Marco Melandri hatte schon vergessen, welche Power in den Bikes steckt

MotoGP 2009

— 25.03.2009

Melandri: "Hatte kein perfektes Bike erwartet"

Emotionaler erster Test: Hayate-Pilot Marco Melandri hatte in Katar Herzklopfen - Hinten fehlt noch Grip - Kein Fan von Nachtrennen in der Wüste

Nach drei Monaten zwischen Hoffen und Bangen konnte Marco Melandri beim Test in Katar endlich wieder auf eine MotoGP-Maschine steigen. Der erste Test nach so langer Zeit, in der er um seine Zukunft zittern musste, war für den Italiener auch mit großen Emotionen verbunden. Auf seiner Internetseite schilderte der Hayate-Pilot seine Gefühle bei der ersten Ausfahrt in der Wüste.

"Ich war immer ein Fan der 990er, weil ich dachte, dass 800er in Sachen Speed Zeitverschwendung sind - was für ein Schwachsinn! Als ich aus der Box fuhr und auf meine erste Runde ging, hat mein Herz wie verrückt geklopft. Ich war so aufgedreht, dass ich permanent Gas gegeben habe und dabei jedes Mal einen Überschlag riskiert habe, denn ich dachte, ich hätte alles unter Kontrolle", so Melandri.

Es sei unmöglich gewesen, keine Wheelies zu machen, "ich habe mindestens drei Runden gebraucht, um auf Topspeed zu kommen. Ich hatte vergessen, dass diese kleinen 800er so schnell sind! Jetzt werde ich nie mehr sagen, dass nur 1000er richtige Maschinen sind. Die Antriebskraft eines GP-Bikes ist unbeschreiblich", begeisterte er sich.

Nach ein paar Runs hatte er zu einem "normalen Feeling" auf dem Bike zurückgefunden. Auch wenn er noch keine Topzeiten fahren konnte, ist Melandri mit dem Katar-Test zufrieden. Schließlich war mit dem Ausstieg von Kawasaki und dem Übergang des Teams in Hayate in den vergangenen Monaten zu viel passiert, um hoffen zu können, gleich ganz vorne mitzufahren. "Ich wusste, dass ich nach diesem Winter nicht das perfekte Bike erwarten kann", erklärte der Italiener.

"Auch wenn unser Speed noch recht langsam ist, habe ich im Sattel in gutes Gefühl, das Vorderrad scheint auch zu passen, besser als 2008. Zudem scheint die Maschine beim Beschleunigen ruhiger zu reagieren", hat Melandri festgestellt. "Was das Hinterrad angeht, hatte man mich schon gewarnt, dass es im ersten Test große Probleme mit dem Grip gab und das hat sich bestätigt. Ich denke, dass unser Speedproblem zu 80 Prozent an mangelndem Grip und Traktion liegt. Wir müssen jetzt abwarten, ob wir das beim Test in Jerez verbessern können."

Probleme in der Wüstennacht

In Jerez steht am Wochenende der letzte große Test vor der Saison an. Dann wird ernst: Am 12. April wird mit dem Nachtrennen in Katar die Saison 2009 eröffnet. Melandri gab allerdings zu, kein großer Fan von Nachtrennen in der Wüste zu sein. "Für die Fans mag das wirklich spektakulär sein, aber für uns Fahrer ist das nicht zu einfach", erklärte er. "Die Sicht ist hervorragend, aber man hat Schwierigkeiten, Distanzen einzuschätzen. Es ist schwer, die Kontrolle zu behalten, wenn man sich in die Kurve lehnt und für mich ist es auch schwierig, meine Grenzen zu erkennen."

Ein weiteres Problem sei die hohe Luftfeuchtigkeit: "Die hat ärgerliche optische Effekte und das wirkt sich so auf die Psyche aus, dass man langsamer fährt", hat der Italiener festgestellt. "Das mag ich überhaupt nicht! Dann ist es kalt, der Asphalt ist kälter als die Luft und die Bedingungen sind einfach nicht normal. Es ist schwierig, mit kalten Reifen rauszugehen und sie aufzuwärmen, ist genauso schwierig. Tatsache ist: Beim Test haben wir nach 23 Uhr jede Menge Stürze gesehen."

Fotoquelle: Kawasaki

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