Sete Gibernau gibt älter und reifer sein Comeback in der MotoGP

MotoGP 2009

— 23.03.2009

Gibernau: "Für mich beginnt eine neue Ära"

Sete Gibernau will bei seinem MotoGP-Comeback nicht an alte Zeiten anknüpfen, sondern sieht darin einen Start in einen neuen Karriereabschnitt

Zu seinen Glanzzeiten gehörte Sete Gibernau zu den großen Stars in der Motorrad-Weltmeisterschaft. Der Spanier war als Honda-Pilot einer der größten Konkurrenten von Valentino Rossi und wurde zweimal Vizeweltmeister. Doch 2006 konnte er als Ducati-Pilot an diese Erfolge nicht mehr anknüpfen. Schließlich räumte er seinen Platz bei den Italienern zugunsten von Casey Stoner und trat nach der Saison 2006 zurück - vorerst. Denn nun gibt Gibernau sein Comeback auf der Ducati des neuen Onde-2000-Teams.

Mit inzwischen 36 Jahren ist Gibernau der älteste Pilot im MotoGP-Feld. Das spürt er nicht nur, weil er in seiner Saisonvorbereitung durch eine alte Schulterverletzung ausgebremst wurde. Nach vielen Jahren wurde ihm eine Platte aus der Schulter entfernt. Die Bänder hielten den neuen Belastungen nicht stand, Gibernau musste erneut unters Messer.

Sein Alter macht sich auch in seiner Denkweise bemerkbar. Der Spanier ist gereift. "Ich habe nicht nur eine andere Sicht auf den Rennsport, sondern auch auf das Leben", sagte Gibernau der 'GPWeek'. "Ich bin in einer ganz anderen Position als damals, als ich angefangen habe. Wenn man anfängt, hat man Ziele und mehr Leidenschaft. Man tut vieles aus reiner Leidenschaft." Wenn man älter wird, verliere sich diese Leidenschaft, hat Gibernau festgestellt. Dafür sei man in manchen Dingen effektiver.

Einen Funken Leidenschaft bringt er jedoch auf alle Fälle mit, wenn er Mitte April in Katar sein MotoGP-Comeback startet. Und eines betont er: "Ich komme nicht zurück, um Unerledigtes aus meiner früheren Karriere abzuschließen. Ich blicke nie auf Vergangenes zurück. Ich habe eine komplett neue Motivation. Für mich beginnt eine neue Ära. Und das finde ich aufregend. Ich habe die Chance, das zu tun, was ich am meisten liebe. Und ich bin älter geworden. Das macht es zu einer Herausforderung." Um Siege geht es Gibernau dabei nicht. Er will einfach Spaß haben, "und wohin mich das führt, weiß ich nicht."

In zwei Jahren hat sich viel getan

In manchen Bereichen muss sich Gibernau umstellen. In den zwei Jahren, in denen er nicht gefahren ist, hat sich in der MotoGP einiges verändert - vor allem in Sachen Technik. "Dazu werde ich eine Zeit lang brauchen. Und ich werde mir die Zeit nehmen, denn ich muss mich an vieles neu gewöhnen", sagte er. Die Elektronik spielte zu Gibernaus Zeiten noch keine so große Rolle wie jetzt. Das habe auch die Arbeit der Piloten verändert, erklärte er.

"Der Fahrer muss andere Infomationen geben, er wird andere Dinge gefragt. Die Sprache zwischen Fahrer und Ingenieur hat sich geändert", so Gibernau. Jetzt werde ein viel größerer Teil der Arbeit in der Box mit den einzelnen Spezialisten erledigt: "Deshalb muss ich mich ändern, weil das Team von mir andere Informationen braucht. Auch die Art zu fahren hat sich geändert. Es ist wirklich vieles anders und das ist ganz sicher sehr herausfordernd."

Spezielle Ziele hat sich Gibernau für sein Comeback-Jahr nicht gesteckt. Er nimmt es, wie es kommt. Ansonsten "bin ich dem Leben dankbar, denn es hat mich immer gut behandelt. Das ist alles."

Fotoquelle: Onde 2000

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