Nicky Hayden hat bislang den Anschluss an die Spitze nicht hergestellt

MotoGP 2009

— 28.07.2009

Hayden: "Manchmal nagt es an mir"

Ex-Weltmeister Nicky Hayden und seine Probleme mit der Ducati Desmosedici GP9: Ein Kind italienischer Eltern

Nicky Hayden erlebt das Schicksal von Marco Melandri. Der Italiener stand im vergangenen Jahr überraschend deutlich im Schatten seines damaligen Ducati-Teamkollegen Casey Stoner. Seit Melandri auf einer Kawasaki sitzt läuft es besser. In diesem Jahr macht Ex-Weltmeister Nicky Hayden die gleichen Erfahrungen. Die GP9 ist ein Biest, welches nur Stoner zähmen kann.

"Manchmal auf den langen Flügen in die Heimat nagt das unwahrscheinlich an mir", beschreibt Hayden seine Emotionen in der 'GPWeek'. Der Amerikaner steckt dennoch nicht den Kopf in den Sand: "Nach ein paar Tagen denke ich dann immer: 'Du hast vielleicht eine schlechte Saison, aber ganz sicher kein schlechtes Leben'. In Laguna Seca hat mir ein Fan sogar eine Flasche Tequila geschenkt, weil ich ihm so leid tat."

"Es kann nicht immer eitel Sonnenschein herrschen. Als ich zwölf Jahre alt war, ist uns das Geld ausgegangen. Da sah es richtig finster aus", relativiert Hayden seine aktuellen Sorgen als zweiter Mann bei Ducati. Der Champion von 2006 hat die Maschine noch nicht verstanden: "Jedes Bike hat seine Eigenarten. Aber bei den japanischen Maschinen ist es so, dass sie anscheinend von der derselben Mutter, aber verschiedenen Vätern abstammen. Bei der Ducati ist dagegen alles anders. Die hat eine ganz eigene Art."

Nicht nur die hoch entwickelte Elektronik des italienischen Motorrads sei für die Probleme verantwortlich, gesteht Hayden. Die GP9 sei teils völlig unberechenbar: "Manchmal frage ich mich, womit sie mein Bike putzen. Es ist wirklich komisch. Ab und zu verändern wir zwischen den Sessions wirklich überhaupt nichts und trotzdem fühlt es sich komplett anders an." Er habe sich allerdings nun langsam an die Situation gewöhnt. Es sind Fortschritte sichtbar.

Spätestens seit dem guten Auftritt beim Heimrennen in Laguna Seca scheint Licht am Ende des Tunnels. Auch der unglückliche Auftritt in Donington ändert nichts an dieser Tendenz. "Der Ball ist nun ins Rollen gekommen", so Hayden, "aber dieser letzte Schritt in die Spitzengruppe ist besonders hart. Dafür muss wirklich alles perfekt laufen."

Um ein perfektes Bike zu bekommen, musste "Kentucky Kid" seine Kommunikation umstellen. In Gesprächen mit seinen Technikern bemüht er sich neuerdings, möglichst sauberes Oxford-Englisch zu verwenden, um Missverständnisse zu vermeiden. Hayden versucht alles, um den Anschluss an die Spitze herzustellen, erkennt aber auch an: "Es hat seinen Grund, warum die Jungs an der Spitze das meiste Geld kassieren. Man bekommt im Kampf ganz vorne gar nichts geschenkt."

Fotoquelle: Ducati

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