MotoGP 2009

MotoGP 2009

— 16.06.2009

Bei Suzuki arbeitet man am Topspeed

Rizla-Suzuki-Teammanager Paul Denning spricht im Exklusiv-Interview mit 'Motorsport-Total.com' über die neuen Komponenten an der GSV-R 800

Frage: "Suzuki hat hier zum Grand Prix neue Teile mitgebracht. Motorkomponenten, Änderungen an der Geometrie wurden vorgenommen; würden Sie bitte all dieses etwas genauer erklären?"
Paul Denning: "Leider nein! Ich kann wirklich keine genaueren Details verraten. Oder sagen wir so, der Motor ist nicht neu, lediglich interne Komponenten haben ein Update erhalten. Die Zielsetzung ist sehr einfach interpretiert, wir arbeiten hart daran, um unseren Motorrad zu mehr PS zu verhelfen. Die beiden Fahrer sprechen auch bereits von mehr Topspeed. Fakt ist aber, wir haben immer noch nicht das schnellste Motorrad im Feld."

Frage: "Bei Loris Capirossi hat man aber im Rennen eine deutliche Steigerung gesehen, als er mit Dani Pedrosa um Platz fünf gekämpft hatte."
Denning: "Ja, Loris hatte mit Dani einen heißen Fight. Dieses Update hat ihm die Chance dazu gegeben. Fairerweise muss man aber auch erwähnen, dass Dani verletzt ist. Trotzdem können wir von einer Steigerung sprechen, denn wir können uns jetzt im Windschatten der Werks-Ducatis halten. Dies bringt uns vor allem im Rennen in eine wesentliche günstigere Position, denn dadurch müssen sich unsere Piloten nicht in jeder Bremszone und Kurve wieder mühsam an ihre Vorderleute heran arbeiten. Aber noch ein Wort zum Rennen von Loris. Der fünfte Platz ist nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass er von sehr weit hinten gestartet ist."

Frage: "Dieses Update wurde bei beiden Fahrern eingesetzt?"
Denning: "Ja!"

Frage: "Aber wenn man die Topspeed-Werte an diesem Wochenende vergleicht, scheint das nicht so der Fall zu sein?"
Denning: "Loris' Bike ist immer etwas schneller als jenes von Chris Vermeulen. Das ist aber auch ganz einfach erklärt, denn Loris ist viel kleiner und deswegen ist bei seinem Paket die Aerodynamik besser. Bis jetzt wissen wir auch noch nicht genau, warum der Motor von Chris im Rennen nicht einwandfrei funktioniert; nicht zu 100 Prozent. Es war aber kein grundlegendes Problem."

Frage: "Der Test wurde bestimmt dafür herangezogen, um weitere Erfahrungen mit den neuen Komponenten zu sammeln?"
Denning: "Ja, natürlich! Wir haben auch ein neues Chassis mit unterschiedlicher Geometrie getestet. Dies wird aber nicht sofort zum Einsatz kommen, sondern wir wollten damit nur Informationen für nächstes Jahr sammeln. Und viele weitere Sachen auch, Elektronik, Dämpfung, usw. Dabei haben wir einige Fortschritte erzielt. Zwar keine Großen, aber wir geben damit den Fahrern das Gefühl, dass wir alles unternehmen, um konkurrenzfähig zu werden und dass sie an der Spitze kämpfen können."

"Der Test war im Allgemeinen sehr gut. Mit beiden Fahrern haben wir 166 Runden zurück gelegt, was bei diesen hohen Temperaturen ganz beachtlich ist. Den Rundenzeiten wurde aber absolut keine Bedeutung beigemessen. Viel wichtiger war uns aber, dass wir uns neben den zuvor erwähnten Dingen auch vielen anderen Kleinigkeiten widmen konnten. Loris und Chris haben uns mit sehr vielen wertvollen Informationen versorgt, welche uns für Assen und darüber hinaus sehr viel helfen werden; und auch in fernerer Zukunft."

Frage: "Wie geht man weiter vor, werden die neuen Teile auch in unmittelbarer Zukunft wieder eingesetzt?"
Denning: "Die neuen Motoren werden vorerst ins Werk nach Japan geschickt, wo sie bis zum nächsten Rennen einer eingehenden Prüfung unterzogen werden. Hoffentlich bekommen wir sie bis Assen wieder rechtzeitig retour, denn dies jetzt nach Japan zu schicken und wieder retour nach Europa ist nicht unbedingt die einfachste Sache der Welt. Aber im Werk arbeitet man sehr hart und es wird alles versucht dies logistisch auf die Reihe zu kriegen."

Frage: "Zum Schluss noch eine Frage zur Zukunft: Beide Fahrer haben einen Einjahresvertrag. Macht man sich jetzt schon Gedanken zur Fahrerfrage fürs nächste Jahr?"
Denning: "Unsere oberste Priorität liegt darin die Situation unserer zwei Fahrer zu verstehen, denn wir glauben an ihr Potenzial. Im Moment wissen wir wirklich noch nicht, ob es irgendwelche Änderungen geben wird. Wir haben erst ein Drittel der Saison hinter uns. Es ist eindeutig zu früh, um darüber zu reden. Wir konzentrieren uns jetzt hauptsächlich auf unsere Leistungen auf der Rennstrecke und vielleicht ergibt sich in ein, zwei Monaten ein klareres Bild, um sich über die Zukunft Gedanken zu machen."

Fotoquelle: Suzuki

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