Herve Poncharal sieht die wirtschaftliche Krise als Chance für Veränderungen

MotoGP 2009

— 16.02.2009

Poncharal: "Es werden auch verrückte Ideen kommen"

(Motorsport-Total.com) - Tech-3-Yamaha-Teamchef ist auf dem Weg zu Sparmaßnahmen in der MotoGP voller Tatendrang: "Es ist eine aufregende Zeit"

Die Verantwortlichen nehmen sich die Formel 1 zum Vorbild. Auch dort erzielte man im Dezember einen Konsens, mit welchem letztlich nicht nur die Teams, sondern auch der Verband FIA leben konnte. In der MotoGP müssen die Beteligten jedoch noch mehr zusammenfinden. "Es gab sehr viele politische Spielchen, als der Einheitsreifen eingeführt werden sollte", sagte Tech-3-Teamchef Herve Poncharal bei 'crash.net', "aber jetzt sind vor dem Hintergrund der Krise alle froh darüber."

Die MotoGP sei selbstverständlich arg von der wirtschaftlichen Schräglage betroffen, sagte Poncharal weiter. Allerdings wehre er sich gegen übertriebenen Pessimismus. "Wir sollten unsere Vorteile sehen, denn jetzt sind alle viel offener für Veränderungen. Vor nicht einmal drei Monaten hätte ich niemals gedacht, dass sich viele Leute so dermaßen aufgeschlossen zeigen können. Die Grundstimmung bei FIM, MSMA, IRTA und Dorna ist eindeutig: Wir müssen uns bewegen, müssen etwas tun."

Veränderungen müssen her

Aus diesem Grund werden zurzeit viele Vorschläge gesammelt, die letztlich von der Grand-Prix-Kommision abgesegnet werden müssen. Es sei einfach Zeit für Veränderung, meinte Poncharal, der als Präsident der Teamvereinigung IRTA gleichzeitig Mitglied der Grand-Prix-Kommission ist. "Wenn man nichts ändert, wird es vielleicht langweilig. Selbst die attraktivste Sache wird langweilig und normal, wenn man sie täglich unverändert sieht."

Man ist auf der Suche nach dem goldenen Weg, will Kosten sparen, aber gleichzeitig mehr Zuschauer und Investoren anlocken - die Show soll ebenfalls verbessert werden. "Wir müssen offensiv und ambitioniert daran gehen. Lasst uns Ideen austauschen", appellierte Poncharal. "Es werden sicherlich einige verrückte Ideen kommen, die man niemals umsetzen kann. Aber unter dem Strich werden am Ende gute Vorschläge stehen."

"Es sind aufregende Zeiten. Wenn man nicht für Veränderungen bereit ist, dann hat man im Rennsport nichts verloren. Das ist doch eigentlich das Ziel des Rennsports. Wenn du in die 125er-Klasse gehst, dann brauchst du einen bestimmten Fahrstil. Wenn du dann in die 250er-Klasse aufsteigst, dann musst du dich anpassen. Anpassung ist ein Schlüsselbegriff im Leben und vielleicht sogar am allermeisten im Rennbusiness. Lasst uns beweisen, dass wir uns an neue Rahmenbedingungen anpassen können."

Die Freitage können kippen

Während Poncharal eher politische Aufrufe formulierte, kam LCR-Honda-Boss Lucio Cecchinello mit konkreteren Vorschlägen. "Sicherlich ist dies ein Schlüsselmoment", sagte der Italiener gegenüber 'crash.net'. "Es ist wichtig, dass wir alle zusammenarbeiten. Die Kosten für die technische Entwicklung sind in letzter Zeit enorm in die Höhe geschossen. Wir müssen die Technologie einbremsen, damit die Kosten nicht mehr so hoch sind."

Eine technische Abrüstung bedeute nicht zwangsläufig eine Beschneidung der Show, betonte Cecchinello: "Die Show soll besser werden. Das ist ganz wichtig." Er könnte sich mit einer Streichung des Trainings an Freitagen gut anfreunden. "Die Bikes sind teuer in der Unterhaltung. Wenn wir also rund 20 Prozent der Laufzeit einsparen könnten, dann würde man dadurch schon viel sparen können. Das würde auch kaum Auswirkungen auf die Show haben."

Man könne für die nun bald beginnende Saison nur noch kleine Änderungen vornehmen, mahnte Poncharal. Immerhin hätten die Teams ihre Motorräder bereits alle fertig. "Drastischere Maßnahmen können wir erst 2010 einführen. Aber wir sind da auf einem guten Weg. Alle treffen sich, sprechen miteinander und alle machen Vorschläge. Hoffentlich können wir wenigstens einige davon noch im Regelbuch für 2009 einfließen lassen. Zurzeit existieren aber nur Vorschläge, noch nichts wirklich Konkretes."

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