Hervé Poncharal sieht in 1.000er-Prototypen die MotoGP-Zukunft

MotoGP 2010

— 07.05.2010

Poncharal glaubt nicht an die Zukunft der 800er-Motoren

Hervé Poncharal ist als Repräsentant der Grand-Prix-Kommission in die Regeländerungen für 2012 eingebunden - Alle werden mit 1.000er-Maschinen antreten

Während des Jerez-Wochenendes traf sich die Grand-Prix-Kommission, um weitere Reglementdetails für 2012 zu besprechen. Hauptsächlich ging es dabei um die gewünschten Privatteams, die einen Serienmotor in ein Prototypen-Fahrwerk einbauen dürfen. Außerdem wurde eine Regel für die aktuelle Saison angepasst: Sollte ein Fahrer einen weiteren als die sechs vorgeschriebenen Motoren verwenden, darf er zehn Sekunden nach Erlöschen der grünen Ampel aus der Boxengasse starten. Bisher waren 20 Sekunden vorgeschrieben.

Über die genauen Ergebnisse der Besprechungen wurde in Jerez nicht gesporchen. Aber Hervé Poncharal, Teamchef von Tech 3 und Repräsentant der Grand-Prix-Kommission, ließ sich einige Details entlocken. "Die Situation ist sehr klar. Die neuen Teams werden von der Kommission einstimmig ausgewählt. 2011 haben wir noch keine Neuzugange", wird Poncharal von 'MotoMatters.com' zitiert.

Die technischen Basiswerte stehen bereits fest. Die Motoren werden über 1.000 Kubikzentimeter Hubraum verfügen und die Bohrung ist auf 81 Millimeter festgesetzt. Bei 24 Liter Tankinhalt dürfen die Privatiers 12 Triebwerke pro Saison einsetzen. "Viele Leute zeigen daran Interesse", so Poncharal. "Einige basteln bereits an Konzepten. Ich weiß, dass Eskil Suter schon etwas baut. Ähnlich war es auch, als wir die Moto2-Regeln vorgestellt haben."

Wenn eines der neuen Teams einen Vorteil beim Motor genießen sollte, kann ein Konkurrent das Aggregat für eine Untersuchung bekommen. Diese Teams werden daher unter der "Claiming Rule"-Regel fahren. Wie dabei das genaue Prozedere aussieht, steht noch nicht fest. Allerdings soll damit verhindert werden, dass Werksteams unter dem Deckmantel von Privatmannschaften in die MotoGP einsteigen. Sollten beispielsweise BMW und Aprilia ein Claiming-Team (CRT) betreiben, könnten sie den Motor des Gegners in der eigenen Werkstatt auf Herz und Nieren prüfen. Da sich kein Hersteller die eigene Technologie nehmen lassen will, wurde diese Regel eingeführt.

"Wir sind froh damit verhindern zu können, dass Werksmannschaften ein CRT-Team betreiben", so Poncharal. "Wenn man als Hersteller ein CRT-Team betreiben will, ist man gezwungen seine Motoren für 20 bis 30.000 Euro zu verkaufen. So etwas überlegt man bevor man einen reinrassigen Prototypen baut. Trotzdem ist es wichtig, dass die Kommission die Teams sehr sorgfältig auswählt."

Die aktuellen Hersteller können frei entscheiden, ob sie ab 2012 weiter mit den bestehenden 800ern weiterfahren, oder ein neues Motorrad entwickeln. Trotzdem glaubt Poncharal: "Obwohl die Werksteams für eine Beibehaltung der 800er plädieren, habe ich das Gefühl, dass alle bereits an 1.000ern arbeiten. Kann man sich einen Hersteller vorstellen, der mit einem 1.000-Kubikprototypen gegen eine 800er antreten will? Es ist nur ein Gefühl, aber ich glaube wir sehen ab 2012 nur mehr 1.000er Maschinen."

Ein Vorteil des größeren Hubraums ist auch, dass sie mit niedrigeren Drehzahlen laufen und damit bei der Kühlung und der Zuverlässigkeit Vorteile aufweisen. Deswegen könnte es eine ähnliche Entwicklung wie in der Moto2 geben. Es war ebenfalls geplant, dass die neuen Moto2-Prototypen mit Einheitsmotoren parallel zu 250er-Maschinen betrieben werden können. Doch es stellte sich heraus, dass keiner die Zweitakter verwenden wollte. "Jeder versteht, dass die MotoGP-Zukunft bei 1.000-Kubikzentimetern liegt. Je früher man damit startet, desto besser ist es", zeigt sich Poncharal überzeugt.

Fotoquelle: Yamaha


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