100. Sieg für Valentino Rossi: Der beste Motorradrennfahrer aller Zeiten?

MotoGP 2009

— 27.06.2009

Rossi schreibt in Assen Geschichte: 100. Sieg!

Die Weltmeisterschaft bleibt offen, aber Valentino Rossi krönt sich zum König der Dutch TT in Assen: Sieg vor Jorge Lorenzo und Casey Stoner

13 Jahre nach seinem ersten Sieg in der Motorrad-WM beim 125er-Rennen in Brünn 1996 schrieb Valentino Rossi heute beim Grand Prix der Niederlande in Assen Geschichte: Der FIAT-Yamaha-Superstar lieferte eine perfekte Vorstellung ab, geriet über 26 Runden nie wirklich in Gefahr und sicherte sich den 100. Triumph seiner unglaublichen Karriere!

Ausgerechnet auf der traditionsreichen Dutch-TT-Strecke in Assen, wo er im Vorjahr noch ausgeschieden war, feierte Rossi eine seiner größten Sternstunden. Gekrönt wurde diese durch die Übernahme der alleinigen Führung in der Fahrer-WM, auch wenn von einer Vorentscheidung noch lange keine Rede sein kann. Denn seine schärfsten Rivalen Jorge Lorenzo (FIAT-Yamaha) und Casey Stoner (Marlboro-Ducati) sicherten sich die Plätze zwei und drei.

Volles Haus in Assen

Den Start entschied vor 96.152 Zuschauern erwartungsgemäß Dani Pedrosa für sich, aber das Repsol-Honda-Feuerwerk war heute schon vor Halbzeit ausgebrannt: Pedrosa und sein Teamkollege Andrea Dovizioso stürzten jeweils in der ersten Kurve, jeweils an vierter Stelle liegend - damit dürfte der WM-Zug für Pedrosa endgültig abgefahren sein. Besonders bitter ist dieser Ausfall, als 16 der 19 gestarteten Teilnehmer ins Ziel kamen.

Noch in der ersten Runde ging Stoner kurzzeitig in Führung, aber schon wenig später übernahm Rossi das Kommando und gab es nicht mehr ab. Ab der fünften Runde erhöhte der "Doktor" seine Schlagzahl und setzte sich zunächst um 1,5 Sekunden von Verfolger Lorenzo ab, auf den er im Rahmen seiner Soloshow bis ins Ziel 5,368 Sekunden Vorsprung herausfahren konnte. Die beiden Werks-Yamahas waren dabei in ihrer eigenen Liga.

Dem drittplatzierten Stoner - die ersten fünf Positionen waren in einem wenig ereignisreichen Rennen früh bezogen - fehlten auf der Ziellinie mehr als 20 Sekunden auf die Siegerzeit von 42.14.611 Minuten. Mit Respektabstand hinter dem Australier kamen Assen-Spezialist Colin Edwards (Tech-3-Yamaha) und der gut gestartete Chris Vermeulen (Rizla-Suzuki) ins Ziel. Die meiste Action spielte sich aber hinter diesen fünf Piloten ab.

Denn am Kampf um Platz sechs beteiligten sich phasenweise bis zu sieben Fahrer! Schlussendlich hatte der wiedererstarkte James Toseland (Tech-3-Yamaha) das beste Ende für sich, gefolgt von Randy de Puniet (LCR-Honda) und Toni Elias (Gresini-Honda), der aus der ersten Runde noch als Letzter zurückgekommen war, dann aber immer besser ins Rennen fand. Neunter wurde Nicky Hayden (Marlboro-Ducati), Zehnter Loris Capirossi (Rizla-Suzuki).

Kallio in letzter Runde k.o.

Riesenpech hatte indes Pramac-Ducati-Junior Mika Kallio, denn der Finne lag kurz vor Rennende an sechster Stelle, warf ein mögliches Topergebnis aber in der letzten Runde noch weg. Ärgern dürften sich auch Elias und Capirossi, die die Gruppe vor der letzten Schikane anführten, ehe sie im Zweikampf von der Strecke abkamen. Nutznießer war Toseland, für den der sechste Platz nach einer bisher verkorksten Saison Gold wert ist.

Auf den hinteren Rängen gab es keine nennenswerten Überraschungen, doch Niccoló Canepa konnte im Finish immerhin noch Yuki Takahashi (Scot-Honda) niederfighten - ein schwacher Trost für die Pramac-Ducati-Truppe, die heute mit Kallio ihr bestes Saisonergebnis einfahren hätte können. 16. und Letzter wurde der in der MotoGP-Klasse noch unerfahrene Scot-Honda-Rookie Gabor Talmacsi. Der Ungar lag nach einem guten Start an 15. Position, fiel dann aber sukzessive zurück.

Nach der Zieldurchfahrt spielten sich um Triumphator Rossi schöne Szenen ab: Der 30-Jährige feierte seinen 100. Grand-Prix-Sieg zunächst mit einer standesgemäßen 100er-Flagge und rollte dann auch noch ein riesiges Transparent aus, auf dem jeder einzelne seiner 100 Erfolge mit Foto und Nummer verewigt ist. Sportlich fair: Auf der Auslaufrunde gratulierten ihm fast alle Gegner zu diesem historischen Sieg in Assen.

Fotoquelle: Bridgestone

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