Colin Edwards ist trotz fast 35 Jahren noch nicht MotoGP-müde

MotoGP 2009

— 18.02.2009

Edwards: "Haben ein richtig gutes Paket"

Yamaha-Pilot Colin Edwards geht voller Zuversicht in die neue MotoGP-Saison - Das neue Bike zeigte sich in Sepang von Beginn an perfekt ausbalanciert

Frage: "Colin, du hattest einen großartigen Test in Sepang und erzieltest dort die viertschnellste Zeit. Wie lauten deine Eindrücke?"
Colin Edwards: "Es gibt beim Übergang von Michaelin auf Bridgestone einen Trick und es ist offensichtlich, dass Valentino Rossi und Casey Stoner wissen, wie er aussieht. Vergangenes Jahr in Jerez, bei meinem ersten Test, habe ich mich ziemlich geärgert. Es war nie konstant. Ich konnte lediglich ein paar Kurven ausarbeiten, aber nie die gesamte Strecke."

"Danach hatte ich ein paar Monate Zeit um darüber nachzudenken und mich mental auf Sepang vorzubereiten. Ich musste verstehen, was die Bridgestone-Reifen brauchen, damit sie zum Arbeiten kommen. Das habe ich sofort und Kurve für Kurve hinbekommen. Aber es gibt immer noch Momente, in denen ich wie mit den alten Michelins fahre. Dann muss ich mich jedes Mal selbst ermahnen. Aber es ist gut, dass neue Bike ist sagenhaft."

Frage: "Nach deiner langen Zeit mit Michelin. Was ist der größte Unterschied zu Bridgestone?"
Edwards: "Beim Michelin war es schwer, das Gewicht auf beide Reifen aufzuteilen. Entweder war alle Last vorne oder hinten. Der Lastwechsel geschah zwischen Kurveneingang und der späten Kurvenmitte sehr schnell. Bridgestone ist da viel mehr ausbalanciert."

Erinnerungen an 2002

Frage: "Wie sehr musstest du deinen Fahrstil für Bridgestone umstellen?"
Edwards: "Der Vorderreifen von Bridgestone ist ziemlich gut und darauf habe ich immer sehr viel Wert gelegt. Das war also sehr einfach. Ich versuche immer, soviel wie möglich aus einem Vorderreifen herauszuholen, egal welches Fabrikat ich fahre. Der Bridgestone verzeiht ein wenig mehr und er gibt dir auch jede Menge Vorwarnungen - solange du ihn richtig fährst."

Frage: "Kürzlich erzähltest du, dass du in Sepang das Bike kaum anfassen musstest, und es sich sofort gut anfühlte..."
Edwards: "Das stimmt. Am ersten Tag in Sepang fuhr ich 40 Runden und habe nichts verändert. Aber das war auch unser Plan. Wir kannten unsere Grundeinstellung und es ging nur darum, sich mit den Reifen anzufreunden. Nach dem ersten Tag hatte ich ein paar Vorschläge zum Frontdämpfer."

"Meine Jungs auch und an Tag zwei lief es noch besser. Dann haben wir ein wenig mit dem hinteren Federbereich herumgespielt, aber ganz ehrlich: Ich konnte jederzeit zur ersten Einstellung zurückspringen und habe kaum einen Unterschied festgestellt."

Frage: "Kannst du dich erinnern, wann du zum letzten Mal ein Bike hattest, dass von der Fertigung aus so gut war?"
Edwards: "2002 in meiner letzten Superbike-Saison hatten wir so etwas. Da haben wir nur beim ersten Test etwa zehn verschiedene Dämpfereinstellungen ausprobiert. Danach haben wir das gesamte Jahr über nur noch marginale Veränderungen vorgenommen."

Das Feuer brennt noch

Frage: "Und in diesem Jahr hast du den Titel gewonnen..."
Edwards: "Genau."

Frage: "Warum fühlst du dich auf diesem Bike so wohl?"
Edwards: "Ich weiß es nicht. Wir haben die Sitzposition ein wenig verändert und auch die Position der Griffe ist ein wenig anders. Alles ist einfach sehr ausbalanciert, auch die Kombination Yamaha und Bridgestone. Sie wussten offenbar, was Valentino vergangenes Jahr hatte. Sie haben ihre Hausaufgaben erledigt. Auch das Wheelie-Problem wurde kuriert. Es scheint ein richtig gutes Paket zu sein."

Frage: "Welcher Konkurrent hat dich beim Test überrascht?"
Edwards: "Loris Capirossi hatte einen guten Test. Aber er und auch Suzuki sehen in Sepang immer gut aus. Insofern ist das keine Überraschung."

Frage: "Anstatt 25 Jahre wirst du bald 35. Gibt dir das eine Extra-Motivation, jetzt wo sich deine Karriere zum Ende neigt und du ein gutes Bike hast?"
Edwards: "Es ist so wie 2008. Ich fahre gerne und mache mir keine Sorgen um die Zukunft. Ich bin vorne dabei und das ist die Hauptsache. Solange du diese Einstellung, dieses Feuer in dir hast, ist alles gut. Aber wenn das vorbeigeht, dann ist es Zeit nach Hause zu fahren."

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