Fühlt sich auf Skiern wohler als noch vor drei Jahren: Casey Stoner

MotoGP 2010

— 13.01.2010

Stoner sagt "altem Hasen" Rossi den Kampf an

Casey Stoner spricht: Warum er hofft, dass Valentino Rossi nicht zurücktritt, und wieso er sich nicht als "König der Traktionskontrolle" sieht

Zum ersten Mal seit mehreren Jahren verbringt Casey Stoner derzeit einen verletzungsfreien Winter: "Mein Training läuft so rund wie schon lange nicht mehr", so der Ducati-Pilot am Rande der Wrooom-Medientage in Madonna di Campiglio. Außerdem wirkt er nach einem stressfreien Dezember in der Schweiz und einem kurzen Heimaturlaub in Australien derzeit recht entspannt.

Als WM-Favoriten für 2010 werden immer wieder die "Fab Four" gehandelt, also Stoner, Jorge Lorenzo, Dani Pedrosa - und natürlich Valentino Rossi. Letzterer ist laut Stoner trotz der starken Kampfansage von Lorenzo im Vorjahr weiterhin das Maß aller Dinge: "Natürlich ist Valentino derjenige, den es zu schlagen gilt, denn er hat die Weltmeisterschaft in den vergangenen beiden Jahren gewonnen", hält der Champion von 2007 fest.

Aber auch Lorenzo sei nicht zu unterschätzen: "Beide haben ihre Stärken. Manchmal ist Valentino am Wochenende sehr schnell, aber im Rennen hat er leichte Probleme - oder aber er landet im Qualifying weiter hinten und geigt dann im Rennen groß auf. Jorge ist da berechenbarer, denn wenn er am Samstag keinen Rhythmus findet, dann findet er ihn meistens auch am Sonntag nicht. Allerdings werden diese Wochenenden bei ihm immer seltener."

Stoner hofft, dass Rossi "noch lange nicht aufhört, denn je mehr Topfahrer es gibt, desto besser für den Sport. Valentino ist schon lange dabei. Er war einmal der junge Wilde, aber jetzt gehört er zu den alten Hasen. Ich werde versuchen, ihn dieses Jahr zu stürzen", kündigt der Ducati-Pilot selbstbewusst an. Gleichzeitig ist er aber nicht vermessen genug, sich als neue Nummer eins des Motorradsports zu fühlen. Rossi sei jedoch in keiner eigenen Liga, wie das manchmal dargestellt wird.

"Er versteht es sehr gut, sich gegenüber den Fans und den Medien zu verkaufen", sagt Stoner. "Fahrerisch gesehen hat er mir nur die Erfahrung in dieser Klasse voraus, auch wenn ich zugeben muss, dass sich ohnehin von Jahr zu Jahr gewisse Dinge ändern und man sich neu einstellen muss. Valentino ist einfach ein fantastischer Fahrer, sehr konstant, macht nicht viele Fehler - auch wenn sich seine Fehler in letzter Zeit gehäuft haben, wenn ihn jemand unter Druck gesetzt hat."

Außerdem räumt er mit dem Vorurteil auf, er sei das personifizierte "Computerkid" der MotoGP, das einfach am besten mit den elektronischen Fahrhilfen umgehen kann: "Alle sagen, ich sei der 'König der Traktionskontrolle', aber ich weiß nicht, woher die ihre Fakten beziehen. Tatsache ist, dass ich mit jeder neuen Klasse besser gelernt habe, die Leistung des jeweiligen Motorrads zu kontrollieren. Gerade deswegen freue ich mich schon sehr auf die 990er-Formel!"

Die Ducati Desmosedici ist seit Jahren für ihre brachiale Leistungsentfaltung bekannt - ein Umstand, an dem sich zuletzt Loris Capirossi, Marco Melandri und Nicky Hayden die Zähne ausgebissen haben. Nur Stoner verstand es, mit den Fahreigenschaften des italienischen Motorrads umzugehen. Prompt entstand sein Image als "König der Traktionskontrolle" - dabei setzt er das elektronische Hilfsmittel laut Technikchef Filippo Preziosi weniger stark ein als alle anderen Ducati-Piloten.

"Ich mag das Gefühl nicht, wenn der Motor gedrosselt wird, also gebe ich mit so viel Gefühl wie möglich Gas. Man spürt ja, wie viel Grip der Hinterreifen hat", erklärt Stoner. "Die Traktionskontrolle funktioniert für mich nur dann, wenn wirklich schrecklich wenig Grip da ist. Natürlich muss man manchmal ein bisschen korrigieren, wenn man wenig Traktionskontrolle verwendet, aber das ist unterm Strich immer noch besser, als Motorleistung einfach herzuschenken."

Zwar habe die Elektronik durchaus ihre Vorzüge, aber diese müsse man behutsam ausschöpfen: "Klar, die Traktionskontrolle verhindert, dass sich das Motorrad zu stark bewegt. Wenn man diese Bewegungen aber durchschaut, dann ist es mir lieber, diese zu kontrollieren als sie durch die Traktionskontrolle wegradieren zu lassen. Wir brauchen schließlich so viel Power wie möglich, denn im Vergleich zu den alten 990ern ist davon eh schon viel weniger vorhanden", findet der 24-Jährige.

Fotoquelle: Ducati

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