Nicky Hayden hat nach der Saison 2009 einiges wieder gutzumachen

MotoGP 2010

— 12.01.2010

Hayden lobt Stoner: "Sensationeller Fahrer!"

Nicky Haydens Wrooom-Pressekonferenz: Über seinen starken Teamkollegen, seinen Glauben an Ducati und den Kampf gegen die "Fab Four" der MotoGP

Mit 104:220 Punkten hat Nicky Hayden das Ducati-Duell gegen Casey Stoner im Vorjahr klar verloren, obwohl sein Teamkollege krankheitsbedingt drei Rennen auslassen musste. Zwar kam der Weltmeister von 2006 am Saisonende immer besser in Fahrt - beim Heim-Grand-Prix in Indianapolis landete er sogar auf dem Podium -, doch 2010 muss sich Hayden steigern, wenn er nicht als Mittelklassefahrer abgestempelt werden will.

Allerdings lässt er die Theorie nicht gelten, wonach außer Stoner niemand mit der Ducati Desmosedici umgehen kann: "Ich sehe es nicht so", dementiert Hayden, derzeit bei den Wrooom-Medientagen in Madonna di Campiglio. "Natürlich passen Casey und dieses Motorrad hervorragend zusammen und er findet das Limit genau. Er ist enorm schnell, aber das ist nicht nur das Gesamtpaket, sondern er ist auch schlicht und einfach ein sensationeller Fahrer! Ich glaube, er wäre auf jedem anderen Motorrad genauso stark."

Auch sonst spricht er in den höchsten Tönen über den Ducati-Teamleader: "Casey und ich arbeiten großartig zusammen. Wir haben zu manchen Teilen des Motorrads eine unterschiedliche Meinung, aber darüber können wir uns ganz offen unterhalten. Wir hatten nie einen großen Streit - abgesehen davon, dass er meistens schneller war als ich, was ich nicht cool finde! Es ist nicht so, dass wir uns jeden Tag SMS schicken und ständig gemeinsam abhängen, aber wir verstehen uns gut", so Hayden.

Ganz leugnen kann er jedoch nicht, dass der Weggang von Honda für ihn schwierig war: "Die Ducati ist schon etwas Besonderes, das streite ich gar nicht ab. Manchmal fällt es mir schwer, das Maximum herauszuholen, denn das Limit ist ziemlich schmal. Wenn ich es aber mal erreiche, dann ist das Motorrad enorm schnell. Das haben auch schon andere als Casey fallweise bewiesen, aber er schafft es als einziger Fahrer in jedem Rennen", erklärt der 28-Jährige.

"Es ist immer eine Frage des Gesamtpakets, aus dem ich nicht das Beste herausgeholt habe", lässt er die Saison 2009, die er als WM-13. abschloss, noch einmal Revue passieren. "Am Anfang fiel es mir schwer, von Runde zu Runde ein konstantes Gefühl zu haben und präzises Feedback zu liefern, zu wissen, wo das Limit liegt. Ich musste mich auf das Motorrad einstellen, aber ich musste auch das Motorrad auf mich einstellen. Das war eine Kombination."

"Mein Topspeed war manchmal schlechter als der der anderen Ducati-Fahrer, obwohl ich nicht den geringsten Zweifel daran habe, dass ich von Ducati die gleichen Motoren bekomme. Dafür bin ich ein bisschen größer, also versuchen wir im Windkanal, die beste Kombination aus Gabel, Lenker- und Sitzposition zu finden, um den Luftwiderstand zu verringern", so Hayden. "Ich hoffe, dass wir diesen Winter ein Basissetup finden, das auf vielen verschiedenen Strecken und bei vielen verschiedenen Bedingungen gut funktioniert."

Der Ex-MotoGP-Champion holte aus den ersten sechs Rennen durchschnittlich 3,17 Punkte, steigerte diesen Mittelwert aber für den Rest der Saison auf 7,73 Zähler. Hätte er diesen Schnitt von Anfang an gehalten, wäre er WM-Siebter geworden. "Es ist frustrierend, als Weltmeister im Mittelfeld herumzufahren. Das macht keinen Spaß", seufzt Hayden. "Ich zweifle aber nicht an meinem Motorrad, an meinem Team oder an mir, sondern ich bin davon überzeugt, dass wir alle Zutaten beisammen haben. Wir müssen sie nur richtig vermischen - das ist die Kunst."

Für die kommende Saison erwartet er die üblichen Verdächtigen - Stoner, Valentino Rossi, Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa - an der Spitze: "Diese vier Jungs sind im Moment eindeutig einen Schritt vor allen anderen. Es liegt an uns, diesen Rückstand zu verringern", analysiert der US-Boy und kündigt an: "Ich glaube, dass ich das schaffen kann, aber es nur zu sagen, bedeutet nichts, sondern ich muss das auf der Strecke beweisen."

Als weiteren Konkurrenten betrachtet er auch seinen amerikanischen Landsmann Ben Spies: "Ben hat in der Superbike-WM bewiesen, dass er als Rookie Champion werden kann. Er hat ein gutes Paket und nach seinen bisherigen MotoGP-Rennen weiß er schon, was auf ihn zukommt. Für mich ist er kein echter Rookie, aber ich finde es klasse, einen weiteren starken Amerikaner in der Meisterschaft zu haben", meint Hayden über den Neuzugang bei Tech-3-Yamaha.

Fotoquelle: pacepix.com

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