Valentino Rossi fuhr in Misano mit Bridgestone einen neuen Rundenrekord

MotoGP 2009

— 09.09.2009

Bridgestone: Neuer Rundenrekord in Misano

Bridgestone-Entwicklungschef Tohru Ubukata analysiert im Interview den San-Marino-Grand-Prix: Rundenrekord, Compounds und symmetrische Reifen

Bridgestone war in Misano immer erfolgreich, seit die MotoGP 2007 auf die italienische Strecke zurückkehrte. Die Pole-Positions und die Siege gingen immer an Piloten mit Reifen des japanischen Herstellers. In diesem Jahr konnte sich das nicht ändern, da Bridgestone nun alleiniger Reifenlieferant der Königsklasse ist. Der Erfolg in diesem Jahr war der neue Rundenrekord von Valentino Rossi. Im Interview blickt Bridgestone-Entwicklungschef Tohru Ubukata zurück auf den Grand Prix von San Marino.

Frage: "Beim San Marino Grand Prix gab es einen neuen Rundenrekord. was sagen Sie dazu?"
Tohru Ubukata: "Ich bin sehr glücklich darüber, denn es zeigt, wie hoch das Leistungsniveau unserer Reifen ist und welchen Speed die Fahrer damit fahren können. Wir haben in der MotoGP keinen Mitbewerber mehr, aber die Tatsache, dass es in dieser Saison sechs neue Rundenrekorde gegeben hat, ist für uns ein guter Maßstab, was die Performance unserer Reifen angeht."

"In diesem Jahr gab es neue Rundenrekorde durch Valentino in Jerez, Assen und Misano, durch Jorge Lorenzo in Brünn und Indianapolis sowie durch Dani Pedrosa am Sachsenring. In Jerez, Assen, Brünn und Misano ist die Durchschnittsgeschwindigkeit recht hoch, während am Sachsenring und in Indianapolis der Reifenabrieb groß ist. Deshalb bin ich mit der Performance unserer Reifen bei solch schwierigen Bedingungen sehr zufrieden."

Frage: "Warum fiel im Rennen die Wahl der Compounds für die Hinterreifen so unterschiedlich aus, während das bei den Vorderreifen weniger der Fall war?"
Ubukata: "Während des Rennens war die Lufttemperatur niedriger als während des Qualifyings und des Trainings am Freitag. Das ist der Hauptgrund, warum sich so viele Piloten für den weicheren Reifen entschieden haben. Allerdings gibt es in Misano viele Bodenwellen, vor allem in den Bremszonen. Deshalb kann das Hinterrad beim extremen Bremsen hüpfen. Dadurch wird das gesamte Gewicht der Maschine auf das Vorderrad verlagert und vorn ist eine gute Stabilität nötig, damit die Piloten pushen können. Die harte Vorderradmischung ist steifer als der Medium-Compound. Damit ist die Stabilität größer und deshalb haben sich die meisten Fahrer für diese Option entschieden."

Frage: "In Indianapolis gibt es zehn Links- und sechs Rechtskurven. Dort wurden asymmetrische Reifen eingesetzt. In Misano gibt es sechs Links- und zehn Rechtskurven und dort wurde mit symmetrischen Reifen gefahren. Warum?"
Ubukata: "Anders als in Indianapolis wurden hier keine asymmetrischen Reifen benötigt, weil der Temperaturunterschied zwischen den rechten und den linken Schultern der Reifen nicht so groß war. Wir setzen asymmetrische Reifen nur dann ein, wenn eine Seite der Reifen deutlich mehr belastet wird als die andere und eine höhere Arbeitstemperatur hat. In Misano ist der Temperaturunterschied viel geringer als in Indianapolis. Zudem geht es in Misano flüssig von Recht- in Linkskurven über, deshalb bleiben beide Reifenseiten während einer Runde auf ihrer Arbeitstemperatur, statt zwischen den einzelnen Kurven abzukühlen."

Frage: "Werden asymmetrische Reifen in dieser Saison noch einmal zum Einsatz kommen?"
Ubukata: "Wir werden zu drei der noch vier ausstehenden Rennen asymmetrische Reifen mitbringen. Sie werden in Estoril, auf Phillip Island und beim letzten Rennen in Valencia eingesetzt."

Fotoquelle: Yamaha

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