Superbike-Weltmeister Ben Spies ist das neue "Wunderkind" bei Yamaha

MotoGP 2010

— 07.05.2010

Spies: "Es war frustrierend"

Ben Spies musste in Jerez aufgrund des schwierigen Fahrverhaltens seiner Yamaha frühzeitig aufgeben - Bei den Tests lief es hingegen hervorragend

Ben Spies hatte bis zum Rennen in Jerez ein gutes Wochenende. Doch während der ersten Runden hatte der US-Amerikaner große Probleme seine Yamaha unter Kontrolle zu halten und gab auf. Beim Testtag am Montag nach dem Grand Prix ging das Tech-3-Team auf Ursachenforschung.

"Das Motorrad reagierte überhaupt nicht mehr so, wie es sollte", sagt Spies gegenüber 'MotoMatters.com' über seine Probleme. "Es war sehr frustrierend, weil wir ein gutes Aufwärmtraining hatten. Der Start verlief super und ich war in einer guten Position. Nach der ersten Runde fingen die Probleme an. Egal was ich versucht habe, es hat nicht funktioniert. Ich habe die Kurven 20, 30 Meter früher angebremst als normal, doch in der Kurve wollte die Maschine immer geradeaus fahren."

"Während des ganzen Wochenendes hatte ich nie ein Untersteuern wie das. In drei Runden wäre ich fast zehnmal gestürzt. Das steht einfach in keinem Verhältnis", so Spies. "Wir hätten im Rennen bleiben können, aber wir wären mit Abstand Letzter geworden. Ich hätte dabei aber nichts gelernt und es machte einfach keinen Sinn. Wahrscheinlich wäre das Motorrad irgendwann im Kiesbett gelandet."

Da am darauffolgenden Tag ein Test stattfand, verlor der Texaner auch keine wichtige Streckenzeit. Im Team wurde nur kurz über den Ausfall gesprochen. "Es stand 50:50 ob wir noch einmal auf die Piste gehen. Niemand hat gesagt, dass ich weiterfahren soll, aber ich sagte auch nicht, dass ich ganz bestimmt nicht auf das Motorrad steige." Was der genaue Grund für die Balanceprobleme war konnte nicht festgestellt werden. Die Tests verliefen durchwegs positiv.

"Ich testete einen neuen Vorderreifen und einige Abstimmungsvarianten der Vordergabel.", erklärt der Superbike-Weltmeister. "Wir haben gewartet bis die Asphalttemperatur mit der des Rennens identisch war. Ich bin mit vollem Tank auf die Strecke gegangen, hatte überhaupt keine Probleme und war sehr schnell unterwegs. Mit dem harten Rennreifen bin ich die gleichen Zeiten wie im Qualifying mit einem weichen Hinterreifen gefahren."

Vom Tempo her kommt der Umsteiger bisher bestens mit der MotoGP-Yamaha zurecht. Seine kämpferischen Qualitäten zeigte der 25-Jährige mit Platz fünf beim Saisonauftakt in Katar. "Ich fahre bereits in den Trainingseinheiten am absoluten Limit. Deshalb weiß ich immer, wie stark ich im Rennen sein kann und was möglich ist", so Spies. "Man kann im direkten Duell noch Kleinigkeiten finden, aber keine halbe Sekunde.

Bereits im vergangenen Jahr in der Superbike-WM hatte Spies keine Probleme neue Strecken zu lernen. Jerez war ebenfalls Neuland für "Texas-Terror". "Es ist nicht die unterhaltsamste Piste auf der ich je gefahren bin, aber auch nicht die Schlechteste. Sie ist genau in der Mitte. Einige Passagen sind aber trickreich, da es mehrere Kurven mit blindem Ausgang gibt. Zum ersten Mal konnte ich die Fans auf einer MotoGP-Maschine schreien hören. Das war verrückt."

Zur Vorbereitung auf eine neue Strecke studiert Spies die Brems- und Schaltpunkte aus den Vorjahresdaten. "Aber ich nehme nicht nur die meines Teamkollegen Colin Edwards, sondern auch von Valentino Rossi und Jorge Lorenzo. Prinzipiell sind alle Getriebe der Yamaha gleich übersetzt. Da gibt es kaum Unterschiede. Alle Hersteller verwenden eigentlich die gleiche Übersetung, vielleicht ist es bei Dani Pedrosa etwas anders, weil er so leicht ist und extrem gut startet."

In der Superbike-WM war Spies bekannt dafür, einer der härtesten Bremser zu sein. Die 800er müssen aber mit hohen Kurvengeschwindigkeiten gefahren werden und sind außerdem mit Karbonbremsen ausgestattet. "Ich muss mich da noch etwas umgewöhnen, weil mein Tempo in der Kurvenmitte etwas zu langsam ist. Am Ende der Gegengeraden in Jerez bremste ich mit 14,4 Bar Druck die folgende Linkskurve an. Meine Mechaniker haben so eine Zahl schon einige Jahre nicht mehr gesehen. Aber ich passe mich an. "

Für die nächsten Rennen setzt sich Spies keine Resultatzielvorgabe. "Über Le Mans habe ich nicht viel Positives gehört, aber es sollte einfach zu lernen sein. Dann kommen die Strecken in Mugello und Silverstone, die ich auch nicht kenne. Es sollte aber ziemlich interessant und unterhaltsam werden."

Fotoquelle: Yamaha


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