Moderne Autos im Technik-Test: Segen oder Fluch?

Moderne Autos im Technik-Test: Segen oder Fluch?

— 19.02.2009

Kniffelige Kiste(n)

Scheibenwischwasser nachfüllen, Ölstand und Reifenluftdruck prüfen oder schlicht das Auto starten - was können die Deutschen noch am modernen Automobil? Reporter Delf Deike hat sich unters Volk gemischt.

Deutschland – einig Volk der Auto-Verrückten. Sollte man meinen. Denkste, sagt Delf Deike, der rasende Ulk-Reporter von autobild.de. Und macht die Probe(n) aufs Exemple. Gehen die vermeintlich einfachsten Handgriffe allen gleich leicht von der Hand? Schließlich sind unsere Autos inzwischen reinste Technik-Tempel – da verliert man schon mal den Überblick. Ein Beispiel: Ihr bester Freund ist im Urlaub und leiht Ihnen in dieser Zeit, sagen wir, seinen neuen Lexus. Schon mal mit einem Start-Stopp-Knopf gearbeitet? Nie gehört? Dann können Sie die Spritztour getrost vergessen. Schlüssel rumdrehen und los geht es, das war damals. Ebenso schwierig scheint für viele das Einfüllen der richtigen Flüssigkeit in die richtige Öffnung zu sein, wenn es darum geht, Scheibenwischwasser nachzufüllen. Auch das Messen von Ölstand oder Luftdruck bereitet etlichen Probanden Kopfschmerzen. Das Team von autobild.tv hat in mehreren Tests überprüft, wie gut die Deutschen bei kleinen Routine-Arbeiten am Automobil noch sind. Hier die Ergebnisse.
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TEIL 1: Wie fülle ich Scheibenwischwasser nach?

"Da muss Spülmittel rein", erklärt der 18-jährige Max, als wir ihn fragen, was zu tun ist, wenn die Scheibenwaschanlage leer ist. Zur Ehrenrettung des Fahranfängers aus München sei gesagt, dass er die theoretische Führerscheinprüfung noch vor sich hat. Die Aufgabe, die wir unseren Testpersonen stellen, besteht darin, sich zuerst für die richtige Flüssigkeit und dann für die richtige Öffnung zu entscheiden, in die das Gebräu rein soll. Zur Auswahl stehen Fensterreiniger, Wasser, Spüli, Glasreiniger und handelsüblicher Scheibenreiniger mit Frostschutz für die Scheibenwaschanlage. Selbst erfahrene Autofahrerinnen wie Elke (71) aus Hamburg vertun sich leicht in der Wahl der richtigen Flüssigkeits-Zugabe. "Wasser und reinen Alkohol würde ich nehmen", erklärt sie. Aha. Wir lernen: Der Deutsche behandelt sein Auto äußerst stiefmütterlich. Einfache Handgriffe stellen oft ein riesiges Problem dar. Unser Tipp: Gleich nach Kauf die Betriebsanleitung studieren und am besten immer im Auto dabei haben – das hilft ungemein! Welch kuriose Einfälle unsere Testpersonen (noch) hatten, sehen Sie rechts im Video!

TEIL 2: Wir überprüfe ich den Reifendruck?

Bar, Atü, Hektopascal, Millibar oder gar Minibar – was muss eigentlich rein in den handelsüblichen Autoreifen? Schon bei dieser Frage ist ein Großteil der deutschen Autofahrer komplett überfordert. Und wie viel Luft muss überhaupt in den Reifen? "Keine Ahnung", erklären die meisten. Wo sie die Information zur richtigen Befüllung finden, wissen viele auch nicht. Meist wird die Werkstatt oder der Autohändler angerufen. Bloß nicht selber nachschauen!? Oder gar machen. Nicht dass der Reifen platzt. Ein nationales Trauerspiel. Gibt man den Probanden dann ein Luftdruckmessgerät in die Hand, folgt das komplette Grauen: Die einen pumpen, die anderen schrauben, die meisten fluchen. Richtig messen und  anschließend Luft nachfüllen – das schaffen nur wenige. Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie sich bitte mal dieses Filmchen an.

TEIL 3: Wie messe ich den Ölstand?

Auch unser nächster Test, "Ölstand messen", treibt  etliche Teilnehmer zur Verzweiflung. "Wo ist denn das verdammte Loch?" Oder: "Muss man das überhaupt noch machen bei den neuen Autos?", sind häufig gestellte Fragen. Beliebte Aussage der weiblichen Testkandidaten: "Das macht immer mein Mann." Doch was, wenn der mal länger auf Dienstreise ist? Einfacher wird es bei Modellen, bei denen der Ölstand digital im Bedienelement angezeigt wird. Da bleibt einem das hilflose Rumfummeln im Motorraum erspart. Wenn die Anzeige allerdings "Ölstand niedrig" vermeldet, kommen viele schon wieder ins Schwimmen. Denn: Wo hinein mit dem 0W-40, das einem der Tankwart des Vertrauens kürzlich empfohlen hat? Trauriges Fazit: Von elf Testpersonen waren nur vier in der Lage, bei ihrem eigenen Fahrzeug den Ölstand zu messen. Beweise: Video gucken!

TEIL 4: Wie starte ich ein modernes Auto?

Modernste Technik – Segen oder Fluch? Immer mehr Autos werden nicht mehr über den banalen Zündschlüssel gestartet, sondern über ein Start-Stopp-Knöpfchen, das sich unauffällig ins Armaturenbrett schmiegt. Bei den meisten Modellen mit dieser Technologie reicht es, wenn man den Schlüssel wo auch immer bei sich trägt (Hose, Jacke, Tasche). Per Funk oder Infrarot erkennt das Vehikel seinen Besitzer. Und nach dem einsteigen kann die Fahrt auf Knopfdruck losgehen. "Keyless-Go" nennt sich der Spaß. Doch nicht jedes Fahrzeug springt dann sofort an: Bremse und/oder Kupplung treten, Gang rein, Gang raus – ja was denn nun? Was bei welchem Modell beim Befehl "Start your Engine" genau zu tun ist, kann von Hersteller zu Hersteller variieren. Bei unserem Test-Modell, einem BMW 1er, bei dem zum Starten Bremse und Kupplung gleichzeitig getreten werden müssen, fluchte so manche Testperson "Ja gibt es denn das, warum funktioniert das nicht?". Sind wir zu blöd oder die Autos zu kompliziert? Schauen Sie sich das Video an. Und entscheiden Sie selbst!

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