FIM-Präsident Vito Ippolito möchte keine Fahrer, die nur das MotoGP-Feld auffüllen

MotoGP 2010

— 26.03.2010

Ippolito: "Wir wollen keine 30 Fahrer"

FIM-Präsident Vito Ippolito weiß noch nicht so recht, was er vom neuen MotoGP-Reglement halten soll - "Es müssen Prototypen sein"

Mitte Februar hat die Grand-Prix-Kommission das neue MotoGP-Reglement verabschiedet, das ab 2012 gelten soll. So wird die Hubraum-Höchstgrenze wieder auf 1.000 cm³ heraufgesetzt, die jetzigen 800-cm³-Motoren sollen aber weiterhin eingesetzt werden dürfen. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Varianten: Die Motorräder mit ein Liter Hubraum müssen mindestens drei Kilo schwerer sein als die 800er-Maschinen.

Der Präsident des Motorrad-Weltverbands FIM, Vito Ippolito, weiß noch nicht so recht, was er von dieser Doppellösung halten soll. "Wenn die Hersteller glauben, dass dies keine Probleme zwischen ihnen verursacht, weil einer mit 800er-Motoren fährt und ein anderer mit 1.000ern, dann ist das in Ordnung", so Ippolito gegenüber 'MotoMaters.com'.

Doch der Präsident gibt zu, dass dem Verband diesbezüglich die Hände gebunden sind. "Im Prinzip müssen wir dem folgen, was die Hersteller denken. Vergangenes Jahr haben wir über die Möglichkeit gesprochen, zu den 1.000ern zurückzugehen. Sie sagen, dass dies für sie besser sei, weil weniger teuer. Jetzt sieht es so aus, als ob manche Werke mit den 800ern weitermachen wollen, und andere mit den 1.000ern."

Die FIM stelle in diesem Zusammenhang lediglich zwei Forderungen: Erstens wolle man eine über mehrere Jahre stabile Rennserie, die nicht zu teuer ist. Zweitens müssen die Motorräder Prototypen sein. Diese Nachricht dürften vor allem die Betreiber der Superbike-Weltmeisterschaft gerne hören. "Sie müssen Serienmaschinen verwenden. Die FIM homologiert diese Motorräder", so Ippolito, der zudem klarstellt, dass MotoGP- und Moto2-Motorräder nicht homologiert werden könnten, da sie eben keine Serienmaschinen seien.

Ippolito weiß, dass der Ruf nach möglichst niedrigen Kosten im Grand-Prix-Sport mitunter einen Widerspruch in sich darstellt. "Es ist schwierig, im Prototypen-Rennsport von 'nicht teuer' zu sprechen, denn alles ist teuer." Dennoch gebe es reichlich Sparpotenzial. "Ich verstehe, dass Technologie wichtig ist. Aber müssen wir wirklich drei Millionen Dollar ausgeben, um pro Rennen eine halbe Sekunde herauszuholen?"

Jeder Hersteller wolle immer das bestmögliche Motorrad haben. "Und die Ingenieure lieben jede Art von technischer Herausforderung. Ich verstehe das. Aber da gibt es Grenzen. Manchmal braucht der Sport nicht all die speziellen Teile, die verwendet werden." Schon der Rückzug der Sponsoren aus der Tabakindustrie vor ein paar Jahren habe gezeigt, dass die Teams auf vielen Ebenen sparen konnten, sowohl im Management, als auch auf technischer Ebene.

Wie schon in der vergangenen Saison gehen auch 2010 nur 17 Fahrer in der "Königsklasse" an den Start. Mittelfristig wünscht sich Ippolito für die MotoGP ein Teilnehmerfeld von "vielleicht 21, 22 Fahrern. Das wäre genug, denn so oder so gibt es einfach nicht so viele Piloten, welche diese Art Motorräder fahren können. Wir wollen keine 30 Fahrer, von denen zehn überrundet werden."

Die neue Moto2, die ab dieser Saison die 250er-Klasse ablöst, werde laut Ippolito ganz sicher ein Erfolg. "Es ist wichtig, dass wir im Vergleich zu den 250ern in der Moto2 sehr geringe Kosten haben." Darüber hinaus sei es wichtig, dass es künftig auch nationale Moto2-Meisterschaften gebe. "Denn einer der Gründe, warum die 250er-Klasse verschwunden ist, ist der, dass viele nationale Meisterschaften vor einigen Jahren verschwunden sind."

Fotoquelle: Honda

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