Colin Edwards hofft auf ein ähnlich gutes Rennwochenende wie 2008

MotoGP 2009

— 14.05.2009

Vorschau Le Mans: Sturm auf Gallien!

Der Circuit Bugatti gilt als Yamaha-Strecke, weshalb sich Colin Edwards gute Chancen ausrechnet - Schlechte Wettervorhersage für das Wochenende

Nach dem grandiosen Europaauftakt vor knapp zwei Wochen im südspanischen Jerez de la Frontera gönnte sich der Grand-Prix-Zirkus ein kurze Auszeit, bevor man für Runde vier der Motorrad-WM 2009 nach Frankreich reiste. Schon seit Jahren gehört der Circuit Bugatti in Le Mans zu den Fixpunkten im WM-Kalender, obwohl in der langen Geschichte des Grand Prix von Frankreich auch auf sieben anderen Rennstrecken gefahren wurde.

Auch wenn die Pause nach dem letzten Rennen nicht allzu lange war, ließen die Teams die Zeit nicht ungenutzt verstreichen, um ihren Rennmaschinen ein Update zu verpassen oder personelle Veränderungen vorzunehmen. So wie es bei Ducati der Fall war: Mit Juan Martinez wird MotoGP-Champion 2006 Nicky Hayden ein erfahrener Mann als Crewchief zur Seite gestellt.

Nur Stoner kommt mit der GP9 klar

Wie berichtet möchte Ducati mit dieser Personalrochade - Haydens bisheriger Chefmechaniker Cristhian Pupulin soll sich wieder vermehrt auf seine Aufgaben als Trackingenieur für Datenanalysen konzentrieren - abgesehen von Casey Stoner die Leistungen seiner übrigen Piloten ankurbeln. Auch in diesem Jahr scheint es so, dass einzig der Überflieger aus "Down Under" das volle Potenzial aus der Desmosedici GP9 schöpfen kann.

Le Mans gilt seit Jahren als Yamaha-Strecke. Dennoch möchten Stoner und Ducati am Sonntag die Zielflagge als Erster sehen und diesen Ort von jener Liste streichen, wo die Roten - wie in Mugello, Indianapolis und Estoril - noch keinen Sieg in der Königsklasse MotoGP erringen konnten. Doch zurück zu Yamaha, die vergangenes Jahr in Le Mans einen famosen Dreifachtriumph landeten und diesen auch verständlicherweise nur allzu gerne wiederholen wollen. Valentino Rossi gewann damals vor seinem Teamkollegen Jorge Lorenzo und Colin Edwards vom Satellitenteam Tech 3.

Letztgenannter blickt diesem Wochenende sogar äußerst euphorisch entgegen: "Wenn ich noch einen Grand Prix gewinne, dann hier in Le Mans", verkündete der "Texas-Tornado" vor seiner Abreise in die Region an der Sarthe. Die Chancen stehen jedenfalls gut, dass auch an diesem Sonntag nach der 28-Runden-Hatz ein Yamaha-Pilot ganz oben auf dem Podium steht.

Trotzdem ist allemal ein spannendes Rennen zu erwarten, da auch Dani Pedrosa nach seinen zum Teil schweren Verletzungen mit seiner Werks-Honda immer besser in Form kommt. Mit der schlechten Wettervorhersage für Samstag und Sonntag drängt sich auch Chris Vermeulen in den Kreis der Favoriten für den Tagessieg. Der Rizla-Suzuki-Pilot gilt schlechthin als der Regenspezialist und hat dies auch bei seinem bisher einzigen Grand-Prix-Sieg vor zwei Jahren bei sintflutartigem Regen in Le Mans eindeutig unter Beweis gestellt.

Aoyama will es erneut wissen

In der 250er-Klasse möchte natürlich Hiroshi Aoyama mit der als nicht mehr "weiterentwickelt" beschriebenen Honda RSW seinen Höhenflug fortsetzen. Der ehemalige KTM-Pilot, der wegen des Ausstiegs des österreichischen Werkes aus der Viertelliterklasse gezwungen war, zu seinem ehemaligen Arbeitgeber zurückzukehren, und dies eigentlich nur als Notlösung sah, führt nach seinem famosen Sieg in Jerez etwas überraschend die Gesamtwertung an. Auf der Stop-&-Go-Strecke in Le Mans könnte es dem Japaner erneut gelingen, den großen Titelaspiranten Alvaro Bautista und Marco Simoncelli ein Schnippchen zu schlagen.

Berechtigte Hoffnungen auf ein Spitzenergebnis darf sich auch Lokalmatador Mike di Meglio machen. Der 125er-Weltmeister des Vorjahres und Teamkollege von Bautista gilt als Le-Mans-Spezialist und konnte auch 2008 seinen Heim-Grand-Prix gewinnen. Dass er den Klassenwechsel bereits bestens gemeistert hat, zeigte der 21-Jährige mit Platz drei im ersten Rennen in Katar.

Dass die Weltmeisterschaft 2009 in allen drei Klassen besonders spannend verläuft, belegt die Tatsache, dass es in neun Rennen acht verschiedene Sieger gab. Einzig Andrea Iannone stand dieses Jahr bereits zweimal bei einer Siegerehrung der 125er-Klasse auf der obersten Podiumsstufe. Wie auch sein schärfster Titelkonkurrent Julian Simon lieferte der Italiener zuletzt in Spanien eine Nullnummer ab. Gleiches gilt auch für die deutschen Hoffnungen Stefan Bradl, Sandro Cortese und Jonas Folger.

Der 4.185 Meter lange Circuit Bugatti befindet sich am Stadtrand von Le Mans und kam durch das wohl härteste Autorennen der Welt, die 24 Stunden von Le Mans, zu Weltberühmtheit. Wie erwähnt gehört der Rundkurs wegen der vielen harten Bremspunkte und ebenso vielen Beschleunigungsabschnitten in die Kategorie Stop & Go. Aus Sicht der Piloten zählt Le Mans nicht unbedingt zu den beliebtesten Schauplätzen, jedoch konnten sich die Zuschauerzahlen in den letzten Jahren auch bei sehr wechselhaften Bedingungen sehen lassen. Zumindest der neue Asphaltbelag bietet bei regennasser Fahrbahn entsprechend Grip.

Fotoquelle: Yamaha

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