Lorenzo wohnte einige Wochen in London und besuchte eine Schauspielschule

MotoGP 2009

— 24.07.2009

Lorenzo: "Rossi ist weder unschlagbar noch ein Gott"

Jorge Lorenzo lässt sich von den teaminternen Niederlagen gegen Valentino Rossi nicht entmutigen: "Es ist eine Frage der Arbeit, der Zeit und der Cleverness"

Jorge Lorenzo geht seinen eigenen Weg. Der junge Spanier lässt sich von den Niederlagen gegen Valentino Rossi ebenso wenig irritieren wie von den stockenden Vertragsverhandlungen mit Yamaha. Bislang konnte sich der Mallorciner nicht über die Modalitäten eines neuen Kontraktes mit seinem Arbeitgeber einigen. "Es geht dabei nicht nur um Geld", so der Yamaha-Youngster, "sondern es geht auch um das Standing im Team."

Honda hat bereits großes Interesse angekündigt. Angesichts der aktuellen Stärke der Yamaha in der MotoGP wäre ein Markenwechsel kaum nachvollziehbar, doch Lorenzo sieht dies anders: "Ich bin überzeugt, dass in diesem und auch in den kommenden Jahren der jeweils beste Fahrer den Titel holt. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, auf welchem Motorrad man sitzt. Ich bin offen. Yamaha ist ein tolles Team, aber ich weiß nicht, was passieren wird."

Lorenzo fordert beim japanischen Werksteam absolute Gleichbehandlung, auch wenn er anmerkt: "Es ist klar, dass Rossi die neuen Teile am Bike vielleicht zuerst bekommt. Das ärgert mich überhaupt nicht. Ich habe trotzdem eine konkurrenzfähige Maschine, mit der ich Rennen gewinnen kann." Zwar hat der 22-Jährige zwei Saisonsiege auf dem Konto, doch in den direkten Duellen gegen den "Doktor" in Barcelona und am Sachsenring unterlag er jeweils.

"Ich muss ehrlich sagen, dass mich Rossi nur wenig interessiert", meint Lorenzo fast patzig. Doch er meint es gar nicht so: "Ich habe höchsten Respekt vor ihm, denn er ist einer der besten Fahrer aller Zeiten. Trotzdem denke ich nicht großartig über ihn nach. In den Medien benehmen wir uns anständig, aber wir sind ganz sicher nicht die besten Freunde." Lorenzo ist eher von Sete Gibernau und Max Biaggi angetan - beide waren über viele Jahre Intimfeinde von Valentino Rossi.

"Ich mag starke Persönlichkeiten", erklärt Lorenzo, der den exzentrischen Fußballer Eric Cantona und Tennis-Wüterich John McEnroe als Vorbilder nennt: "Ich mag keine Leute, die immer nur 'Ja' sagen. Im Sport blicke ich auch nicht immer nur auf den Sieger, sondern mehr auf besondere Leute. Eric Cantona war eine solche Person. Er kam vielleicht manchmal arrogant rüber, oder war vielleicht auch charakterlich nicht immer ein Vorbild, aber er hatte besondere Qualitäten."

Im Zweikampf gegen seinen prominenten Yamaha-Teamkollegen habe er eine nüchterne Herangehensweise, so Lorenzo weiter: "Viele Leute sehen Valentino als einen Gott, weil er ein besonderer Fahrer ist, der sich hervorhebt und mehr als 100 Grands Prix gewonnen hat. Ich hingegen halte Rossi weder für unschlagbar noch für einen Gott. Ich bin überzeugt, dass es nur eine Frage von Arbeit, Zeit und Cleverness ist, bis ich ihn besiege."

Fotoquelle: xpb.cc

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