Große Ehre: Mika Kallio wurde als Stoner-Vertreter ins Ducati-Werksteam befördert

MotoGP 2009

— 29.09.2009

Kallio: "Ich hatte eigentlich eine schnellere GP9 erwartet"

Mika Kallio im Exklusivinterview: Der Finne gibt einen Einblick in seine Erfahrungen als Springer zwischen dem Ducati-Werksteam und seiner Satelliten-Mannschaft

Als MotoGP-Rookie hatte Mika Kallio die Ehre, die verwaiste Werks-Ducati von Casey Stoner für drei Rennen übernehmen zu dürfen. Schon beim ersten Einsatz vor mehr als einem Monat in Brünn ging er recht flott zur Sache. Mit der Rückkehr des MotoGP-Champions von 2007 stellt sich für Kallio im Pramac-Kundenteam ab dem kommenden Wochenende der Grand-Prix-Alltag wieder ein. Grund genug für 'Motorsport-Total.com' einige Insiderdetails zu hinterfragen.

Frage: "Mika, kannst du uns etwas über die Erfahrungen erzählen, die du in den letzten drei Rennen im Werksteam sammeln konntest?"
Mika Kallio: "Zunächst möchte ich noch einmal betonen, was für ein tolles Gefühl es war Teil des Werkteams zu sein. Es war wie ein Traum, so wie es wahrscheinlich für jeden Rennfahrer ist. Ich konnte auf Anhieb einen ähnlichen Speed fahren wie zuvor mit dem Pramac-Bike. Daher würde ich sagen sind die beiden Maschinen in etwa auf einem gleichen Stand. Dies wurde mir auch im Vorhinein gesagt, dass sich unsere Kundenmaschine zu Stoners Motorrad technisch wenig unterscheidet. Daher hatten sich meine Erwartungen für diese drei Rennen etwas in Grenzen gehalten."

Mit gleicher Mannschaft beim anderen Team

Frage: "Gibt es Unterschiede in der Arbeitsweise zwischen dem Werksteam und dem Pramac-Team? Wenn ja, besteht eine Möglichkeit die positiven Aspekte zu übertragen?"
Kallio: "Für diese drei Rennen hatte ich meine eigenen Ingenieure von meinem Team mitgenommen. Nur die Mechaniker waren neu für mich. Aus diesem Grund war auch die Arbeitsweise gleich wie zuvor. Den einzigen Unterschied, den ich feststellen konnte, war der bei weitem größere Medienrummel um meine Person in der Box des Werksteams."

Frage: "Du beteuerst immer wieder, dass die beiden Desmosidici GP9 ziemlich gleichwertig sind. Kannst du dennoch nach diesen drei Grand-Prix-Wochenenden die markantesten Unterschiede in kurzen Worten erklären?"
Kallio: "Um ehrlich zu sein hatte ich erwartet, dass die Werksmaschine ein Stück schneller sein würde als das Pramac-Bike. Aber letztendlich sind beide Maschinen in etwa gleich schnell. Der positive Aspekt an dieser Geschichte ist aber zu wissen, dass wir in unserer Pramac-Racing-Team-Garage ein ziemlich konkurrenzfähiges Bike stehen haben. Darüber hinaus ist es auch grundlegend wichtig zu wissen, dass wir alle Daten aller Ducati-Piloten heranziehen können."

Frage: "Glaubst du, dass es möglich sein wird, die Pramac-Maschine in der gleichen Art wie die Werks-GP9 abzustimmen, sodass sich dies mehr oder wenig gleich auf die Reifen auswirkt oder besser ausgedrückt, dass man die gleiche Reifenwahl wie die Werks-Piloten vornehmen kann?"
Kallio: "Wie ich schon zuvor erklärt habe, befinden wir uns auf dem gleichen Stand. Die Unterschiede im Setup der Ducati entstehen ganz nach den Ansprüchen jedes einzelnen Fahrers. Natürlich können wir die gleiche Reifenwahl vornehmen, jedoch muss jeder Pilot die beste Abstimmung für seinen persönlichen Fahrstil selbst erarbeiten."

Reifenwahl fällt manchmal schwer

Frage: "Die diesjährige Einheitsreifenregelung zeigt einen sehr breiten Arbeitsbereich und große Überschneidungen jeder einzelnen Reifenmischung. Kann man den Unterschied für das Gefühl für jede Mischung erklären und welche Gründe sind letztendlich ausschlaggebend die eine oder andere Mischung zu wählen?"
Kallio: "Vor allem ist es für die Rookies einfacher nur aus zwei Mischungen wählen zu müssen. Zu einem Problem kommt es erst, wenn beide Mischungen auf Anhieb nicht gut genug funktionieren. Dann tut sich jeder Pilot schwer aus zwei weniger guten Optionen wählen zu müssen. Wir haben nur eine bestimmte Anzahl von Reifen von jeder Mischung und diese ist bei weitem nicht ausreichend für ein gesamtes Wochenende, falls eine Mischung nicht funktioniert. Aber bis jetzt ist es uns noch nie allzu schwer gefallen den richtigen Reifen für das Rennen zu wählen."

Frage: "Wie sind deine Zielsetzungen für die noch ausstehenden vier Rennen in dieser Saison und welcher Rennstrecke von diesen vier blickst du am erwartungsvollsten entgegen, nachdem du ja bereits in Valencia und Sepang Erfahrungen mit der Desmosedici sammeln konntest?"
Kallio: "Ja, ich kenne bereits Valencia und Sepang mit dem MotoGP-Bike. Jedoch muss ich dazu sagen, dass ich damals in Valencia mit der GP8 gefahren bin, sodass wir keine Daten von der alten Maschine verwenden können."

"Sepang sollte mir eigentlich recht gut liegen, nachdem ich beim Test dort einen ordentlich schnellen Speed fahrenkonnte. Mein Ziel für die letzten Rennen ist, mein bisher bestes MotoGP-Ergebnis - ein siebenter Platz - zu verbessern. Ich glaube ich habe das Potenzial für die Top-5!"

Frage: "Wie steht es um deine Pläne für 2010? Sind diesbezüglich bereits Entscheidungen gefallen?"
Kallio: "Nach dem Sommer ging es am Fahrermarkt ziemlich verrückt zu! Es war nicht gerade einfach, für 2010 einen guten Deal zu landen. Aber die Verhandlungen sind fast abgeschlossen und ich kann sagen, dass ich auch 2010 meine Karriere in MotoGP fortsetzen werde."

Fotoquelle: IMS

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