In der kommenden Woche fährt Jorge Lorenzo auf dem Wiener Ring

MotoGP 2009

— 06.08.2009

Lorenzo: "Meine Mentalität hat sich geändert"

Yamaha-Pilot Jorge Lorenzo und sein persönlicher Wandel seit 2008: Mehr Reife, mehr Erfolge und weniger Stürze

"Ich bin stolz auf meiner bisherigen Leistungen", sagt Jorge Lorenzo im Interview mit der 'Speedweek' und stellt mit diesem Worten deutlich dar, dass er sich gewandelt hat. In den kleinen Klassen galt der junge Spanier oft als schwieriger Charakter, der aus reiner Scheu niemals positive Emotionen hervorbrachte - von solch klaren Ansagen voller Selbstbewusstsein ganz zu schweigen.

Lorenzo hat gelernt, viel gelernt: Durchsetzungsvermögen, Diplomatie und Rennfahren gegen die Topstars der Szene. Mittlerweile ist der auf Mallorca geborene Yamaha-Fahrer der größte Herausforderer von Valentino Rossi. Mehr als einmal hat Lorenzo das italienische Denkmal ins Wanken gebracht. Bisher konnte sich meist Rossi gerade noch durchsetzen. "Ich rede mir nicht mehr ein, ich sei zu jung oder Valentino sei ein übermächtiger Gegner. Damit beschäftige ich mich nicht", stellt Lorenzo klar.

Der Besuch einer Schauspielschule und die schnellen Erfolge nach seinem Einstieg in die MotoGP haben ihn auf seinem Weg zu neuem Selbstbewusstsein geholfen. Selbst die vielen Stürze im Debütjahr machen ihm im Rückblick nichts aus: "Das Publikum verlangt viel von mir. Ich soll Rennen gewinnen und gleichzeitig nie stürzen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ich hatte 2008 nicht das beste Motorrad und nicht die besten Reifen. Wenn du trotzdem vorne mitfahren willst, dann sind Stürze unausweichlich."

Die vielen heftigen Crashs haben bei Lorenzo Spuren hinterlassen - nicht nur offen sichtbare Narben an Fußgelenken, Knöcheln, Schulter und Hand. "Ich habe aus 2008 meine Lehren gezogen", teilt der 22-Jährige mit. "Wenn Motorrad und Reifen keinen Sieg erlauben oder du verletzt bist, musst du Gas zudrehen und eine Niederlage in Kauf nehmen. Wenn ich wettbewerbsfähig bin, gehe ich aufs Ganze. Wenn nicht, werde ich Zweiter, Vierter oder Fünfter."

"Meine Mentalität hat sich geändert", fasst Lorenzo zusammen. Dies liege hauptäschlich an der Erkenntnis, dass man seine eigenen Ansprüche an die jeweiligen Voraussetzungen knüpfen müsse, die einem das Team, das Motorrad und alle weiteren wichtigen Faktoren gerade bieten. Bei Yamaha ist der Mallorquiner mittlerweile heimisch. Er will im Team immer alle Details erfahren: "Wichtig ist, dass man diese Neugier nie verliert und sich stets weiterbildet. Wenn du nicht mehr neugierig bist, dann wirst du alt und sarkastisch."

Das Auftreten des Spaniers hat sich deutlich verändert. Früher feierte er seine Erfolge in den kleinen Klassen mit einem scheuen, fast grimmigen Gesichtsausdruck und sehr wenigen Worten. Heutzutage spudelt es sogar aus Lorenzo heraus. "Wenn ich etwas ändern dürfte, dann würde ich die gesamte Elektronik abschaffen. Traction-Control, Launch-Control, alles. Aber ich bin nicht mächtig genug. Im Moment passiert das, was Valentino befiehlt."

Fotoquelle: Yamaha

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