Dani Pedrosa konzentriert sich nach einer schwierigen Saison jetzt ganz auf 2010

MotoGP 2009

— 19.11.2009

Pedrosa: "Stabilität ist unsere Achillesferse"

Dani Pedrosa blickt im Interview auf seine schwierige Saison zurück und erklärt, an welchen Baustellen Honda im Winter unbedingt arbeiten muss

Dani Pedrosa hatte keine einfache Saison 2009. In einer unfallreichen Vorsaison musste er sich Operationen und Behandlungen unterziehen, anstatt sich mit seinem Honda-Werksteam auf die anstehenden Aufgaben vorbereiten zu können. Und so waren weder Fahrer noch Maschine gerüstet, als die Saison am 13. April in Katar startete.

Von Anfang an hinkte man hinterher, sowohl was die technischen Aspekte des Bikes als auch die Fitness des Fahrers anging. Aufgrund all dieser Schwierigkeiten musste er seinen Titeltraum schon früh begraben. Doch es gelang ihm zumindest, zwei weitere Siege einzufahren.

Frage: "Dani, jetzt hast du dich endlich richtig erholt und bist wieder in Topform. Wäre es dir lieber, wenn die Saison noch etwas länger dauern würde?"
Dani Pedrosa: "Nein. Die Saison ist nun beendet und das war's. Ich muss jetzt an die Arbeit für das nächste Jahr denken. Was vorbei ist, ist vorbei."

Frage: "Was war für dich das Saisonhighlight?"
Pedrosa: "Der Sieg vor ein paar Tagen in Valencia war großartig. Aber es war auch unglaublich, in Laguna Seca gewinnen zu können - auf dieser Strecke und nach all dem, was seit den Wintertests passiert war. Dazu kommt: Wir waren an unserem absoluten Tiefpunkt, als wir zum US-Grand-Prix gekommen sind. Und plötzlich ging es ganz nach oben. Das war ein wunderbarer Tag."

Frage: "Und was war der Tiefpunkt der Saison?"
Pedrosa: "Am schlimmsten war wahrscheinlich der Winter, während der Vorbereitungstests. Da hatte ich wirklich eine schwere Zeit. Ich konnte meine Verletzung im linken Knie nicht richtig auskurieren und musste mich noch einmal operieren lassen ... das hat wirklich lang gedauert. Dazu kam der Sturz in Katar, der alles noch schlimmer gemacht hat."

Der wahr gewordene Valencia-Traum

Frage: "Was hast du gedacht, als du in Valencia über die Ziellinie gefahren bist?"
Pedrosa: "Es war eine unglaunliche Sensation. Wir hatten alle die ganze Woche diesen Sieg erträumt und erhofft. Und dann tatsächlich vor all diesen Fans zu gewinnen, war wirklich wunderbar. Am meisten habe ich die Auslaufrunde genossen, in der ich den Sieg mit all den Fans feiern konnte. Ich habe tolle Erinnerungen an dieses Rennen und an diese Auslaufrunde."

Frage: "Was hast du in dieser Saison gelernt?"
Pedrosa: "Ich habe gelernt, dass man bereit sein muss, dass man kämpfen und immer weiterkämpfen muss. Und vor allem darf man nie aufgeben, denn dann erreicht man gar nichts. Man muss immer weiterkämpfen. Auch, wenn man das Glück nicht auf seiner Seite hat, muss man immer weitermachen."

Frage: "Welche Fehler willst du in Zukunft vermeiden?"
Pedrosa: "Ich denke, dass man aus allem etwas lernen kann und ich werde natürlich versuchen, dass wir die Fehler, die wir in dieser Saison gemacht haben, nicht wiederholen."

Frage: "Wie gut konntest du dich auf den Einheitsreifen von Bridgestone einstellen und was denkst du über die Einführung der Einheitsreifen?"
Pedrosa: "Der Anpassungsprozess war nicht einfach, weil die Honda RC212V mit Blick auf die Michelins und ihre spezielle Performance entwickelt worden ist. Wir mussten also die ganze Saison über hart daran arbeiten, die Maschine auf Bridgestone-Reifen konkurrenzfähig zu machen. Und das war nicht einfach, vor allem weil man am Grand-Prix-Wochenende keine Zeit zum Testen hat und da ich wegen meiner vielen Unfälle auch in der Vorsaison kaum zum testen gekommen bin. Was die Einheitsreifenregel angeht denke ich, dass es eine gute Entscheidung war. Denn in diesem Jahr hat keiner über die Reifen geredet und es gab einen Faktor weniger, der auf den Wettbewerb Einfluss genommen hat, egal ob positiven oder negativen Einfluss."

Frage: "Du bist eine Saison lang mit der 990er-Maschine gefahren. Vermisst du die Honda RC211V?"
Pedrosa: "2006 war mein erstes Jahr in der MotoGP und das letzte Jahr, in dem dort mit 990ern gefahren wurde. Diese Maschinen sind wirklich ganz anders als die, die wird jetzt fahren. Und ich kann aufgrund meiner Erfahrung sagen: Sie haben viel mehr Spaß gemacht. Jetzt gibt es so viele elektronische Einstellungen, dass wir selbst beim Fahren nicht mehr alle Parameter kontrollieren können. Falls wir wirklich zu den 990ern zurückkehren sollten, würde sich jeder freuen."

Frage: "Was verlangst du von Honda für nächstes Jahr?"
Pedrosa: "Das, was ich bisher auch schon verlangt habe: Die Stabilität der Maschine beim Bremsen und am Kurveneingang muss verbessert werden. Denn das ist unsere Achillesferse. Der Motor ist gut, er hat viel Power und eine gute Kraftübertragung. In diesem Bereich müssen wir also im Moment nichts verbessern. Aber in Sachen Chassis müssen wir einen Schritt nach vorn machen."

Frage: "Denkst du nach dem Dreitagestest, dass es in die richtige Richtung geht? Was muss noch verbessert werden?"
Pedrosa: "Es ist noch zu früh um zu bewerden, was wir verbessern sollten oder müssen. Valencia ist eine ungewöhnliche und spezielle Strecke, deren Kurven und Winkel verschleiern, ob das Chassis gut oder schlecht funktioniert."

"Aber beim nächsten Test in Malaysia werden wir schnell herausfinden, ob unsere Basis stimmt oder nicht und ob wir die Stabilität des Bikes beim Bremsen und am Kurveneingang mit dem neuen Chassis verbessern konnten. In Sepang gibt es drei schnelle Kurven, da zeigt sich sofort, ob das Chassis gut oder schlecht ist."

Frage: "Wie würdest du die ersten Eindrücke von Öhlins beschreiben?"
Pedrosa: "Grundsätzlich positive. Die ersten beiden Testtage in Valencia - der Montag und der Dienstag nach dem Grand Prix - waren schwierig, weil wir nicht die richtige Abstimmung gefunden haben, um schnell zu sein. Aber am Mittwoch konnten wir uns in diesem Bereich steigern und unsere Zeiten signifikant verbessern. Gleichzeitig habe ich mich auf dem Bike auch wohler und sicherer gefühlt."

Jetzt erst einmal abschalten

Frage: "Was hast du zu Hiroshi Aoyama und Julian Simon gesagt, nachdem die beiden zu Weltmeistern gekrönt wurden?"
Pedrosa: "Ich habe beiden gratuliert. Ich habe mich für beide gefreut. Sie haben es beide verdient, denn sie haben hart dafür gearbeitet und es schließlich geschafft. Das hat mich sehr bewegt: Keiner von beiden hatte es leicht, denn sie haben es schon viele Jahre lang versucht und nicht jeder kann einfach mal Weltmeister werden. Ich finde es für beide Klasse. Und auch, wenn ich in diesem Jahr den MotoGP-Titel nicht gewinnen konnte, machen mich ihre Titel sehr glücklich."

Frage: "Es gibt weniger Tests und die neue Saison startet erst wieder am elften April. Was machst du in dieser langen rennfreien Zeit?"
Pedrosa: "Es ist immer gut, eine Pause zu machen, sich zu entspannen und ein bisschen abzuschalten. Dadurch erholt man sich körperlich und mental und kann die neue Saison mit neuer Kraft angehen. Es ist also gut, dass wir alle über den Jahreswechsel die Pause haben. Aber es stimmt schon, dass wir lange Zeit nicht trainieren können. Und noch schlimmer ist, dass wir in der Vorsaison zwischen jetzt un dem ersten Rennen in Katar nur noch sechs Testtage haben. Angesichts all der Arbeit, die wir noch vor uns haben, ist das nicht viel Zeit."

Frage: "Und was machst du in den nächsten drei Monaten, bis im Februar in Malaysia die Saisonvorbereitung 2010 beginnt?"
Pedrosa: "Ich will mich vor allem erholen und Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen. Und ich will abschalten, denn es war ein langes und hartes Jahr für mich. Ich werde in der Pause auch viel Fitnesstraining betreiben und damit in Topform zum ersten Test 2010 kommen."

Fotoquelle: xpb.cc

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