Motorrad-WM 2009 Jonas Folger

MotoGP 2009 in Le Mans

— 18.05.2009

Sensationeller Jonas Folger

Der erst 15-jährige Jonas Folger hat am Sonntag in Le Mans mit Platz zwei für die Sensation in der Klasse bis 125 ccm gesorgt. Stefan Bradl und Sandro Cortese stürzten in einem chaotischen Rennen. Es gewann Julian Simon.

Der Sieger-Schampus blieb ihm verwehrt, auf dem Podest fühlte er sich sichtlich unsicher und dennoch strahlte er über das ganze Schulbuben-Gesicht: Der erst 15-jährige Jonas Folger hat am Sonntag beim Motorrad-WM-Lauf von Frankreich in Le Mans als Zweiter in der 125-Kubikzentimeter-Klasse sein Meisterstück abgeliefert und als bislang jüngster Deutscher einen Platz auf dem Siegerpodest erobert. Der Aprilia-Pilot unterstrich damit nachdrücklich seine bisherige Saisonleistung und nimmt als Bester des deutschen Trios in der Gesamtwertung Platz fünf ein. Diese wird angeführt vom Spanier Julian Simon, der in Le Mans seinen ersten Saisonsieg feierte.

Erst raushalten, dann angreifen, zum Schluss Speed rausnehmen

Jonas Folger: Mit 15 Jahren ein Podestplatz bei der Motorrad-WM, das schaffte noch kein deutscher Fahrer.

"Ich kann das alles noch gar nicht fassen, es ist so unglaublich schön", sagte Folger nach dem Rennen über seine Leistung, die besondere Anerkennung verdiente. Denn nur 15 der gestarteten 31 Fahrer erreichten bei widrigen Witterungsbedingungen das Ziel. Dabei zeigte der Aprilia-Pilot souveränes Können. Zu Beginn beobachtete er die Konkurrenz, hielt sich in den ersten beiden Runden heraus aus Positionskämpfen auf der ohnehin nur wenig Grip bietenden Rennstrecke, die durch den pünktlich zum Start einsetzenden Regen noch rutschiger wurde. Doch dann griff er an. Ende der sechsten Runde war er dran an der Verfolgergruppe, die dem bereits enteilten Simon hinterher jagte. In der elften Runde griff er Stefan Bradl (Zahling) an und fuhr auf Rang drei vor. Eine Runde später war er Zweiter und gab diesen Platz bis zum Ziel nicht mehr her.

Stefan Bradl konnte 14 Runden lang gut mithalten. Dann machte ein Sturz alle Hoffnungen auf das Podest zunichte.

"Aber erst in der letzten Runde hatte ich realisiert, dass ich Zweiter bin. Da habe ich etwas Speed rausgenommen, zuvor war ich immer am Limit", berichtete der Bayer, der am Abend von seinen Eltern den ihm zuvor wegen des Alters verwehrten Champagner erhielt. Auf der Zielgeraden hatte er mit der Faust vor Freude auf die Kanzel seiner Maschine geschlagen, sich an den Helm gegriffen und ungläubig den Kopf geschüttelt. Das tat auch Bradl, aber aus Enttäuschung. Auch er war bravourös gefahren, lag zwischenzeitlich auf den Plätzen zwei und drei, doch in Runde 14 beendete ein spektakulärer Sturz alle Hoffnungen auf den ersten Podestplatz in dieser Saison. Der Aprilia-Pilot ist als Gesamt-Zwölfter gegenwärtig kein Kandidat auf den WM-Titel mehr. "Ich hatte bis dahin keinen Rutscher und war völlig sicher unterwegs. Aber im Regen ist der Grat zwischen schnell sein und Sturz so schmal", meinte Bradl enttäuscht.

Schadensbegrenzung betrieb Sandro Cortese (Berkheim). Der Derbi-Pilot stürzte gleich zweimal, fuhr aber weiter und kam am Ende mit einer Runde Rückstand auf Platz zwölf. "Die Platzierung ist zwar enttäuschend, aber ich hatte noch Glück. Mein Punktabstand ist nicht zu groß geworden", sagte der nun Sechstplatzierte in der WM-Wertung.

Rossi ohne Punkte

In der Klasse bis 250 ccm kam Titelverteidiger Marco Simoncelli (Italien/Gilera) zu seinem ersten Saisonsieg und meldete sich nachdrücklich im Kampf um die WM-Krone zurück. Der Sieg in der "Königsklasse" MotoGP ging an den neuen WM-Führenden Jorge Lorenzo (Spanien/Yamaha). Der bisherige Spitzenreiter Valentino Rossi (Italien/Yamaha) stürzte und blieb als 16. ohne Punkte. Sehen Sie in unsere Bildergalerie die Bilder des Rennwochenendes von Le Mans.

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