdings bisher nur Japanisch.

Autor: Lena Trautermann

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