Chris Vermeulen will mit Kawasaki in der Superbike-WM durchstarten

MotoGP 2010

— 03.03.2010

Vermeulen: "Suzuki hinkte meist zwölf Monate hinterher"

Chris Vermeulen blickt zurück auf seine MotoGP-Zeit: Gute Entscheidungen, schlechte Entscheidungen und die Erklärung der Suzuki-Probleme

Nach vier Jahren MotoGP mit Suzuki ist Chris Vermeulen in die Superbike-Weltmeisterschaft, wo er Kawasaki an die Spitze führen soll. Das erste Rennwochenende lief nicht optimal: Zwar konnte er zwischenzeitlich in den Top 5 mitkämpfen, doch er stürzte in beiden Rennen und verletzte sich dabei. Dennoch fühlt er sich wohl in der Serie, in der er einen neuen Anfang wagen will. Und er kann inzwischen mit einem gewissen Abstand auf seine Zeit in der MotoGP zurückblicken.

Er habe die Zeit genossen, berichtet Vermeulen im Interview mit 'Road Racer X'. Die Entscheidung, bei Suzuki zu unterschreiben und in die MotoGP zu gehen, hält der Australier auch heute noch für richtig: "Ich musste eine 990er fahren, ich musste die Bikes und die Strecken kennenlernen und mich an der Entwicklung der 800er beteiligen. Und um ehrlich zu sein, waren die ersten drei Jahre auch gar nicht so schlecht."

Wenn er das Rad der Zeit noch einmal zruückdrehen würde, dann würde Vermeulen dennoch etwas anders machen - dann hätte er kein viertes Jahr bei Suzuki angehängt. Der Australier hatte für 2009 andere Optionen, entschied sich aber zu bleiben. "Das war nicht gerade die beste Entscheidung, aber ich bin mit dem, was ich erreicht habe, zufrieden", sagt er und rechnet vor, dass er mit einem Sieg, sieben Podiumsplätzen und drei Pole-Positions der erfolgreichste Suzuki-Pilot seit Kenny Roberts jun. war.

Aber was in der Erinnerung hängen bleibt, ist nun mal meistens das letzte Jahr. Und das verlief für Vermeulen und Suzuki weitgehend erfolglos, man schaffte den Anschluss an die Konkurrenz einfach nicht. "Sie sind der kleinste japanische Hersteller und sie haben das kleinste Budget", versucht Vermeulen, das zu erklären. Zwar würde auch Suzuki jedes Jahr Abermillionen in das MotoGP-Projekt pumpen, aber das würde eben nicht reichen.

"Die Fabrik ist kleiner, die Mitarbeiterzahl ist kleiner", schildert er. "Ich glaube, dass sie manchmal sehr gute Ideen und in manchen Bereichen sogar die Nase vorn hatten. Aber im Normalfall sind wir den Großen - Yamaha, Honda und Ducati - um zwölf Monate hinterher gehinkt."

Es wurde gemunkelt, dass das auch an der Elektronik gelegen hat, da Suzuki anders als die Konkurrenz nicht mit Magnetti Marelli fährt. Doch dem würde sich Vermeulen nicht anschließen. "Zwar hätten wir uns im Elektronikbereich enorm steigern können, aber die Leute von Mitsubishi Electronics haben auch einiges vorangebracht. Von daher ist das wirklich schwer zu sagen."

Vermeulen hat das Kapitel MotoGP nun für sich geschlossen - beobachten wird er die Serie aber weiter. Und da freut er sich, dass 2012 die 1.000-ccm-Motoren wieder Einzug halten sollen. Dies sei der richtige Schritt, betont er: "Hoffentlich bringt das neue Teams und neue Hersteller. Das ist das, was der Sport auf diesem hohen Niveau braucht."

Fotoquelle: Kawasaki/Graeme Brown

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