Marco Melandri, Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa bei der Siegerehrung

MotoGP 2009

— 17.05.2009

Cleverer Lorenzo triumphiert in Le Mans

Jorge Lorenzo feierte in einem Flag-to-Flag-Rennen in Le Mans einen souveränen Sieg vor Marco Melandri - Schwarzer Tag für Valentino Rossi

Le Mans bleibt Yamaha-Land: Beim heutigen Grand Prix von Frankreich sicherte sich die japanische Marke den programmierten MotoGP-Sieg, allerdings triumphierte nicht etwa Superstar Valentino Rossi oder Geheimtipp Colin Edwards, sondern Jorge Lorenzo! Der Werkspilot fuhr in einem hochinteressanten Rennen zum zweiten Mal nach Motegi das Punktemaximum ein.

Gestartet wurde nämlich noch auf feuchter Strecke, doch schon nach wenigen Runden trocknete es ab, sodass die Flag-to-Flag-Regel zum Einsatz kam. Diese erlaubt einen kompletten Motorradwechsel zum Zwecke des Reifenwechsels, denn gestartet waren Lorenzo und Co. auf Regenpneus. Der junge Spanier pokerte dabei am cleversten - und wurde dafür reichlich belohnt. Mit dem heutigen Ergebnis übernahm er außerdem die Führung in der Weltmeisterschaft.

Lautes Lebenszeichen von Melandri

Doch die eigentliche Sensation war Marco Melandri, denn der Italiener schüttelte sein Seuchenjahr 2008 heute endgültig ab und fuhr mit seiner privaten Hayate-Kawasaki sensationell auf Rang zwei. Dritter wurde mit Dani Pedrosa (Repsol-Honda) der zu Beginn farblose und erst am Ende wieder lebendige Polesetter, während der sonst so fehlerlose FIAT-Yamaha-Teamleader Rossi einen der vielleicht schwärzesten Tage seiner Karriere erlebte.

Der "Doktor" bog als Vierter in die erste Kurve ein und lag nach drei Runden schon an zweiter Stelle, doch seine Entscheidung, gemeinsam mit Pedrosa als Erster auf Trockenreifen zu wechseln, entpuppte sich als Schuss ins Knie. Denn während Lorenzo auf der feuchten Strecke mit Rekordzeiten einen komfortablen Vorsprung aufbaute, rutschte Rossi auf einer nassen Stelle aus, wobei sein Motorrad beschädigt wurde. Damit war sein Rennen effektiv eigentlich beendet.

Rossi gab aber nicht auf, kam - inklusive einer Durchfahrstrafe wegen Pitlane-Speedings - insgesamt viermal an die Box und wurde am Ende mit drei Runden Rückstand 16. und Letzter. Lorenzo machte im Gegensatz dazu alles richtig: Der spätere Sieger wechselte erst in der zwölften von 28 Runden sein Motorrad und behauptete auf diese Weise ganz locker die Führung, die ihm in der Folge niemand mehr streitig machen konnte.

Zwischenzeitlich kam Melandri zwar bis auf vier Sekunden an Lorenzo heran, am Ende war es dann aber doch eine klare Sache. Der 2008 noch so geprügelte Hayate-Kawasaki-Pilot fuhr vor 75.000 Zuschauern zum ersten Mal seit 2007 wieder auf das Podium. Schon nach vier Runden lag Melandri aus eigener Kraft an vierter Stelle, anschließend wechselte er früh auf Trockenreifen, aber im Gegensatz zu Rossi und Co. verlor er trotzdem nicht den Anschluss zur Spitze.

Stoner nicht mit dem glücklichsten Tag

Hinter den beiden lieferten sich die Repsol-Honda-Stallgefährten Dovizioso und Pedrosa ein heißes Duell um den dritten Platz, das Pedrosa mit einem Manöver in der letzten Kurve für sich entscheiden konnte. Bereits eine halbe Minute Rückstand hatte der fünftplatzierte Casey Stoner, dessen Werks-Ducati zwischendurch den Eindruck machte, als stimme etwas nicht. Doch der Australier konnte sich immerhin gegen seinen Landsmann Chris Vermeulen (7./Rizla-Suzuki) durchsetzen.

Das Yamaha-Kundenteam Tech 3 wollte beim Heim-Grand-Prix eigentlich brillieren, doch aus dem erhofften Sieg von Edwards wurde nichts: Der "Texas-Tornado" war am Start nur ein harmloses Lüftchen, sodass der Zeitenmonitor am Ende der ersten Runde nur den 16. Platz anzeigte. Immerhin zeigte Edwards am Ende Kampfgeist, als er seinen Teamkollegen James Toseland und Loris Capirossi (Rizla-Suzuki) überholte und mit über 40 Sekunden Rückstand noch Achter wurde.

Auf den hinteren Rängen gab es keine Überraschungen und - abgesehen von Mika Kallio (Pramac-Ducati) - auch keine Ausfälle. Dadurch punkteten heute alle bis auf Rossi. Doch dass Yamaha zumindest über Lorenzo jubeln durfte, hatte man dem geistesgegenwärtigen Starter zu verdanken, der den am Start falsch aufgestellten Lorenzo anwies, den richtigen Platz einzunehmen. Wäre dies nicht korrigiert worden, hätte es wohl eine nachträgliche Strafe gegeben...

Fotoquelle: Bridgestone

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.