Alvaro Bautista startet gleich mit einer Werksmaschine in der MotoGP

MotoGP 2010

— 03.02.2010

Bautista: "2009 war eine komische Saison"

Der Spanier Alvaro Bautista ist überzeugt, zum richtigen Zeitpunkt den Klassenwechsel vollzogen zu haben: Zwei Jahre nicht nach seinem Geschmack

Nach drei weniger erfolgreichen Anläufen auf die WM-Krone in der Viertelliterklasse wechselt der 125er-Weltmeister des Jahres 2006, Alvaro Bautista, in das MotoGP-Werksteam von Rizla-Suzuki. Bevor aber für den 25 Jahre alten Spanier und seine Klassenkameraden morgen mit dem heiß herbeigesehnten ersten Test in Sepang die Saisonvorbereitung beginnen wird, hat der achtfache 250er-Grand-Prix-Sieger das vergangene Jahr nochmals Revue passieren lassen.

"Die Saison 2009 sollte sich für mich als extrem schwierig erweisen", beginnt der neue Suzuki-Werkspilot mit seinen Schilderungen. "Ich bin damals eigentlich recht zuversichtlich in die Saison gestartet. Auch die erhofften Resultate kamen auf Anhieb und ich fühlte mich mit meiner Maschine recht wohl. Aber der Sturz in Assen hat uns wichtige Punkte gekostet. In der Folge war es extrem schwierig, diesen Rückstand wieder gutzumachen."

Mit dem weiteren Verlauf sollten für den pfeilschnellen Spanier auch Schwierigkeiten an den Trainingstagen hinzu kommen: "In einigen Rennen musste ich auch viel mehr riskieren, da für uns das Qualifying weniger gut verlaufen war." Für die letzten vier Grands Prix hatte sich Bautista eine Schlussattacke vorgenommen. "Als wir Anfang Oktober nach der langen Pause in Portugal angekommen waren, bereitete ich mich insgeheim auf eine Offensive vor", erzählt der junge Mann aus Talavera de la Reina, unweit der spanischen Hauptstadt Madrid.

"Mit Estoril, Phillip Island und Sepang standen drei Rennen an, wo mir die Rundkurse sehr gut gefallen. Aber der technische Defekt in Portugal vereitelte wohl meine letzte Chance auf den Titelgewinn", fährt Bautista fort. "Überaus ärgerlich, denn schon am gesamten Estoril-Wochenende war ich sehr schnell. Danach gab es nur noch einen Option für mich: Ich hätte alle noch ausstehenden Rennen gewinnen müssen. Aber in den folgenden Rennen wollte ich einfach zu viel. Nach dem Ausrutscher in Australien bin ich immerhin noch Zehnter geworden, in Sepang hingegen war das Rennen vorzeitig zu Ende. Die WM 2009 ist irgendwie ganz seltsam für mich verlaufen!"

Dass Alvaro Bautista in den letzten zwei Jahren jeweils an Konkurrenten wie Marco Simoncelli und Hiroshi Aoyama gescheitert war, die man vor dem WM-Auftakt eigentlich nicht als ernsthafte Titelkandidaten gehandelt hatte, liegt dem stets freundlichen Iberer doch ein wenig im Magen. "Schon zu Beginn der WM 2008 war ich darauf fixiert, die Weltmeisterschaft zu gewinnen", meint er. "Doch der Saisonauftakt verlief desaströs. Jedoch in der Schlussphase stand ich nach jedem Rennen auf Podium."

"Daraufhin dachten wir, wenn wir 2009 ruhig und gelassen angehen, regelmäßig Topplatzierungen einfahren, dann sollte eigentlich nichts schief gehen. Aber zu Saisonmitte hatten sich die Voraussetzungen geändert. Manchmal war es wirklich hart für uns, um den Sieg kämpfen zu können. Es stimmte die Basis nicht, da wir mit dem Motorrad zusehends in Schwierigkeiten geraten waren und ich mich auch nicht so stark wie im Jahr zuvor fühlte. Zudem fehlte mir auch das volle Vertrauen in das Motorrad, zumal sich die Problemzonen abwechselnd vom Setting hinten nach vorne verlagerten."

Die Gründe für die Formschwankungen glaubt Bautista im ständigen Wechsel seiner Mechaniker-Crew zu wissen. "In den drei Jahren in der 250er-Klasse hatte ich jedes Mal eine andere Crew", lautet hierfür seine Begründung. "2007 arbeitete ich mit einigen Leuten zusammen, wie auch schon in den Jahren zuvor. Vor der Saison 2008 wurde meine Mannschaft völlig umgestellt und Anfang des vergangenen Jahres wurde erneut gewechselt. Ich arbeitete wieder mit meiner Stammcrew von 2007. Es ist nicht so, dass man alle Teammitglieder wieder von Neuem kennenlernen muss, aber es bedarf einer gewissen Zeit, bis man wieder eingespielt ist."

Bautistas Gemüt wendet sich aber auf schnellstem Weg zu einem besseren, nachdem er über seine ersten Eindrücke mit der Werks-Suzuki-GSV-R nach den Tests im vergangenen November in Valencia und Estoril gefragt wird. "Ich bin sehr glücklich über meinem Wechsel in MotoGP", frohlockt der Aufsteiger. "Es ist genau der richtige Zeitpunkt für mich. Das Fahren mit der jetzigen Generation der MotoGP-Maschinen ist vergleichsweise einfacher als mit den 250ern. Auf Anhieb hatte ich ein gutes Gefühl für die Maschine. Auch das Einlenken in die Kurven ist viel einfacher als mit einem 250er-Motorrad."

Hauptsächlich hat es dem Ausnahmekönner von der iberischen Halbinsel aber die Traktionskontrolle angetan. "Auch bei der 250er hatten wir so eine Art elektronische Fahrhilfe. Verglichen aber mit MotoGP hat dieses System nur wenig Hilfe geboten. Drehte man am Gasgriff, ist das Bike wild gerutscht. Das MotoGP-Bike fährt beinahe von selbst. Einfach unglaublich: am Gasgriff drehen und 'wrrrrrr', das Bike übernimmt die volle Kontrolle am Kurvenausgang!"

Fotoquelle: Suzuki

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