Casey Stoner bescherte Ducati heute in Mugello den ersten Heimtriumph

MotoGP 2009

— 31.05.2009

Mugello: Stoner vermiest Rossi die MotoGP-Party!

Casey Stoner gewann das aufregende Flag-to-Flag-Rennen in Mugello vor den FIAT-Yamaha-Stars - Marco Melandri nach Führung nur Elfter

Mugello ist jedes Jahr wieder ein Highlight im MotoGP-Kalender, aber die große Party um Lokalmatador Valentino Rossi blieb diesmal aus. Im heutigen Flag-to-Flag-Rennen auf anfangs nasser Strecke spielte Ducati-Star Casey Stoner seine ganze Klasse aus und vermieste damit seinem Erzrivalen auf der FIAT-Yamaha die große Party.

Für Rossi war dies auf heimischem Terrain die erste Niederlage seit dem Regenrennen von 2001, als Alex Barros gewinnen konnte. Zumindest kämpfte er sich aber als Dritter noch auf das Podium nach vorne. In der Weltmeisterschaft hält der "Doktor" somit bei 81 Punkten; in Führung liegt Ex-Champion Stoner (90), der Ducati den ersten MotoGP-Triumph in Mugello bescherte, vor dem heute glücklosen Polesetter Jorge Lorenzo (FIAT-Yamaha/86).

Denkbar schlechter Start für Lorenzo

Letzterer sorgte schon vor dem Start für Aufsehen, als er in der Runde auf den Grid zu Sturz kam und das Motorrad wechseln musste - vor einem Flag-to-Flag-Rennen sicher kein Vorteil. Lorenzo erwischte dann auch einen katastrophalen Start, hatte Wheelspin und kam nur als Zehnter aus der ersten Runde zurück. An die Spitze setzte sich zunächst für ein paar Meter Randy de Puniet (LCR-Honda), länger dort behaupten konnte sich aber erst Chris Vermeulen (Rizla-Suzuki).

Der Regenspezialist aus Australien führte zu Beginn vor Andrea Dovizioso (Repsol-Honda) und Stoner, doch auf abtrocknender Strecke kam James Toseland (Tech-3-Yamaha) schon in der vierten Runde zum ersten Motorradwechsel an die Box. Wenig später tat es ihm Niccolò Canepa (Pramac-Ducati) gleich. Der Poker ging auf - mit Verzögerung: Toseland verlor zunächst zwar viel Boden, geigte dann aber später auf, weil er sich früher als alle anderen auf Trockenheit einstellen konnte.

Bevor in der zehnten Runde das gesamte Feld auf Trockenreifen wechselte, gehörte das Rennen wie schon zuletzt in Le Mans Überraschungsmann Marco Melandri: Der Hayate-Kawasaki-Pilot arbeitete sich vom 15. Startplatz aus immer weiter nach vorne und ging kurz vor den entscheidenden Boxenstopps sogar an Rossi vorbei in Führung. Doch im wichtigeren zweiten Teil des Rennens wurde er mit abbauender Pace nach hinten durchgereicht.

In der Schlussphase kämpfte dann ein Fünferpaket bestehend aus Stoner, Loris Capirossi (Rizla-Suzuki), Dovizioso und den beiden FIAT-Yamahas um den Sieg. Zum tragischen Helden wurde Lokalmatador Capirossi, der in der 16. Runde an Stoner vorbei kurzzeitig in Führung ging, am Ende aber auch noch Lorenzo, Rossi und Dovizioso passieren lassen musste und somit deutlich am anvisierten Podestplatz vorbeischrammte.

Rossi erstmals seit 2001 geschlagen

Eben diesen musste Rossi auf den letzten Metern hartnäckig gegen Dovizioso verteidigen, der lange Zeit wie der schnellste Mann ausgesehen hatte, im Finish aber nicht mehr die nötige Pace vorweisen konnte, um zu gewinnen. Somit ließ sich Stoner mit einer souveränen Vorstellung die Butter nicht mehr vom Brot nehmen: Der Australier gewann 1,001 Sekunden vor Lorenzo und übernahm damit wie erwähnt auch in der Weltmeisterschaft die Gesamtführung.

Toseland verlor in der letzten Runde trotz seiner cleveren Strategie das teaminterne Duell gegen Colin Edwards um 1,170 Sekunden und wurde Siebenter, gefolgt von de Puniet, Canepa und Vermeulen in den Top 10. Melandri fuhr nach 23 Runden mit mehr als einer halben Minute Rückstand als Elfter über die Ziellinie. Insgesamt wurden 15 Fahrer gewertet, darunter auch Alex de Angelis (Gresini-Honda), der trotz eines Sturzes einen Punkt sammelte.

Opfer der schwierigen Bedingungen wurden Yuki Takahashi (Scot-Honda) und Dani Pedrosa (Repsol-Honda), die als einzige Fahrer frühzeitig ausschieden. Pedrosa ging gehandicapt ins Rennen, kämpfte aber tapfer, bis er in der 13. Runde in einer Rechtskurve von der Strecke abkam und stürzte. Der Spanier musste auf einer Trage weggebracht werden - zwei Wochen vor seinem Heim-Grand-Prix im spanischen Barcelona kein gutes Omen.

In der Weltmeisterschaft zeichnet sich nach fünf von 17 Rennen immer mehr ein Dreikampf zwischen Stoner und den beiden FIAT-Yamaha-Stars Lorenzo und Rossi ab - interessanterweise jene drei Fahrer, die auch diesem Rennwochenende von Anfang an ihren Stempel aufdrücken konnten. Punkte haben bereits alle 18 Piloten auf dem Konto - auch Sete Gibernau (GFH-Ducati), der in Mugello verletzungsbedingt pausieren musste.

Fotoquelle: Bridgestone

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