Gegen Casey Stoner war auch am Freitag in Katar kein Kraut gewachsen

MotoGP 2010

— 09.04.2010

Katar: Stoner holt die Ducati-Keule heraus

Casey Stoner unterstreicht seine Katar-Liebe eindrucksvoll: Bestzeit im Freien Training vor den Yamaha-Stars - Honda und Suzuki im Niemandsland

Nach 154 Tagen Wartezeit hat die MotoGP endlich wieder Tempo aufgenommen. Im nächtlichen Katar stiegen die 17 Piloten für die erste offizielle Session des Jahres auf ihre Bikes. Den größten Glanz im Wüsten-Flutlicht versprühte Casey Stoner. Der Ducati-Star, der in den vergangenen Jahren an gleicher Stelle siegte und auch beim Test zuletzt in Katar Schnellster war, holte sich in 1:55.500 Minuten die Bestzeit.

Stoner ließ an seiner Liebe zur Strecke im arabischen Emirat nie Zweifel aufkommen. Bereits zu Beginn des ersten Freien Trainings setzte der Australier einige kräftige Duftmarken. Der Konkurrenz fehlten zum erfolgreichen Konter die Mittel - vor allem im schnellen dritten Sektor. Selbst Weltmeister Valentino Rossi, der mit seiner 2010er-Yamaha bei Tests stets sehr gut war, konnte nicht mithalten. Am Ende hatte der Italiener mit seiner besten Runde in 1:56.028 Minuten erheblichen Rückstand.

Vor dem amtierenden Champion konnte sich etwas überraschend Yamaha-Teamkollege Jorge Lorenzo platzieren. Der Spanier, der nach einem Handbruch im Winter nun offenbar wieder fit ist, sicherte sich in 1:56.026 Minuten Rang zwei - genau 0,002 Sekunden vor Rossi. Lorenzo übertrieb es allerdings in den letzten zwei Minuten der Session und flog im schnellsten Streckenabschnitte über das Vorderrad ab. Verletzt wurde der Mallorquiner dabei nicht.

Auch der große Jubilar des Wochenendes musste Sand von der Lederkombi putzen. Loris Capirossi, der in Katar seinen 300. Grand Prix bestreiten wird, kam mit seiner Suzuki gar nicht zurecht. Als der erfahrene Italiener seine persönliche Bestmarke von 1:57.363 Minuten verbessern wollte, warf ihn seine GSV-R in einem schnellen Linksknick aus dem Sattel. Capirossi rutschte meterweit durch das Kiesbett, konnte sich aber anschließend wieder aufrappeln. Die Session war jedoch gelaufen.

Suzuki-Rookie Álvaro Bautista hatte unterdessen wenigstens leichte Fortschritte machen können. Der junge Spanier war in 1:56.998 Minuten auf Platz sieben zwar bester Neuling in der MotoGP, sein Abstand zur Spitze betrug allerdings bereits satte 1,5 Sekunden. Bei Honda lief es kaum besser. Andrea Dovizioso konnte in 1:56.698 Minuten als Vierter noch Schadensbegrenzung betreiben. Aber Teamkollege Dani Pedrosa hat nach wie vor eine "Öhlins-Allergie".

Der Spanier kämpfte mit seiner RC212V, ohne das motorisierte Tier bändigen zu können. Pedrosa wurde mit seiner besten Runde in 1:57.133 Minuten nur Elfter. In der aktuellen Verfassung zählt der Repsol-Pilot garantiert nicht zu den "Fantastic Four" in der MotoGP, denn gegen das Trio Stoner/Lorenzo/Rossi scheint er chancenlos zu sein. Selbst LCR-Pilot Randy de Puniet (8./1:57.031 Minuten) war fast während der gesamten Session schneller.

Stoner-Teamkollege Nicky Hayden bekam erst gegen Ende des Trainings noch einmal die Kurve. Der Amerikaner tat sich zu Beginn auf weichen Reifen sehr schwer, war lange Zeit Vorletzter. Erst mit eine härteren Mischung am Hinterrad legte der Champion von 2006 entscheidend zu. Am Ende reichte es in 1:56.793 Minuten zu Platz fünf. Direkt hinter Hayden folgte Tech-3-Yamaha-Youngster Ben Spies (6./1:56.818 Minuten).

Der amtierende Superbike-Weltmeister stellte damit seinen Landsmann und Teamkollegen Colin Edwards (12./1:57.167 Minuten) recht deutlich in den Schatten. Der erfahrene Tech-3-Haudegen wird sich über Nacht viele Gedanken machen müssen, damit er nicht sofort zum Auftakt gegen den Rookie das Nachsehen hat. Gut aufgelegt waren indes die Ducati-Kunden-Piloten Mika Kallio und Héctor Barberá auf den Rängen neun und zehn. Vor allem der spanische Neuling sorgte so für ein gutes Debüt von Aspar.

Im hinteren Feld ging der Gresini-Frust aus den Testfahrten auch zum Beginn des ersten Rennwochenende nahtlos weiter. Marco Simoncelli wurde in 1:57.828 Minuten auf Platz 14 geführt, sein Teamkollege und Leidensgenosse Marco Melandri lag sogar noch zwei Plätze dahinter. Als Puffer dazwischen setzte sich Aleix Espargaró, der gegen seinen Teamkollegen Mika Kallio deutlich den Kürzeren zog. Hiroshi Aoyama wurde auf der Interwetten-Honda Letzter.

Fotoquelle: Ducati

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